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Beim nächsten Mann links abbiegen Roman von Martini, Caro (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.04.2015
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Beim nächsten Mann links abbiegen

Volle Fahrt ins Glück

Lucie Stein ist fleißig, hübsch und liebenswert - im Leben, in der Liebe und vor allem beim Autofahren allerdings etwas orientierungslos. Als sie auf dem Flohmarkt ein gebrauchtes Navi ersteht, begrüßt es sie gleich beim ersten Einsatz mit den Worten: "Hallo, Lucie, wo soll es denn hingehen?" Und führt sie dann freundlich, aber sehr bestimmt überallhin - nur nicht an das angegebene Ziel. In Lucies Leben geht es ab sofort drunter und drüber. Das geheimnisvolle Gerät mit der höchst angenehmen George-Clooney-Stimme scheint jedoch ganz genau zu wissen, wo das Glück zu finden ist. Denn eines Tages heißt es tatsächlich: "Lucie, du hast dein Ziel erreicht!"

Caro Martini studierte englische und deutsche Literatur in Leipzig und London. Seit ihrer Jugend ist sie süchtig nach Büchern und hat schließlich selbst mit dem Schreiben begonnen. Wenn sie gerade nicht schreibt, kümmert sie sich um die zahlreichen Lebewesen in ihrem Haus: Kinder, Mann, Mops, Schäferhund, Katze, Igel und eine sich ständig ändernde Anzahl von Koi-Fischen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 23.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423426350
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Größe: 995kBytes
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Beim nächsten Mann links abbiegen

Die Stimme von George Clooney

Manche Leute kriegen echt nichts mit. Ich meine, an Professor Engelbrechts Tür steht groß und breit: Sprechzeiten Mittwoch und Donnerstag von 13 . 00 Uhr bis 16 . 00 Uhr. Und was war heute? Dienstag. Und wer kam da gerade den Flur entlanggeschlurft im erdbraunen Wollrock, dazu eine Art Schal um den Leib gewickelt wie eine Nomadin in der Wüste, die hennaroten Haare mit knubbeligen Flechtzöpfchen durchwirkt? Juliane Schmieder, größte Öko-Schnepfe vor dem Herrn und Studentin der Soziologie, Anglistik und Erziehungswissenschaften im gefühlten 24 . Semester. Sie war bestimmt fast so alt wie ich, Ende zwanzig, wir waren jedenfalls beide schon seit sechs Jahren an der Uni. Ich als Sekretärin von Professor David Engelbrecht, dem klügsten, charmantesten und mit vierzig Jahren auch definitiv jüngsten Spezialisten für altenglische Literatur - der nebenbei gesagt auch noch als Model hätte durchgehen können -, und Juliane als Studentin. Professor Engelbrecht, der gerade aus seiner Tür schräg gegenüber trat, wedelte bei ihrem Anblick abwehrend mit den Händen und verschwand sofort wieder. Halt mir bloß diese Schlaftablette vom Leib , bedeutete das, und ich wusste, was ich zu tun hatte.

"Der Professor ist nicht da", rief ich Juliane schon von weitem zu, damit sie gar nicht erst auf die Idee kam, sich hier häuslich niederzulassen.

"Ach nee, echt?", sagte sie verwundert. "Das ist aber jetzt blöd. Ich hab da nämlich echt ein Problem mit meiner Magisterarbeit."

"Tja, das ist echt blöd", erwiderte ich und schielte auf meine Uhr. Ich hatte gleich Mittagspause. Meine Freundin Charlie wartete auf mich, sie wollte unbedingt mit mir ins Koketto gehen, diesen tollen neuen Klamottenladen, von dem wir so viel gehört hatten. "Da müssten Sie zu den Sprechzeiten wiederkommen."

"Ach Mann, was mach ich denn jetzt? Sie sind doch seine Sekretärin?" Juliane ließ sich nicht abwimmeln. Sie fixierte die Tür von Professor Engelbrecht wie die Schlange das Kaninchen. Hoffentlich blieb er noch ein Weilchen, wo er war. "Wissen Sie vielleicht, wie oft man die Magisterarbeit verlängern darf? Ich schaff das echt nicht. Und ich glaube, das Thema liegt mir auch nicht so richtig. Der Streit der Eule und der Nachtigall in der frühmittelenglischen Literatur. Das ist so ..." Sie zupfte bekümmert an ihrem Zeltgewand herum. "So vogellastig irgendwie. Ich meine, ich mag ja Vögel", setzte sie hastig hinterher. "Ich bin Veganerin, ich liebe alle Tiere, aber eben echt nicht diese Nachtigallen im Mittelalter ..." Sie seufzte.

Aus den Augenwinkeln bemerkte ich es. Die Türklinke senkte sich. In wenigen Sekunden würde Professor Engelbrecht mit dieser schrecklichen Person zusammenprallen, sie würde ihre Krakenarme nach ihm ausstrecken und ihn in einen lähmenden Monolog über die fünfzehnte Verlängerung ihrer Magisterarbeit und über Geflügel im Mittelalter verwickeln. Zeit für meinen Einsatz.

"Der Professor ist leider erst morgen wieder da", sagte ich laut.

Juliane zuckte zusammen und die Klinke hielt inne. Sie sah mich beleidigt an. "Na, dann muss ich wohl morgen noch mal kommen. Weiß echt nicht, ob ich das schaffe."

Ich sah ihr nach, wie sie davonschlurfte. Zwei Sekunden später huschte Professor Engelbrecht aus seinem Zimmer.

"Ach, Frau Stein, wenn ich Sie nicht hätte!" Er zwinkerte mir zu, und wie immer grinste ich automatisch zurück. Ich konnte gar nicht anders.

"Wie kann ich das nur je wiedergutmachen?"

Oh, ich wüsste da eine ganze Menge, dachte ich. Du könntest endlich aufhören, mich "Frau Stein" zu nennen. Ich nenne dich ja auch David. In Gedanken jedenfalls. Du könntest mich auf einen Drink einladen, du könntest dich dabei zurücklehnen und die Arme hinter

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