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Benni wusste es nicht von Palm, Sven (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.12.2016
  • Verlag: TWENTYSIX
eBook (ePUB)
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Benni wusste es nicht

Benni wusste es nicht erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der verzweifelten Mitzwanzigern die Chance bietet, ihr Heil in ihren sexuellen Abenteuern zu finden. Benni selbst scheint jedoch an der Last seiner Depression den Verstand zu verlieren. Momente seines Lebens geraten in Vergessenheit und trotz einer neuen Liebe in seinem Leben, findet er keine Ruhe von den Erinnerungen an seine psychisch labile Exfreundin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 233
    Erscheinungsdatum: 14.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740725679
    Verlag: TWENTYSIX
    Größe: 274kBytes
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Benni wusste es nicht

1

Benni wusste nicht, wie er hierherkam.

Die Luft war eisig und ihm war kalt. Die hochprozentigen Getränke in seinem Magen konnten ihn nicht länger warmhalten. Im tiefen Urwald der nächtlichen Innenstadt hatte er sich verlaufen, herausgeputzt mit der neuesten Mode, die man ihm angedreht hatte, als er leichtgläubig auf den fachmännischen Rat des Modeverkäufers vertraute. Er hatte keine Ahnung von Fashion und Lifestyle und keine Zeit, sich mit den französischen Mode-Gaultiers dieser Welt zu beschäftigen. Benni stand in einer Schlange vor einem offensichtlich angesagten Club und bedauerte die Mädchen, die sich in kurzen Röcken und Kleidern ihre faltigen Hintern auf Minusgrade herunterfroren. Um ihn herum versuchten Straßenlaternen und Schaufensterbeleuchtungen, die Stadt wachzuhalten. Eine Stadt, die niemals schlafen durfte. Sie konnte einem leidtun.

Die Werbeplakate ersetzten Anstriche und Tapeten, und die Flut an Konsumgütern in den Fensterdioramen führte zu Schwindelgefühlen und epileptischen Anfällen. Um ihn herum überragte ein Gebäude das nächste und die Türme der Einzelhandelsketten verdeckten immer mehr den Blick auf den sternenklaren Himmel. Die anmutig leuchtenden Himmelskörper waren nur noch schwer zu erkennen. Künstlich erzeugter Technikschrott ersetzte die Naturspektakel unseres Universums. Halogenlampen wurden zu den Gestirnen des 21. Jahrhunderts. Der Trend war unaufhaltsam.

Der Arbeitsalltag hatte für diese Woche sein jähes Ende gefunden und die Zeit zum Feiern begann für die hier anwesenden Leute mit einem schier endlosen Konsum alkoholhaltiger Produkte. Nun konnte hemmungslos auf den Putz gehauen werden und Benni durfte wieder einmal Zeuge dieses wöchentlichen Spektakels werden. Die Kirchturmuhr dröhnte. Es war ein Uhr.

"Was machen die denn noch hier draußen?", fragte Marv, der direkt neben Benni stand. Marv sah ein paar Mädchen hinterher; wie sie in hautengen Klamotten die Fußgängerzone auf Zehn-Zentimeter-Absätzen entlangstolperten. Mit Nylonstrümpfen und herausblitzenden Push-Up-BHs schlichen sie durch die Straßen wie kleine Kätzchen.

Marv schüttelte den Kopf. Sein volles schwarzes Haar folgte geschmeidig seinen Bewegungen. Mit seiner leichten Bräune, seinen tiefblauen Augen und seiner strammen Brust, die aus seinem aufgeknöpften Hemd ragte, wollte er mächtig Eindruck schinden. Hin und wieder fing er die Blicke lüsterner Mädchen ein. Er war bereit für den Abend.

"Ich sag es dir Benni: Die Mädchen werden immer schlampiger. Kein Sinn mehr für Klasse. Da fehlen die Normen, der Glanz", fluchte Marv mit leicht erregter Stimme. "Egal wohin man sieht, alle werden billiger. Das ist eine verdammte Schande! Der ganze Moralkram macht eine Frau erst zu etwas Besonderem. Ich hab noch nie etwas Schöneres gesehen als eine Dame. Ich meine, so eine richtige Dame. Eine Dame, die weiß, was sie hat, und die es nur ganz bestimmten Männern zeigt. Doch heutzutage sieht man alles schon beim ersten Treffen. Eine verdammte Schande ist das!"

Es war ein gewohnt sinnloses Gespräch, um unschönes Schweigen zu vermeiden.

"Was ist mit den Männern?", fragte Benni.

"Alles Assis! Aber kein Wunder! Glaubst du, die Frauen interessieren sich noch für Kavaliere? Ich sage es dir: Eine Frau muss erst oft genug an die falschen Kerle geraten, bevor sie die wahren Prinzen erkennt. In den ersten fünfunddreißig Jahren steigen die mit lauter Fröschen in die Kiste. Solchen Typen, die unglaublich selbstbewusst und cool sind; die kein Interesse an ihr zeigen, nie anrufen und ständig betrunken mit ihren Freunden abhängen. Eventuell fremdgehen. Je nachdem. Und erst, wenn die Wunden groß genug sind, die Seele so sehr von Mistkerlen geschändet ist, erst dann öffnen sie ihr Herz für die lieben Kerle."

Benni nickte. Marvs soziologische Analysen interessierten ihn nur wenig. Keine Zustimmung, kein Widerspruch. Marv wollte nur gehört werden, nicht

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