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Braut wider Willen Roman. von Turano, Jen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.06.2018
  • Verlag: Gerth Medien
eBook (ePUB)
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Braut wider Willen

New York, 1882: Lucetta Plum ist eine erfolgreiche Schauspielerin. Doch ein aufdringlicher Verehrer zwingt sie, bei Nacht und Nebel die Flucht zu ergreifen. Lucettas mütterliche Freundin Abigail ist davon ausgesprochen begeistert, bietet ihr das doch eine Gelegenheit, die junge Frau mit ihrem Enkel zu verkuppeln, auf dessen Anwesen sie Zuflucht findet. Bram Haverstein ist ein sehr wohlhabender, aber auch etwas exzentrischer Gentleman. Er ist schon seit Jahren insgeheim in Lucetta verliebt. Die junge Frau ist allerdings alles andere als begeistert, als sie erkennt, dass auch Bram zur Schar ihrer Verehrer gehört ...

Jen Turano steht für humorvolle Geschichten mit skurrilen Charakteren und spannenden Verwicklungen. In den USA hat sie sich damit bereits einen Namen gemacht. Sie lebt mit ihrer Familie in Denver, Colorado.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 18.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961223244
    Verlag: Gerth Medien
    Größe: 1904 kBytes
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Braut wider Willen

1

Oktober 1882 - New York City

E ntschuldigen Sie, Miss Plum, aber draußen ist ein Mann, der Sie unbedingt sprechen will. Er behauptet, er sei Ihr Vater."

Miss Lucetta Plum, die ihren abendlichen Bühnenauftritt beendet hatte und gerade dabei war, sich abzuschminken, hielt inne. Verwirrt drehte sie sich zu Skukman herum. Der einschüchternd wirkende riesige Mann, den sie angestellt hatte, damit er sie vor aufdringlichen Bewunderern schützte, stand im Türrahmen ihrer Garderobe. "Das ist ja interessant, Mr Skukman. Mein Vater ist schon vor Jahren gestorben."

Skukman zog eine seiner dunklen Augenbrauen hoch. "Das ist tatsächlich interessant." Mit diesen Worten ließ er sie wieder allein und zog die Tür hinter sich zu. Einige Sekunden später hörte sie durch die geschlossene Tür, dass es draußen ein Handgemenge gab.

"Das ist wirklich unerhört!", schimpfte eine Männerstimme. "Ich verlange, dass Sie mich augenblicklich loslassen!"

Lucetta erkannte die Stimme sofort. Sie erhob sich langsam von ihrem gepolsterten roten Schminkhocker und bahnte sich einen Weg durch das Chaos in ihrer Garderobe. Sie schritt über ein Paar hochhackige Schuhe, die sie von ihren Füßen geschleudert hatte, sobald der Beifall des Publikums verklungen war, atmete tief ein und öffnete die Tür.

Abneigung begleitet von einer großen Portion Wut regte sich in ihr, als ihr Blick auf den Mann fiel, den Skukman jetzt gewaltsam durch den engen Flur Richtung Ausgang schob.

Da sie wusste, dass es keinen Sinn hatte, diese unerfreuliche Begegnung hinauszuzögern, hob Lucetta das Kinn. "Sie können ihn loslassen, Mr Skukman."

Der Angesprochene blieb abrupt stehen und warf ihr einen raschen Blick zu. Dann stieß er ein Knurren aus, das ausgesprochen bedrohlich klang.

Lucetta zuckte kaum mit der Wimper. Sie hatte Skukman zwar wegen seines einschüchternden Auftretens und seiner Ausstrahlung eingestellt, bei der erwachsene Männer vor Angst erzitterten, aber sie wusste mittlerweile, dass sich hinter dem bedrohlichen Äußeren ein charmanter und einfühlsamer Mann verbarg. Dieser Mann las gern romantische Gedichte und rezitierte sie in einem sanften, aber trotzdem theatralischen Tonfall, wenn er glaubte, niemand würde ihn hören.

"Verzeihen Sie, Miss Plum, aber ich denke nicht, dass es gut für Sie wäre, wenn ich diesen Mann loslasse", warf Skukman ein. "Er ist ein ausgesprochen unangenehmer Zeitgenosse, und ich weiß, dass Sie mit unangenehmen Männern so wenig wie möglich zu tun haben wollen."

"Da haben Sie recht. Er ist wirklich sehr unangenehm, Mr Skukman, aber -"

"Ich bin dein Vater!", schrie der Mann jetzt.

"Du bist nicht mein Vater, Nigel", widersprach Lucetta ihm und hob die Hand, als der Angesprochene den Mund öffnete und augenscheinlich weiter darüber diskutieren wollte. "Du bist zwar offiziell mein Stiefvater, aber seit du versucht hast, mich im Alter von sechzehn Jahren zu zwingen, dir bei deinen schändlichen Betrügereien zu helfen, bist du für mich nicht länger Teil meiner Familie. Du bist lediglich ein unangenehmer Mensch, den meine Mutter dummerweise geheiratet hat."

Nigel Wolfe befreite sich aus Skukmans eisernem Griff und zog die Jacke über seinen vorstehenden Bauch. Obwohl er früher einmal einen jungenhaften Charme besessen und attraktiv gewesen war, hatten durchzechte Nächte mit zu viel Alkohol und reichhaltiges Essen inzwischen deutliche Spuren hinterlassen. Nigels fleischige Wangen hingen herab und er hatte eine eher teigige Gesichtsfarbe. Die dunklen Säcke unter seinen Augen verrieten, dass er offensichtlich seit Tagen nicht richtig geschlafen hatte. Seine braunen Haare, die jetzt mit grauen Strähnen durchzogen waren, waren zerzaust, und sein insgesamt ungepflegtes Aussehen konnte nur eines bedeuten:

Er hatte wieder gespielt.

"Ich muss unter vier Augen mit dir sprechen. Es

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