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Blumen und Bücher von Amantay, Didar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.02.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Blumen und Bücher

In diesem Roman sucht der Schriftsteller Alischer, wie auch die deutschen und französischen Schriftsteller und Existenzialist-Philosophen des 20. Jahrhunderts (Franz Kafka, Albert Camus, Jean-Paul Sartre, Friedrich Nitzsche, Martin Heidegger u.a.), nach dem Sinn des Lebens, aber er findet ihn nicht. Er kann weder an Gott glauben, noch ihn verneinen und lebt daran leidend am Rande des Lebens und des Todes. Seiner Meinung nach ist der Geist das Bewusstsein. Damit der Geist nicht stirbt und von Generation zu Generation fortgesetzt wird, müsste das Bewusstsein, das die Erkenntnis und das Wissen umfasst, von Generation zu Generation über das Buch übergeben werden. Das, was Alischer schreibt, wird in Form eines Buches im Inneren des Romans angeboten. Alischers Hauptziel als Schriftsteller ist, die Geschichte alter Turkvölker wieder zu schreiben. Sein Vorhaben will er auf mythologische Weise verwirklichen. Dabei versucht er, die geschichtliche Einheit des türkischen Bewusstseins wiederzubeleben. Aber dabei stößt er auf die Krise des metaphysischen Bewusstseins. Von ihm werden drei Fragen aufgeworfen: das geschichtliche Bewusstsein alter Turkvölker, das metaphysische Bewusstsein der Menschheit, die Entwicklung und die Zukunft der vollkommenen Prosa. Er versucht, seine Gedanken über diese drei Dinge durch die Verbindung der Sprache, der Form und des Stils zu berichten. Alischer schreibt in der Umgebung der Blumen und der Bücher. Die Blumen und die Bücher teilen auch seine Einsamkeit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 204
    Erscheinungsdatum: 19.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741246784
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 459kBytes
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Blumen und Bücher

DER STERN SUMBILE

Wir haben die Wohnung zu dritt verlassen. Das Morgenrot steigt langsam im Osten. Ainasch trägt einen kurzen Jeansrock und ein rotes, weites T-Shirt. Sie geht in der Mitte. Auf ihrer anderen Seite geht die dunkelhäutige, große Aitolkyn. Ihr Gesichtsausdruck ist mild. Wir gehen langsam und träge die lange Hauptstraße entlang.

Ich habe gute Laune. Aber die Reisetasche auf meinen Schultern drückt mich bei jedem Schritt. Bald halten wir ein Taxi an, steigen ein und das Auto rollt sehr schnell über den glatten Asphalt. Das Taxi biegt von der Timirijasew-Straße in die Kosmonawtow-Straße, fährt diese entlang und erreicht die Tole Bi-Straße. Dort biegt es links ab und fährt geradeaus weiter.

Aitolkyn sitzt vorne beim Fahrer, Ainasch sitzt neben mir. Ihr dickes schwarzes Haar fällt ihr bis auf die Schultern und dort ist es gerade abgeschnitten. Sie hebt die Hand und streicht das Haar in den Nacken. Sie trägt einen goldenen Ohrring in der Form eines Mondes. Sie schaut mich an und lächelt. Sie hat keine großen Augen, ihre dünnen Brauen erinnern an Schwalbenflügel. Wenn sie lächelt, verengen sich ihre Augen leicht und sie wird noch hübscher. Ich blicke sie auch lächelnd an.

"Mein Gesicht glüht", sagt sie.

"Das sehe ich", antworte ich.

"Letzte Nacht habe ich gut geschlafen", bemerkt sie seufzend.

Darauf ich: "Das glaube ich, du bist so schön geworden."

"Danke."

"Meine Seele hat dich die ganze Nacht vermisst", gestehe ich.

Sie lacht. "Wir haben doch in einem Zimmer geschlafen."

"Vielleicht habe ich dich gerade aus diesem Grund vermisst."

Sie mustert mich. "Ich konnte lange nicht einschlafen, denn ich dachte daran, was ich machen würde, wenn du zu mir kommen würdest."

"Und ich dachte daran, wie ich zu dir kommen könnte."

Ainasch lächelt wieder. "Bist du schon mal in Kapschagay gewesen?"

"Nein, ich komme ja nicht von hier."

"Woher kommst du?"

"Aus Karagandy."

"Das muss eine schöne Stadt sein, oder?"

"Eines Tages nehme ich dich mit für immer und du siehst sie selbst."

Nachdem das Auto den Sairan-See erreicht hat, fährt es noch ein Stück weiter, dann biegt es links ein und hält. Wir steigen aus, vor uns steht das große zweistöckige Haus des Busbahnhofs. Wir gehen zum Busbahnhof. Die Reisenden nach Kapschagai steigen gerade in den Bus ein. Ich kaufe Fahrkarten und wir nehmen eilig alle drei im Bus Platz. Der Bus wartet noch eine Weile, aber da es keine weiteren Fahrgäste gibt, fährt er schließlich langsam rückwärts und verlässt dann den Parkplatz. Er fährt den bekannten Weg und rollt im typischen Bustempo vorwärts. Ainasch lehnt ihren Kopf an meine Schulter. Sie schaut durchs Fenster. Ihre weiche Hand sucht meine, findet sie und sie beruhigt sich. "Möchtest du ein Bier?", frage ich.

Sie schüttelt ihren Kopf. "Habe keine Lust."

"Ein anderes Getränk?"

"Habe keinen Durst." Sie schließt ihre Augen.

Der Bus schaukelt langsam. Ich will auch schlafen und schlafe kurz darauf tatsächlich ein. Als ich wieder erwache, steht der Bus und surrt vor sich hin. Alle steigen aus. Ainasch schnauft leise im tiefen Schlaf. Ich halte sie im Arm und ziehe sie leicht zu mir. "Ainasch", flüstere ich.

Sie wacht auf. "Sind wir schon angekommen?"

"Ja. Brauchst du ein Taschentuch?"

Sie nickt. Ich ziehe ein Taschentuch aus meiner Manteltasche und gebe es ihr. Sie holt einen kleinen Spiegel heraus, betrachtet sich im Spiegel und wischt mit dem Taschentuch unter den Augen herum. Wir steigen ganz zum Schluss aus. Als wir den Bus verlassen haben, werden unsere Körper vom leichten Wind umhüllt.

"Was machen wir jetzt?", fragt Ainash.

"Wir müssen jetzt ein Taxi finden", antworte ich und gehe zu einem Auto, das abseits steht. Ich klopfe ans Fenster und öffne die Fahrertür. Der Fahrer sieht mich an. Ich frage: "Würden Sie uns zum See bringen?"

Er

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