text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Baudolino Roman von Eco, Umberto (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.10.2011
  • Verlag: Carl Hanser Verlag München
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Baudolino

Wir befinden uns im 12. Jahrhundert, zur Zeit der Kreuzzüge. Baudolino, ein gewitzter Bauernsohn aus dem Piemont, wird Adoptivsohn des Kaisers Friedrich I. Barbarossa. Den Kopf voller Flausen, Phantasien und Lügen, lenken seine irrwitzigen Ideen von nun an den Lauf der Weltgeschichte. Von den Liebesbriefen an die Kaiserin, den undurchsichtigen Machenschaften bei der Belagerung Alessandrias und dem rätselhaften Tod Barbarossas gar nicht zu reden ...

Umberto Eco wurde am 5. Januar 1932 in Alessandria (Piemont) geboren und starb am 19. Februar 2016 in Mailand. Er zählte zu den bedeutendsten Schriftstellern und Wissenschaftlern der Gegenwart. Sein Werk erscheint im Hanser Verlag, zuletzt u.a. Die Geschichte der Hässlichkeit (2007), Der Friedhof in Prag (Roman, 2011), Die Geschichte der legendären Länder und Städte (2013), Die Fabrikation des Feindes und andere Gelegenheitsschriften (2014), Nullnummer (Roman, 2015) und Pape Satàn (Chroniken einer flüssigen Gesellschaft oder Die Kunst, die Welt zu verstehen, 2017).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 600
    Erscheinungsdatum: 08.10.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783446239074
    Verlag: Carl Hanser Verlag München
    Größe: 2085 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Baudolino

1. Kapitel

Baudolino beginnt zu schreiben

Regenspurg Anno Domini MCLV Chronik des Baudolino aus dem geschlecht der Aulari

ich Baudolino sohn des Galiaudo von denen Aulari mit einem haupt alswî ein leu halleluja Dank sei dem Herrn der mir möge vergêben

ich hab gemacht den gröszten raub meines lebens indem ich genommen aus einem schrein des herrn bischoffs Otto vil bögen die villeicht gehören der kaiserlichen Kanzlei und hab sie fast allesamt abgeschabet auszer wo es nit abgienc und hab nun alsô manniglîch Pergamint zum draufschreiben was ich will daz heiszt meine Chronica wiewôl ich sie nit kann schreiben in Latino

wann sie entdekken daz herrn Ottos bögen nimmer dâ sind oh was wird anheben für ein geschrei und werden denken womögelîch wars ein spiôn von denen Episkopi Romani welche nit wôlwollen unserm herren kaiser Frîderîch

aber villeicht merkets ja kainer in der kanzlei wo sie allweil irgentwas schreiben auch wanns niëmandem nutzen tuot und wer diese bögen findet si li infila nel büs del kü denkt sich villeicht nix weiter darbei

dies ist stêngeblieben von dem was allhie zuvôr gestunden und was ich nit gut habe abschaben können sô daz mans muoz überspringen

wenn man dereinst diese pergamenta wird finden nachdem ich sie hab beschrîben wird auch kain Kanzler sie nit verstân perkê questa è una lengua ke denn dies ist ein sprach die noch niëman nit hat geschrîben

aber auch wenn niëman nie diese sprach wird verstân wird man trotzdem subito erraten daz ich es gewên der dies hat geschrîben diweil alle sagen daz wir in der Frasketa parliamo na Lengua ke non è da christiani spreken ein Sprak was nit is von Christenmensken

verflixt swêr is shcreiben mir tuon schon alle finger wê

mein vater Galiaudo hat immer gesagt es muoz eine gâbe der Heiligen Juncfrouwe von Roboreto sein daz ich von kleinauf kaum daz ich jemand sagen hör ein paar worte subito kann ich nâchâmen seine sprach ob er gleich aus Tortona ist oder aus Gavi oder sogar aus Mediolanum allwô man sprikt ain sprak ke gnanca i cani was nitmal die hünde verstân tja und sogar als ich bin begegnet den ersten alemannen in meim leben was waren die mannen welche die stadt Tortona berannten lauter wilde die immerzu sagten und und nach einem halben tag hab auch ich gesagt rausz und mîngot und sie sagten gê uns hôln schöne daz wir machen fikifuki und wans nit will macht nix brauchst nur sagen wôs is daz wirs uns hôln

aber was ist ein hab ich gefragt und sie sagten una domina una donna una femina e facevano il segno de le Tette grosse und malten grôsze brueste in di lufft und sagten weil nêmlich bei dieser belagerung sind wir knapp mit feminae alldiweil die von Tortona sind drinnen und wenn wir erstmal reingehn lass uns nur machen aber hier drauszen sind weit und breit keine zu sehn und dazu vluchten sie sô gotteslesterlîch daz sogar mir is kummen ein gensehaut

bravi suabi di Merda ihr guten swabenleut hab ich gesagt wie soll ich euch sagen wô sint ich bin kein spiôn besorgts euch doch selber

mamma mia momenti mi mazzavano

fast hättens mich umgebracht mi mazzavano o amazzavano o necabant ietzt schreib ich schon fast Latino nit daz ich nit verstêh Latino diweil ich gelernt hab aus einem librum latinum und wenn jemand zu mir redet latino ich kan schon verstên aber schwieric is skribere schreiben in latino wan ich nit weisz wie man die worte skrib buchstabiret

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen