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Bis ans Ende der Nacht ... von Blake, Maya (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.04.2015
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Bis ans Ende der Nacht ...

'Bleib heute Nacht bei mir!' Der Fremde in der Bar mustert Perla voller Verlangen. Sie ist gebannt von seiner männlichen Aura - und von jener Traurigkeit, die sie zu vereinen scheint. Alles in ihr drängt danach, sich dem attraktiven Griechen hinzugeben und für eine Nacht ihre Ehe zu vergessen, die keine war. Arions zärtliche Küsse zeigen ihr ein ungekanntes Paradies - trotzdem stiehlt sie sich im Morgengrauen davon. Doch drei Tage später steht Perla ihm unerwartet wieder gegenüber: Beim Begräbnis ihres Mannes, der Arion angeblich um ein Vermögen gebracht hat ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 14.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733701567
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 713 kBytes
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Bis ans Ende der Nacht ...

1. KAPITEL

Der Parkplatz war genauso still, wie sie gehofft hatte. Perla Lowell saß in ihrem geliebten Mini Cooper und spielte auf der Suche nach den richtigen Worten nachdenklich mit ihrem Stift.

Vier magere Zeilen. Mehr hatte sie in den vergangenen zwei Stunden nicht zustande gebracht. Mühsam schluckte sie ihre wachsende Verzweiflung hinunter. In drei Tagen würde sie vor Freunden und Familie eine Rede halten müssen ... und ihr fehlten einfach die Worte.

Das stimmt nicht ganz. Sie hatte schon Worte, nur klangen sie leider nicht wahr. Denn die Wahrheit ... nein, die konnte und durfte sie niemals preisgeben. Seit drei Jahren war ihr ganzes Leben eine einzige große Lüge. Kein Wunder, dass ihre Hände wie verrückt zitterten, sobald sie zum Schreiben ansetzte. Und dass ihr Herz stolperte, wenn sie sich vorstellte, wie schwierig es in Zukunft werden würde, den Schein aufrechtzuerhalten.

Aber was blieb ihr für eine Wahl? Wie könnte sie Güte mit Erniedrigung vergelten? Etwas anderes zu sagen oder zu tun als das, was man von ihr erwartete, würde eine Katastrophe nach sich ziehen, der sie nicht gewachsen war.

Wut mischte sich in ihre Verzweiflung, und sie zerriss das Papier vor sich in zwei Hälften. Das Geräusch zerschnitt die Stille der Nacht, und allmählich brannten die Tränen, die sie so lange zurückgehalten hatte, schmerzhaft in ihrem Hals.

Ihre Hände schienen ein Eigenleben zu führen und zerpflückten das Papier zu Konfetti. Dann öffnete sie die Finger und ließ alle Schnipsel zu Boden regnen. Vergeblich wartete sie darauf, dass die Tränen endlich flossen, doch nichts geschah. Sie blieben dort verschlossen, wo sie schon seit zwei Wochen lauerten und Perla quälten.

Sie wären unaufrichtig, denn tief in ihrem Inneren war Perla ... erleichtert. Dabei müsste sie am Boden zerstört sein. Wie tief war sie eigentlich gesunken?

Ganz langsam legte sie die Hände in den Schoß und starrte blind durch die Windschutzscheibe. Direkt vor ihr befand sich die kürzlich mit mehreren Millionen Dollar aufpolierte Macdonald Hall in all ihrer urenglischen Pracht und mit ihrem exklusiven Club, der Mitglieder nur auf persönliche Empfehlung hin aufnahm. Gleich hinter dem imposanten Gebäude befand sich der dazugehörige, hochherrschaftliche Golfplatz.

Allein die Cocktailbar dieses Etablissements war dem öffentlichen Publikum zugänglich, und zwar von sieben Uhr abends bis Mitternacht.

Perla atmete tief durch und betrachtete die Papierfetzen neben ihren Füßen. Ihr schlechtes Gewissen erwachte, als ihr bewusst wurde, wie gut es sich anfühlte, endlich loszulassen. Nur dieses eine Mal, in diesem einen kostbaren Moment, wollte sie sich nicht zurückhalten ... wollte nicht mehr jedes Wort und jedes falsche Lächeln auf die Goldwaage legen, während sie innerlich ihr Schicksal verfluchte. Sie wollte normal sein ...

Allerdings würde dieses Gefühl nicht lange anhalten. Perla musste nämlich noch die nächsten Tage überstehen.

Resigniert griff sie nach ihrer Tasche.

Hier war sie weit genug von zu Hause entfernt, niemand würde sie erkennen. Deshalb war sie ja auch über eine Stunde lang gefahren - um einen ruhigen Platz zu finden, an dem sie nach den richtigen letzten Worten suchen konnte. Aber sie war noch nicht bereit dazu, sich der Realität zu stellen, die verständnisvollen Gesten ihrer Mitmenschen anzunehmen oder ihre fragenden Blicke zu ertragen.

Entschlossen starrte sie die Macdonald Hall an. Nur einen Drink! Dann würde sie zurückfahren und den morgigen Tag in Angriff nehmen.

Hastig kramte sie ihre Bürste hervor und versuchte, ihre widerspenstigen Locken zu zähmen. Anschließend trug sie etwas Lippenstift auf. Scharlachrot war eigentlich nicht ihre Farbe, sie hatte diese Kosmetikprobe gratis zu einer Zeitschrift bekommen. Normalerweise würde sie es nicht wagen, sich derart auffällig zu schminken. Sie fand diese Aufmachung zu

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