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Beginn Roman von Barylli, Gabriel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.10.2013
  • Verlag: Styria
eBook (ePUB)
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Beginn

BEGINN führt die Geschichte von Maria und Martin weiter. Maria möchte mit Martin eine Liebe erleben, die von Anfang an auf Wahrhaftigkeit, Vertrauen und Offenheit beruht. Um Martin die Chance zu geben, sie wirklich kennen zu lernen, erzählt Maria ihm ihr Leben.
Sie beginnt dabei in den Tagen ihrer Kindheit ... Sie führt uns durch ihre erste unschuldige Liebe ... ihre ersten erotischen Erfahrungen ... ihr Reiferwerden ... sie erzählt von ihrem Kind, das nie geboren wurde ... und letztlich ihren Weg in eine stille Einsamkeit, aus der sie erst die Begegnung mit Martin erlöst hat.
Martin erfährt in dieser 'Lebensbeichte' die Vielfalt und die Tiefe von Maria, und beide erleben, wie fest durch Marias Wahrhaftigkeit das Fundament ihrer Liebe gelegt wird. Maria und Martin erfahren aber auch, wie viel Gegenwind ein Paar erleben kann, das sich nicht den Konventionen unserer Zeit anpassen will.
Im PARADIES haben aber beide erfahren, wie viele Menschen es bereits gibt, die die Beziehung von Mann und Frau in eine neue Zeit mit neuen 'Visionen von der Liebe' begleiten wollen ...

Gabriel Barylli, geboren 1957 in Wien, arbeitet als Autor, Regisseur und Schauspieler. Nach der Schauspiel- und Regieausbildung am Max-Reinhardt-Seminar folgten Engagements u. a. am Wiener Burgtheater, am Schillertheater in Berlin, bei den Salzburger Festspielen und an vielen anderen Theatern. Mit seinen zahlreichen Theater- und Filmrollen gewann er internationales Renommee und Preise, unter anderem den Adolf-Grimme-Preis und nicht zuletzt das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 16.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990400104
    Verlag: Styria
    Größe: 581kBytes
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Beginn

Die Bibliothek

Wir gingen langsam über den weichen Sand.

Mit einem tiefen, ruhigen Ton fiel das große Tor hinter uns ins Schloss. Es klang wie ein sanfter Schlag auf eine weich gespannte Trommel. Dann waren wir alleine ...

Ich hielt Martins Hand und sah ihn an. Er lächelte mit dieser ruhigen Freude, die ich schon bei unserer ersten Begegnung in seinen Augen gesehen hatte.

"Es ist für uns beide das erste Mal, dass wir durch das Tor des ,Beginns' gehen ... nicht wahr?!", fragte ich ihn.

"Ja, an diesem Punkt des Spieles war ich noch nie ..."

"Warum ... Du bist doch schon länger als ich unterwegs?"

"Ich habe noch nicht die Frau gefunden, mit der ich einen ,Beginn' erleben darf, und ich bin froh, dass du gekommen bist, um diesen Weg zu teilen."

Ich sah auf das weiße Band an meinem Handgelenk. Leicht und zart lag es auf meiner Haut. Martin hatte es mir als Zeichen angelegt, dass er mit mir weitergehen wollte. Weitergehen mit mir in einem Leben, das erfüllt sein sollte von Neugier und Offenheit und Lust auf eine Zukunft, die wir gemeinsam erschaffen wollten.

Ich hatte ihm das gleiche weiße Band um seinen Arm gebunden. Es war mein Versprechen an ihn, in jedem Augenblick, den wir gemeinsam erleben sollten, wach zu sein und offen für jede gemeinsame Prüfung, die das Leben für uns bereithalten würde.

"Dann lass uns gehen", sagte ich und nahm seine Hand.

Wir wanderten durch eine weite Ebene. Hoch am Himmel stand die Sonne. Wieder stand sie in einem nachtblauen Himmel, an dem Myriaden von Sternen leuchteten. Ich erinnerte mich daran, dass dieser eigenartige, fremde und vertraute Himmel auch über mir gewesen war, als ich meiner Freundin und Führerin Kajowa zum ersten Mal begegnet war.

Das Bild der Gleichzeitigkeit von Tag und Nacht, von Hell und Dunkel, war eines der ersten Beispiele gewesen, die mir Kajowa gezeigt hatte. Sie wollte meinen Geist daran erinnern, dass alles, was wir erleben, zwei Seiten an sich hat. Zwei Pole, die sich zum Ganzen verbinden: Dieses erste Bild der Sonne des Tages und der Sterne der Nacht, die in jedem Augenblick nebeneinander und ineinander existieren, war der erste Schritt gewesen in dem Spiel, das mich zum Paradies geführt hatte.

Nun war es wieder da. Wieder lag eine Aufforderung vor mir. Aber diesmal durfte ich gemeinsam mit einem anderen Menschen auf die Suche gehen. Mit Martin.

Nach einer Weile, in der wir langsam weitergegangen waren und den warmen weichen Wind auf unserer Haut gespürt hatten, kamen wir an einen Strand. Vor uns lag ein weites, ruhiges Meer. Langsam rollten die niedrigen Wellen kleine Muscheln hin und her und weit draußen am Horizont schwebten ein paar weiße Wolken über den Himmel ...

Ich zog meine Schuhe aus und ging durch das Wasser, das warm um meine Beine spielte.

"Da vorne ist etwas ...", sagte Martin und zeigte zu einer breit geschwungenen Bucht. Wir gingen weiter und kamen zu einem großen weißen Holzhaus. Es erinnerte mich an Häuser, die ich in alten Filmen gesehen hatte, die in den US-Südstaaten spielen. Große, breite Holzstufen führten zu einer Terrasse. Sie war von einem Geländer umgeben und weiß gestrichene Holzsäulen trugen ein Dach, das einen kühlen Schatten auf die abgetretenen Holzbretter des Bodens legte.

Die Fenster und die zwei Flügel der Eingangstüre standen weit offen.

Martin und ich gingen langsam über die Terrasse, und die Bretter des Bodens knarrten ein wenig. Das Haus schien leer zu sein.

In der Mitte des Wohnzimmers stand ein breiter, langer Holztisch mit drei Stühlen, an den Wänden waren Bücherregale bis unter die Decke.

Auf dem Boden vor einem der Regale saß ein Junge und las in einem großen, schweren Buch mit einem Einband aus hellbraunem Leder.

"Marcello?!"

Martin rief den Namen und ging langsam auf den Jungen zu. Er blickte hoch und schlug das Buch zu und stand auf.

"Martin! ... Da seid

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