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Bilanz des Todes von Erler, Lukas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.03.2013
  • Verlag: Kein & Aber
eBook (ePUB)
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Bilanz des Todes

Als in der Arktis das Forschungsschiff Polar Sun spurlos verschwindet, sind Thomas Nyström und Anna Jonas mehr als besorgt - an Bord ist ihr Freund, der Meeresbiologe Volker Meiners. Nur widerwillig ist Nyström deshalb bereit, sich vorrangig mit dem Fall eines geheimnisvollen Fremden zu befassen, der ohne Gedächtnis in München aufgegriffen wurde. Doch plötzlich steht ein entsetzlicher Verdacht im Raum: Ist sein Klient ein Killer? Und was hat er mit jener mysteriösen Firma zu tun, die in Nyströms Vergangenheit eine so mörderische Rolle spielte? Die Suche nach den Hintermännern führt Thomas Nyström nach Brüssel, und hoch über den Dächern der europäischen Hauptstadt beginnt ein brutale Katz-und Maus-Spiel mit tödlichen Konsequenzen...

Lukas Erler, Jahrgang 1953, studierte Soziologie, Philosophie und Sozialgeschichte in Marburg und absolvierte dort eine Ausbildung zum Logopäden. Er arbeitete als Soziologe in der Stadtentwicklungsplanung und ist seit über zwanzig Jahren als Logopäde in der neurologischen Rehabilitation tätig. Lukas Erler lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Nordhessen. Sein erster Roman "Ölspur" erschien 2010. "Mörderische Fracht" folgte 2011 und "Bilanz des Todes" rundete 2013 seine Krimi-Trilogie ab.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 13.03.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783036992266
    Verlag: Kein & Aber
    Größe: 2877 kBytes
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Bilanz des Todes

DREIUNDZWANZIG

E r starrte eine Weile vor sich hin.

"Ich werde Ihnen helfen", sagte er schließlich, "aber nur, wenn Sie einen einigermaßen vernünftigen Plan mit einem Minimum an Erfolgsaussicht vorweisen können. Für ein Kamikaze-Unternehmen stehe ich nicht zur Verfügung. Und wir spielen nach meinen Regeln. Wenn ich sage: Ziehen Sie den Kopf ein und bleiben Sie in Deckung, dann ziehen Sie den Kopf ein und bleiben in Deckung!"

Ich nickte widerwillig.

Verlaine gab der Dame aus Kamerun ein Zeichen, drückte ihr die Genever-Flasche in die Hand und bestellte Espresso.

"Können Sie noch Auto fahren?"

"Kein Problem", sagte ich.

"Wir fahren jetzt zu Ihrer Unterkunft, holen Ihre Sachen und kommen anschließend hierher zurück. Sie dürfen nicht länger in Hotels übernachten, wenn Sie weiterhin abtauchen wollen. Dort wird man zuerst nach Ihnen suchen. Ich habe den Schlüssel für eine Wohnung hier im Matongé-Viertel. Sie steht leer. Die Besitzerin ist eine Freundin von mir. Eine finnische EU -Kommissarin, die zurzeit in Indien herumreist. Sie können dort mindestens eine Woche wohnen. Telefonieren Sie so wenig wie möglich, und benutzen Sie keine Kreditkarten. Wenn Sie nicht genug Bargeld haben, gebe ich Ihnen, was Sie brauchen. Ihre Sachen werde ich aus dem Hotel abholen."

Er zog sein Handy heraus, ließ sich über die Auskunft mit dem Hotel in der Rue Berckmans verbinden und reichte mir das Telefon.

"Hier ist Nyström", sagte ich, "Zimmer 28. Ich muss überraschend abreisen und schicke jemanden vorbei, der meine Rechnung bezahlt und das Gepäck holt. Er wird sich als David Verlaine ausweisen. Merci. Au revoir."

"Und jetzt lassen Sie uns abhauen", sagte Verlaine. Er legte einen Geldschein auf den Tisch, warf der Kellnerin eine Kusshand zu, die mit einem gar nicht mal so unnahbaren Lächeln quittiert wurde, und rauschte aus der Bar. Draußen war es bereits dämmerig geworden, und ein feiner Nieselregen hing wie Dunst in der Luft.

Verlaines Auto, das er eine Querstraße entfernt geparkt hatte, war ein roter Triumph Spitfire aus den Siebzigern, dessen Anblick mein Herz höherschlagen ließ. Mit Erleichterung registrierte ich, dass das Lenkrad sich auf der linken Seite befand.

"Fahren Sie vorsichtig", sagte Verlaine und warf mir die Schlüssel zu, "ich leihe ihn sonst nie jemandem."

Ich versprach es ihm, startete den Wagen und genoss in dem extrem tiefen Sitz das unverwechselbare Spitfire-Gefühl, mit dem Hinterteil direkt über den Straßenbelag zu radieren. Als ich in die Rue Berckmans einbog, dirigierte Verlaine mich an den Bordsteinrand.

"Warten Sie hier. Den Rest des Weges gehe ich zu Fuß."

Eine Viertelstunde später kam er zurück. Er stopfte meinen kleinen Koffer hinter den Beifahrersitz, ließ sich neben mir nieder und deutete mit dem Daumen hinter sich.

"Drehen und zurück ins Matongé. Die haben Sie schon aufgespürt. Vier Mann in zwei Autos an der Vordertür. Auf der Rückseite des Hotels wird auch jemand stehen."

"Polizei?"

"Glaub ich nicht. Wir müssen hier weg. Allez vite! "

Ich wendete den Spitfire, trat das Gaspedal durch, und der kleine Wagen schoss mit einem hellen Röhren die Straße hinunter. Verlaine lehnte sich zurück und fluchte auf Französisch vor sich hin, bis wir unser Ziel erreicht hatten.

" Merde, merde, merde , wie konnten die Sie so schnell finden?"

Man mochte von ihm denken, was man wollte: Er stellte jedenfalls die richtigen Fragen.

VIERUNDZWANZIG

V erlaines finnische Freundin hieß Riikka Markkanen. Zumindest stand das auf dem Schild über dem Klingelknopf. Er schloss die Haustür auf, und wir gingen hinein. Die Wohnung lag im Erdgeschoss eines leicht heruntergekommenen Mehrfamilienhauses und bestand aus zwei Zimmern mit Küche und einem winzigen Bad. Sie war mit einem gemütlichen Sammelsurium von hellen s

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