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Bea, beate und Be von Zobeltitz, Hans-Caspar von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2017
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
2,99 €
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Bea, beate und Be

Be verbringt eine unbeschwerte Jugend zwischen ihrer Mutter Beate und ihrer Großmutter Bea in Berlin. Obwohl ihre überfürsorgliche Mutter Bea vor allem Trubel schützt, ist für Be bei der Großmutter alles erlaubt. Selbst die zerbrochene Ehe ihrer Eltern wirft keinen Schatten - die schönste Zeit im Jahr sind die Ferien im Schwarzwald bei ihrem Vater, der dort ein Sanatorium leitet. Eines Tages entdeckt ihr künstlerisch veranlagter Freund Sophus ihre Nähkünste und beschließt, gemeinsam mit ihr einen Modeladen zu eröffnen. Doch harte Jahre stehen Be bevor, deren Leben drei Männer gehörig durcheinander wirbeln: Paul Carlier zerstört mit seiner Liebe ihr Volontariat bei Carlier und Fils. Der Anwalt Franz Schellberg begleitet sie durch die Finanzkrise ihrer Familie, aber er ist verheiratet. Sophus, macht beim Film Karriere und vergisst sie. Doch an dem Tag, als sie das Schild 'Ausverkauf' an die Fensterscheibe ihres Ladens kleben will, weil der Erfolg ausbleibt, steht auf einmal der Richtige vor ihr ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 01.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711488522
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 917kBytes
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Bea, beate und Be

2

Im Oktober dieses Jahres wurde Detta Redderten aus der Oberprima in Bes Unterprima zurückversetzt, sie war fast zwanzig, erfüllt von Sportleidenschaft, ein völlig erwachsener Mensch, nicht dumm, aber schulfaul. "Ein Blödsinn, dass ich das Abitur noch machen soll, aber Vater will es nun einmal", erklärte sie. Ihr Vater hatte eine grosse Stellung in der Akkumulatoren-Industrie, das Haus ihrer Eltern lag unweit von dem Bürglerschen. Flüchtig kannten sich Detta und Be schon, nun schlossen sie sich, beide aus ihrem Klassenkreis herausgerissen, zusammen. Detta, die einen eigenen kleinen Wagen steuerte, ihre erste Fliegerprüfung bereits bestanden hatte und als einzige Schwester in einer Reihe älterer, jetzt schon berufstätiger Brüder gewohnt war, dass ihr jeder Wunsch erfüllt wurde, gewann starken Einfluss auf Be. Als sie das erste Mal im Bürglerschen Hause war, sagte sie: "Bei euch möchte man alle Fenster aufreissen, um den Altweibermuff herauszupusten." Sie nahm Be mit in ihren Gymnastikunterricht, baute sich ihr gegenüber auf, schmetterte ihr den schweren Medizinball zu, dass Be beim Fangen fast umfiel. Sie kommandierte: "Mehr Kraft beim Zurückwerfen, gestreckt die Arme beim Schleudern", und Be gehorchte. Sie nahm auch, wie Detta anordnete, Hanteln und Springseil, hetzte Freiübungen und Sprünge nach dem schnellen Jazztempo einer Grammophonplatte ab, vom Ehrgeiz gepackt, den anderen Mädeln nicht nachzustehen. Aber ehe das Turnpensum der Stunde erledigt war, sank sie doch erschöpft auf eine Matte, ihr Atem keuchte, die Muskeln zitterten und schlugen. Detta hob sie auf, schleppte sie in den Duschraum, drehte die Brausen auf. "Da siehst du, was du für ein Waschlappen bist; das dritte oder vierte Mal wird es schon besser gehen." Schon am gleichen Abend fühlte Be schmerzhaft alle Glieder, trotzdem sie als Tennisspielerin und Schwimmerin nicht untrainiert war, am nächsten Morgen konnte sie kaum aus dem Bett. Sie schlich zur Schule. Detta lachte: "Ein bisschen Muskelkater. Das schadet nichts. Freitag wird weitergeübt." In Be stieg Trotz auf, aber nicht gegen Detta, sondern gegen sich selbst, gegen ihren Körper. Sie hielt den Unterricht durch, obgleich es sie Überwindung kostete. Die Schmerzen schwanden. Sie streckte sich, verlor die jungmädchenhafte Fülle. "Das Kükenfett muss runter", sagte Detta. - Sofort war Beate besorgt. "Du überanstrengst dich. Diese Detta ist überhaupt nicht der richtige Umgang." Auch Bea klagte: "Du kommst jetzt so wenig zu mir." Aber Detta war auf dem Plan. "Immer an Mutters Schürzenzipfel hängen, damit kämen wir vorwärts! Es ist höchste Zeit, dass ich dich 'rausreisse."

Durch Detta lernte Be auch Sophus Seeberg kennen. Die beiden kamen sich näher, weil sie in einem lauten Kreise, den Detta allwöchentlich einmal im Reddertenschen Hause abends zum Tanz um sich sammelte, die Leisesten waren, wenn auch nie Spielverderber. Sie tollten und sangen mit, aber sie hatten doch dann und wann den Wunsch, in einer Ecke zu sitzen und auszuruhen. Es war eine bunte Gesellschaft, die da zusammenkam: Studenten und Studentinnen, Freunde Dettas vom Flugplatz und aus ihren Sportklubs, meist Jungen und Mädel, die sich elend durchschlagen mussten und diese Freitagabende mit Bowle, Bier, Tee und reichen kalten Schüsseln als seltene und sattmachende Abwechslung genossen. Einer brachte den anderen mit, man nannte sich sofort beim Vornamen, war auf du und du. Viel nach dem Woher fragte Detta ihre Gäste nicht.

Sophus war Schüler in der Porträtklasse der Akademie der Künste. Zweiundzwanzigjährig, ein Dickkopf und ein Kerl voll Energie. Fast um Haupteslänge grösser als Be, im schmalen Rassegesicht eine Hakennase, blauäugig, auf dem Schädel eine lichtblonde Mähne, die er eigenwillig aus der Stirn zum Genick zurückskrich. Seine Eltern hatten ein Gut in Sachsen, aber die Landwirtschaft warf nichts mehr ab, und, da er der dritte Sohn, war sein Monatswechsel klein und liess oft bis zum z

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