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Borgia - Die Verschwörung Die Borgia-Trilogie 1 - Historischer Roman von Martignoni, Elena (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.08.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Borgia - Die Verschwörung

Rom 1497. Rodrigo Borgia, besser bekannt als Papst Alexander VI., wird von einer schrecklichen Nachricht überrascht: Sein Lieblingssohn Juan, Herzog von Gandìa, wurde ermordet. Seine mit Stichwunden übersäte Leiche wurde wie Unrat in einen Abwasserkanal geworfen. Außer sich vor Schmerz setzt Rodrigo alles daran, den Schuldigen zu finden. Doch die Liste der möglichen Täter ist lang. Denn Juan war so attraktiv wie gewissenlos, so galant wie egoistisch. Und durch seine Skrupellosigkeit hatte er sich schließlich jeden zum Feind gemacht ...

Elena und Michela Martignoni sind gebürtige Mailänderinnen. Die beiden Schwestern teilen ihre Liebe zur Geschichte. Gemeinsam schreiben sie sehr erfolgreiche historische Romane. Ihre große Borgia-Trilogie wurde in Italien zum Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 19.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641245658
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Die Borgia-Trilogie: - Requiem per il giovane Borgia (Requiem für den jungen Borgia) 1
    Größe: 1506 kBytes
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Borgia - Die Verschwörung

I.
Rodrigos Ängste

Privatgemächer von Rodrigo Borgia, Papst Alexander VI.

Donnerstag, den 15. Juni 1497, eine Stunde vor Sonnenaufgang

Schreiend umklammerte Rodrigo Borgia den Stumpf des Großmastes.

Das Schiff versank mit zerfetzten Segeln in den Wellen und tauchte anschließend wieder auf, dabei hatte es sich beinahe vollständig um die eigene Achse gedreht. Eine noch heftigere Welle brach sich auf der Brücke.

Ehe Rodrigo auf die nassen Planken des Decks stürzte, sah er, wie der Steuermann und seine Kameraden in den Fluten versanken. Er versuchte, irgendwo Halt zu finden, doch er rutschte durch die Reling ins Meer. Während er in den Wogen um sein Leben rang, sah er, wie das Schiff, das jetzt weit entfernt in den Himmel ragte, ins Meer zurückfiel und in einem Strudel verschwand. Die Kräfte verließen ihn, er schloss die Augen und überließ sich der fernen Stimme, die ihn in den Abgrund hinabzog.

Er schreckte aus dem Schlaf hoch und setzte sich auf. Rasch ging er zum Fenster und schob mit einer entschiedenen Handbewegung die schweren Vorhänge beiseite.

Nichts, nur der Mond.

Beruhige dich, sagte er sich, es war nur ein Albtraum.

Mit Nachdruck läutete er mit der silbernen Handglocke und befahl dem herbeigeeilten Kleriker, seinen Kammerherrn zu holen.

Wenige Minuten später war Giovanni Marradès bei ihm, fürsorglich und beflissen wie immer.

»Fühlt Ihr Euch nicht wohl, Heiligkeit?«

Der Pontifex sah ihn aus müden Augen an und sagte leise: »Ich möchte beichten, setzt Euch neben mich.«

Der Kammerherr legte sich die Stola um, bekreuzigte sich und senkte, zum Zuhören bereit, den Kopf.

»Mich quält immer noch derselbe Albtraum. Vor zwanzig Jahren hat mich Gott vor dem Ertrinken gerettet - und wie habe ich es ihm vergolten? Meine Sünden drücken mich schwer, das Fegefeuer scheint mir greifbare Wirklichkeit.«

Marradès schaute kurz auf.

Von diesen männlichen und sinnlichen Zügen ging eine große Faszination aus. Der Ausdruck der lebhaften schwarzen Augen wechselte ständig von Zerknirschung zu Schmeichelei, von streng zu leidenschaftlich, von flehend zu gebieterisch. Um zu bekommen, was er wollte, war Rodrigo Borgia jedes Mittel recht, und er gab nicht so schnell klein bei. So kannte alle Welt Alexander den VI., aber nun hatte Marradès einen verängstigten alten Mann vor sich.

»Heiligkeit, es ist die Pflicht der Gläubigen, gegen die Sünde anzukämpfen«, sagte er milde.

Rodrigo umklammerte die Hand des Beichtvaters.

»Ich fürchte Gottes Urteil.«

»Gott wird gerecht über uns urteilen, wir müssen an ihn glauben und auf seine Vergebung hoffen.«

»Glauben ... Mein Glaube ist nicht fest genug.« Die Stimme wurde zum Flüstern. »Glaubst du, ein Mann wie ich hat es verdient, Papst zu sein?«

Marradès schwieg und entzog seine Hand langsam der des Papstes.

»Meinst du, mit Glauben allein könne man die Kirche leiten?«, polterte Borgia. »Die Kirche braucht Macht! Was wäre der Papst ohne Ländereien, ohne Geld, ohne Einfluss? Er wäre bloß ein Werkzeug in den Händen der Mächtigen. In den vergangenen fünf Jahren habe ich mit allen Mitteln versucht, dieser Gefahr zu entgehen. Erinnert Ihr Euch noch an Coelestin V.? Er war ohne Zweifel ein Mann von großem Glauben, doch war er ausgesprochen schwach. Erst nach jahrelangen Prüfungen und Abhandlungen, Schismen und Konzilen war der Papst als absolute Autorität etabliert. Er allein repräsentiert die Kirche Gottes. Dies müssen die römischen Patrizier ein für alle Mal anerkennen.«

»Heiligkeit, Ihr habt doch gerade erst einen Friedensvertrag mit den Orsini abgeschlossen«, wandte Marradès ein.

»Frieden?« Rodrigo erhob sich. »Nein, es ist noch nicht vorbei! Seit vielen Jahren spielen sie sich als Herren im Kirchenstaat auf, sie denken, sie kämen auch we

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