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Beste letzte Tage von Rudolph, Ina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.01.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)

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Beste letzte Tage

Heide ahnt nichts von den kommenden Herausforderungen, als sie sich als Haushälterin für eine WG zweier 'Golden Girls' bewirbt - eine konfliktreiche Konstellation, denn sowohl Lieselotte, Ex-Operndiva, als auch Regine, einst misshandelte Ehefrau, haben jede ihr eigenes Päckchen zu tragen. Heide hingegen sieht in diesem neuen Job endlich die Chance zur Unabhängigkeit. Dann aber erkennt sie den wahren Grund dieser Alters-WG: gemeinsam in den Tod zu gehen. Heide will das nicht akzeptieren, das kann doch kein Ziel sein - das Leben hat doch trotz allem seinen Wert! So beginnen schließlich trotz aller Konflikte noch ziemlich beste letzte Tage für die drei Damen im bunten Herbst des Lebens ... Starke Frauen, schwarzer Humor, tiefe Gefühle - ein wahrhaftiger und traurig-schöner Roman über ein selbstbestimmtes Lebensende.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 24.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955304027
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1261 kBytes
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Beste letzte Tage

"Wir, na ja, wir haben es schreien hören." Lieselotte sah in die Menge wie jemand, der nachdenken muss. "Und Herr Schmitz meinte, wenn hier etwas laut wäre, käme es von Ihnen." Dies war das Zeichen für Herrn Schmitz. "Also. Das habe ich. So nicht. Und außerdem." Er wandte sich zur Gruppe, die das ihrerseits als Zeichen nahm, wieder in den Chor einzufallen. Lieselotte zwinkerte dem schmächtigen Herrn zu und hob ihre Hand. "Ich danke Ihnen aufrichtig für Ihre Anteilnahme. Sie sind großartige Nachbarn. Aber nun können Sie beruhigt wieder zu Bett gehen." Lieselotte räusperte sich. "Wie Sie wissen, singe ich hin und wieder. Und doch ist es, trotz meines hohen Alters, ganz und gar unmöglich, meinen Gesang mit einem ordinären Schreien zu verwechseln." Dabei bohrte sie einen vernichtenden Blick in die Augen von Herrn Schmitz. Dann winkte sie der Menge: "Gute Nacht allerseits und vielen Dank noch mal." Sie verzichtete auf geworfene Kusshände und schloss die Tür. Nach ein paar Schritten in den Flur musste sie sich plötzlich an der Wand abstützen. Du lieber Himmel. Sollten das Auswirkungen des Champagners sein? Ach was, sie hatte ihren Organismus mit Champagner erzogen. Zwei Flaschen auf einen ganzen Abend, das war nun wirklich kein Grund zur Sorge.
Regine keuchte, als Lieselotte den Salon wieder betrat. So lange die Luft anhalten, das war keine einfache Sache. "Wer war's?" Jede Faser ihres Körpers war in Spannung, in der Erwartung, dass Lieselotte sagen würde: "Na, dein Herrmann." Oder: "Die Polizei." Lieselotte winkte ab. "Tut's denn noch weh?" Regine hätte gern geschrien: Natürlich tut es weh. Irgendetwas tat immer weh. Der Magen, Schlaflosigkeit, die Nerven, blaue Flecken. Und seit sie ihre Familie ins Unglück gestürzt hatte, tat jeder einzelne Moment, den sie am Leben sein musste, weh. Regine atmete schwer und sagte nur: "Nicht sehr." Lieselotte ließ sich in ihren Sessel plumpsen. "Gut, gut." Sie schmiss die Arme über die Lehnen. "Und, was spricht die Expertin Heide? Wie geht's dem Knie?" Heide schreckte hoch. "Kühlen wär' noch gut." Heide schloss aus der Stille, die folgte, dass man einen etwas ausführlicheren Bericht von ihr erwartete."Also, ich kann nicht versprechen, dass da nichts gebrochen ist. Man sollte das mal röntgen lassen." Sie hörte Frau Hagedorn "Hm, tja" machen, und die kleine Frau lachte bitter auf. Heide hörte sie jedoch weder jammern noch stöhnen. "Brauchen Sie denn was gegen Schmerzen?" Lieselotte sprang für Regine ein, die vor sich hin starrte, ohne etwas zu sagen. "Der Champagner wird auch schon betäubt haben." Heide horchte auf. "Oh, Alkohol. Viel? Dann lieber keine Tabletten." Und sie brachte noch einen ihrer Leitsätze: "Wenn's auszuhalten ist, nimmt man einfach nichts." Lieselotte sah zu Heide. Sie sah anders aus, wenn sie so fachmännisch daherredete. "Du warst also Krankenpflegerin?" Heide schluckte. So hatte sie sich das gedacht. Da hat man einmal geholfen, und nun wurde das gleich wieder ausgenutzt. Das konnten sie sich abschminken, sie würde keine Sterbehilfe leisten. "Heide?" "Ja, Herrgott." "Dein ganzes Leben?" "Ja doch." "Wolltest du nie Ärztin sein?" Heide starrte vor sich hin. "Nie." Komisch, an so was hatte sie nie gedacht.

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