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BLUTTRAUM von Cornelius, Marko (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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BLUTTRAUM

Der geistesgestörte Arzt Dr. Charles Greater, alias Buddy, zieht mordend durch Ligurien. Nachdem er auf der Flucht aus einer Nervenheilanstalt in Genua zeitweise das Bewusstsein verloren hat, wird ihm von seinem Alter Ego eine neue Identität anbefohlen. In einen Delirientraum verfallend, wird er als Ngabu-Nganba wiedergeboren und begibt sich zusammen mit seinem Mitstreiter Hieronymus Hüssgen, den er aus einem mittelalterlichen Gefängnis befreit hat, auf einen gnadenlosen Rachefeldzug. Losgelöst von sämtlichen Naturgesetzen spüren sie die vermeintlichen Verderber des Menschengeschlechtes in deren Schlupfwinkeln auf und richten sie allesamt nach deren mutmaßlichen Vergehen; wobei die zu Anfang heroische Absicht die Welt zu läutern in einer Apokalypse grenzenlosen Ausmaßes gipfelt, aus der nur Ngabu-Nganba und Hieronymus am Ende unbeschadet hervorgehen. Aus seinem Monumentaltraum erwacht, wird Buddy nach einem weiteren Mord erneut festgenommen und wieder in die Anstalt verbracht. Nach erfolgloser Behandlung geling ihm jedoch abermals die Flucht. Mit neuen Mordplänen bewaffnet zieht er in die Welt hinaus; eingedenk der Worte Vojvods, eines seiner Opfer im Traum, der prophetisch weissagte: Das Böse stirbt nie! Geboren 1970 in München, lebt er verheiratet ebendort. Seine Leidenschaft gilt sowohl den Klassikern der Dunklen Phantastik als auch den Vertretern der modernen Horrorliteratur. Neben seinem Beruf begann er 2006 mit dem Schreiben eigener Geschichten sowie der Erstellung selbst gefertigter Illustrationen. Mit Bluttraum veröffentlicht er sein erstes Werk. Weiter schrieb der Autor eine Reihe von Kurzgeschichten, deren Veröffentlichung sich in Vorbereitung befindet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 110
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738028317
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 645 kBytes
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BLUTTRAUM

Die Stunde des Schläfers

Gestochen scharf zeichneten die kompakten Nadelbüschel des nächtlichen Pinienwaldes ihre filigranen Konturen auf die kalte Scheibe des hoch stehenden Vollmondes, während sich die abgestorbenen Baumnadeln auf dem Waldboden zu grabhügelähnlichen, grauen Haufen formiert hatten.

Die Szenerie erinnerte Buddy Greater ein weiteres Mal an die Flüchtigkeit des irdischen Daseins; bisweilen war sie für ihn ein Spiegelbild vom Werden und Vergehen sämtlicher kosmischer Existenz. Befallen von einer leichten Müdigkeit stolperte er den schmalen Waldpfad entlang, der sich zwischen den knorrigen Bäumen hindurch erstreckte. Über grotesk anmutendes Wurzelwerk und durch holperige Vertiefungen führend, vorbei an einigen größeren Felsbrocken, endete der Weg schließlich oberhalb einer weiten Senke, die den Blick freigab auf eine phantastische, in Silber getauchte Landschaft.

Obgleich er auf seiner Flucht über die Hügel mehrmals gestrauchelt war, sich Gesicht und Hände im Dickicht zerkratzt und seine Knie blutig geschlagen hatte, so konnte er sich doch dem unheimlichen Zauber dieses Ortes nicht entziehen.

Von Norden her reichten abweisend bewaldete Gebirgsausläufer bis ganz an die Küste des völlig ruhigen Meeres, dessen Wasser im Mondschein wie geschmolzenes Blei darniederlagen. In der Ferne konnte er verstreut die flimmernden Lichter von Siedlungen ausmachen, die von den hell flackernden Sternen des Firmaments mit Gleichgültigkeit gestraft wurden. Aus den dunklen Wäldern und Schluchten drangen die rauen Rufe der Kauze sowie das eisige Geheul wilder Wölfe, welche Buddy bis ins Mark erschaudern ließen. Doch sein Raubtierinstinkt war zu ihm zurückgekehrt und vertrieb alsbald die Schwäche der Angst und Erschöpfung aus seinen müden Knochen.

Eine neblige Brise wehte die Hänge entlang und lenkte seine Aufmerksamkeit auf den alten Dorffriedhof mit der verlassenen romanischen Kirche, welcher sich etwas unterhalb von ihm auf einer mauerumfriedeten Anhöhe befand.

Die ersten Häuser des Dorfes lagen weitab des Gottesackers und verrieten nicht ein einziges Lebenszeichen möglicher Bewohner.

Eine wilde Entschlossenheit keimte in Buddy auf und im nächsten Augenblick fegte er in größter Hast über hohes Gras und Gestrüpp den Hang hinunter. Noch ehe er außer Atem gelangen konnte, befand er sich auch schon vor dem hohen schmiedeeisernen Bogentor des Friedhofsareals. Der rechte Torflügel gab dem Druck seiner Handfläche nach und ließ sich problemlos unter rostigem Quietschen öffnen. Bevor er den schmalen Vorplatz betreten konnte, musste er sich durch ein Gewirr aus dornigem Gesträuch hindurchkämpfen und kniehohen Wildwuchs überwinden. Über wenige Stufen kam er zum versperrten Türgitter der alten Steinkirche, die wohl mindestens seit einigen Jahrzehnten in einem Dornröschenschlaf lag. Der Blick nach innen offenbarte Buddy abgrundtiefe Finsternis. Nur die Silhouetten der hoch oben liegenden Bogenfenster zeichneten sich durch das Mondlicht wie Kerkerluken über der dunklen Tiefe ab. Dem wahrhaftigen Abyssus auf der Spur, war er dorthin unterwegs, wo er seinen natürlichen Trieben freien Lauf lassen konnte und nur sich selbst gegenüber für sein Handeln einzustehen hatte. Sein Instinkt verriet ihm, dass er in Kürze die verborgenen Winkel des Abgrundes betreten konnte, wenn er nur seiner Intuition folgte und sich durch nichts beirren ließ.

Er umrundete das Kirchengemäuer bis zu den Außenfundamenten des Kirchturms, dessen morsches Glockengesims bedrohlich über das unter ihm liegende Gräberfeld blickte. An den Seiten des Sakralbaus erstreckten sich die Gräber mit rostigen Eisenkreuzen und veralteten Einfriedungen aus Schmiedeeisen; dort hinten an der Turmwand entlang reihten sich wuchtige Steingräber in massiver traditioneller Bauweise aneinander. Bei einem von diesen war die schwere Natursteinplatte, welche als Abdeckung diente, etwas verschoben; eine schmale Öffnung gab

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