text.skipToContent text.skipToNavigation

Besser Neurosen als gar keine Blumen von Müller-Wipfler, Katrin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.01.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
7,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Besser Neurosen als gar keine Blumen

Kate ist 31, hat eine nicht ganz perfekte Figur, dafür einen ziemlich guten Sinn für Humor, ein Faible für die deutsche Sprache und zwei recht spezielle Hunde - aber von einem Tag auf den anderen keinen Mann mehr. Nach 15 gemeinsamen Jahren hat Nils ohne ersichtlichen Grund plötzlich das Handtuch geworfen und Kate mit Haus, Hof und Vierbeinern alleine zurückgelassen. Damit steht die junge Dame plötzlich vor den schwersten Aufgaben ihres Lebens: Wie finde ich einen Mann, der mich so liebt, wie ich bin? Wie erziehe ich ohne Hilfe das cremefarbene Monster im Hundepelz? Und wie schaffe ich es, die Welt grammatikalisch ein ganz kleines bisschen besser zu machen, ohne dass alle mich für komplett bekloppt halten?

Katrin Müller-Wipfler, 1983 in Bruchsal geboren, hat Germanistik, Anglistik und Journalismus studiert und das Schreiben ist schon immer ihre große Leidenschaft. Sie ist Chefredakteurin eines Magazins für Pferdesport und reitet in ihrer Freizeit aktiv auch im Turniersport. Katrin Müller-Wipfler lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Hunden und vier Pferden in der badischen Provinz zwischen Heidelberg und Karlsruhe.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 06.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739265087
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 656kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Besser Neurosen als gar keine Blumen

-7-

Mein Bruder hatte es geschafft, mich zu überreden, essen zu gehen (Was zum einen bedeutete, dass ich mich aus der Lethargie losreißen musste, die mich seit einiger Zeit befallen hatte und die darin gipfelte, dass ich meist gegen 20 Uhr nach der Hunde-Gassi-Runde auf dem Sofa einratzte, nur um dann gegen 1 Uhr mit einem steifen Hals wieder aufzuwachen und mich noch die Treppe in den ersten Stock hochschleppen zu müssen. Natürlich nicht, ohne mich vorher abzuschminken, sofern ich mir überhaupt die Mühe gemacht hatte, mich zu schminken, weil ja sonst schließlich die Wimpern abbrachen. Zum anderen bedeutete es aber auch, dass ich meine Hunde alleine zu Hause lassen musste.

War ja grundsätzlich kein Problem bei dem Großen, meinem stattlichen afrikanischen Löwenjäger (der nichts lieber mochte als die dreibeinige Katze meiner Eltern, aber tatsächlich den Kamm stellte, wenn in der Glotze (Also früher. Zu Nils-Zeiten. Ich schaltete sie ja bekanntermaßen nie ein) eine Dokumentation über Löwen lief), der außer der Fernbedienung noch nie etwas zerstört hatte und auch gerne ein paar Stunden schlummerte, während ich meinem Broterwerb nachging.

Schwieriger wurde es da bei Bifteki, dem kleinen griechischen Teufel, der natürlich nicht wirklich Bifteki hieß, sondern Mielchen. (Benannt nach meinem Staubsauger, weil sie wirklich alles, und damit meinte ich alles, was nicht niet- und nagelfest war, wie ein Ameisenbär in sich aufsaugte, aber da meine griechischen Sprachkenntnisse sich auf die Speisekarte in griechischen Restaurants beschränkten und ich oft das Gefühl hatte, Deutsch würde sie nun wirklich nicht verstehen, haute ich ihr ab und an ein saftiges "Poli Oreo" um die Ohren).

Ihre große Leidenschaft war es, mich zu peinlicher Ordnung und Sauberkeit zu erziehen, indem sie alles, was ihrer Meinung nach nicht an einem adäquaten Platz stand oder lag, entweder fraß, komplett zerstörte oder verschleppte.

Aktuell fehlten beispielsweise meine Schuhe. Seit Tagen. Ich hatte ein Paar lila heißgeliebte Asics. Davon fehlte einer. Ich hatte ein Paar hellblaue heißgeliebte Asics. Davon fehlte einer. (Es fehlten zwei rechte. Ich konnte also nicht mal besonders kreativ sein und mir ein neues paar Schuhe bauen.) Ich suchte stundenlang und auf dem kompletten Grundstück und alles was ich gefunden hatte, waren so etwa 30 Kilo Nussschalen unter der Couch. Also vermutete ich, dass sich unbemerkterweise ein Eichhörnchen bei mir eingenistet hatte. (Tags zuvor hatte ich eins gesehen. Nein, nicht in meinem Wohnzimmer, sondern in der freien Wildbahn beim Gassigehen. Wer wusste schon, was das Monster dem kleinen Nager da auf Griechisch zugeraunt hatte? "Komm zu uns, da kannst Du fressen, so viel Du willst!")

Na ja, ich war jedenfalls mit meinem Bruder Franz in einem netten Restaurant, das er ausgesucht hatte. Franz hieß nicht wirklich Franz oder zumindest nur mit Zweitnamen, aber er hatte vor einiger Zeit beschlossen, lieber diesen zu benutzen. Zu Ehren unseres Opas, der ein herzensguter Mensch gewesen war und den wir beide sehr vermissten, aber auch um sich aus der Masse neumodischer Trendnamen wie Ian, Liam oder Kevin abzuheben.

Franz sah sehr gut aus (groß und dunkel), war nett und lustig und hatte sowohl abstruse Ideen (mit ungefähr sieben oder acht Jahren hatte er mal bei Wetten Dass - Gottschalk, als er noch witzig war - so tibetanische Kampfmönche gesehen, die mit bloßen Händen eine vier Meter dicke Mauer durchschlagen hatten und solches Zeug. Jedenfalls dachte Franz (nur dass er zu diesem Zeitpunkt noch nicht Franz hieß), was die können, kann ich schon lange, marschierte in den Garten und schlug sich einen Ast auf die Ömme. Also er sich, mochte ich noch mal betonen, nicht ich ihm. Musste ich extra erwähnen, dass es nicht funktioniert hat, er ohnmächtig war und eine hühnereigroße Beule auf der Stirn hatte? Fast noch besser war aber, was er am nächsten Tag in sein Tagebuch schrie

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.