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Berühre mich. Nicht. von Kneidl, Laura (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.10.2017
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
9,99 €
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Berühre mich. Nicht.

Sie dachte, dass sie niemals lieben könnte. Doch dann traf sie ihn ... Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts - kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint, und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt dies ihr Herz gefährlich schneller schlagen ... Sage und Luca - DIE große Liebesgeschichte des Winters! Laura Kneidl wurde 1990 in Erlangen geboren und entwickelte bereits früh in ihrem Leben eine Vorliebe für alles, was mit dem Schreiben zu tun hat. Inspiriert von zahlreichen Fantasy-Romanen begann sie 2009 an ihrem ersten eigenen Buchprojekt zu arbeiten, seitdem wird ihr Alltag von Büchern, Katzen und Pinterest begleitet. Weitere Infos unter www.laura-kneidl.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 462
    Erscheinungsdatum: 26.10.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783736306097
    Verlag: LYX
    Serie: Sage und Luca Bd.1
    Größe: 2036 kBytes
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Berühre mich. Nicht.

1. Kapitel

Ich habe keine Angst.

Die Angst ist nicht real.

In meinem Kopf wiederholte ich die Worte wieder und wieder in der Hoffnung, mein Verstand würde diese irrationale Empfindung eines Tages auslöschen. Nur war dieser Tag nicht heute.

Ich wischte mir die feuchten Handflächen an der Jeans ab und atmete tief ein und wieder aus. Die Luft in der Bibliothek war trocken und kühl von der Klimaanlage. Es roch nach Staub und dem Leim, der benutzt wurde, um beschädigte Buchrücken zu kleben.

"Was kann ich für Sie tun?"

Ich blinzelte und trat mit weichen Knien einen Schritt vor. Der Bibliothekar, der hinter der Theke auf meine Antwort wartete, hatte dunkles Haar, und ein Bartschatten umspielte seinen Kiefer, als hätte er am Morgen keine Zeit mehr gehabt, sich zu rasieren. Er hatte dicke Finger mit abgekauten Nägeln und trug einen Ehering aus Gold. Er lächelte mich an.

Ich erwiderte das Lächeln nicht, sondern ließ stattdessen eine Strähne meines braunen Haars vor mein Gesicht fallen. In der rechten Hand konnte ich das verräterische Kribbeln einer herannahenden Panikattacke spüren. Normalerweise wurden diese nicht von so alltäglichen Situatione wie dieser ausgelöst, aber die neue Umgebung förderte meine Anfälle. Ich schluckte schwer und wollte antworten, doch die Worte, die ich mir am Morgen zurechtgelegt hatte, kamen mir nicht über die Lippen. Unbeholfen deutete ich auf das Schild, das neben der Theke angebracht war: Aushilfe(n) für Magazin-Katalogisierung gesucht.

Der Bibliothekar musterte mich eingehend, und ich verfluchte das Semester, das offiziell erst in einer Woche beginnen würde. In diesem Moment hätte ich mir ausnahmsweise die Anwesenheit anderer Studenten gewünscht. Eigentlich mochte ich Menschenansammlungen nicht sonderlich, und für gewöhnlich mied ich sie, dennoch war ich lieber eine von vielen, anstatt im Mittelpunkt zu stehen. Doch mit Ausnahme einiger weniger Besucher war die Bibliothek leer und ich die einzige Person an der Infotheke, sodass der Bibliothekar nur mich ansehen konnte.

"Sie wollen sich für den Aushilfsjob bewerben?"

"Ja." Meine Stimme war ein heiseres Flüstern.

Hinter seiner Brille zog der Bibliothekar die Augenbrauen zusammen. Ich kannte diesen Ausdruck, ich hatte ihn schon auf Hunderten von Gesichtern gesehen. Sie alle hielten mich für durchgeknallt oder krankhaft schüchtern. Ich war weder das eine noch das andere, aber ich ließ die Leute gern in dem Glauben. Alles war besser, als wenn sie die Wahrheit kannten.

"Studieren Sie hier?"

Ich nickte.

Der Bibliothekar sah auf seinen Computerbildschirm. "Und wie heißen Sie?"

Mein Name.

Ich kannte meinen Namen.

Ich musste ihn nur aussprechen.

"Sage Derting."

Der Bibliothekar tippte ihn in das System. "Gefunden." Er runzelte die Stirn. "Sie haben keine aktuelle Adresse hinterlegt. Ich nehme an, Sie wohnen nicht mehr in Maine?"

Ich schüttelte den Kopf. Die Erinnerung daran, wie weit ich von Maine entfernt war, ließ etwas von meiner Panik weichen. Ziel meiner Reise war es gewesen, meinem alten Leben zu entkommen, und das war mir gelungen. Monatelang hatte ich meiner Flucht entgegengefiebert und alles in meiner Macht Stehende getan, um genügend Geld zusammenzukratzen, um hierherkommen zu können. Doch Benzin, Snacks, eine Übernachtung im Hostel, ein platter Reifen und ein Ölwechsel hatten mich auf der fast dreitausend Meilen langen Fahrt alles gekostet, und mein Kontostand näherte sich dem Nullpunkt. Deshalb brauchte ich diesen Job unbedingt. Ich hatte in der vergangenen Woche schon zu viele Absagen kassiert, um mir auch diese Chance entgehen zu lassen.

Ich räusperte mich. "Ich bin noch auf Wohnungssuche." Die Lüge kam mir leicht über die Lippen, und der Bibliothekar stellte sie nicht infrage.

Er wühlte unter der Theke, zog ein Formular hervor und schob es

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