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Buchstäblich Liebe Roman von Berg, Ali (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2019
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Buchstäblich Liebe

Ein Buch sagt mehr als tausend Worte ... Frankie Rose hätte nichts lieber als einen Freund. Wobei: Ein Date mit einem halbwegs normalen Typ wäre schon ein Anfang. Denn es ist ja nicht so, als hätte sie nicht schon alles versucht! Inspiriert von ihrem Job in einer kuschligen Buchhandlung wagt sie schließlich das ultimative Liebesexperiment: Um endlich den belesenen Mann ihrer Träume zu finden, lässt sie ausgewählte Bücher mitsamt ihrer Telefonnummer in Zügen und U-Bahnen liegen. Und was das für Folgen hat, hätte sie sich im Leben nicht vorstellen können ... Ali Berg und Michelle Kalus, beide in Melbourne geboren, sind beste Freundinnen und unverbesserliche Bookaholics. Gemeinsam wollten sie ihre australischen Mitbürger dazu bringen, das Smartphone beiseite zu legen und mal wieder in guten Romanen zu schwelgen. Im April 2016 fingen sie an, gebrauchte Bücher in Zügen und U-Bahnen auszulegen. Seitdem konnten sie über 500 Menschen und zahlreiche Verlage rekrutieren, sich an der Aktion zu beteiligen. Wenn Ali Berg und Michelle Kalus nicht gerade irgendwo in der Stadt Bücher verteilen, halten sie ihre Erlebnisse auf Papier fest. "Buchstäblich Liebe", ihr erster Roman, erscheint 2019 im Blanvalet Verlag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 15.07.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641236977
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Book Ninja
    Größe: 2222 kBytes
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Buchstäblich Liebe

1

Wäre Frankies Leben ein Buch, dann würde sie ihm den Titel Enttäuschung geben. Das passte zu dem Desaster aus ihrer Arbeit, ihrer Familie und natürlich ihrem Liebesleben.

Anklagend verkündete ihr Wecker, dass sie schon vor zwanzig Minuten hätte aufstehen sollen. Sie seufzte, drehte sich noch einmal um und vergrub das Gesicht in ihrem zerlesenen Exemplar von Emma, das sie sich in der Nacht zuvor unters Kopfkissen geschoben hatte. Dann biss sie sich auf die Lippen und dachte darüber nach, dass sie niemals bemerkenswert genug sein würde, dass man einem Buch schlicht nur ihren Vornamen als Titel gab.

Aber Frankie beurteilte ein Buch niemals nach dem Titel, und auch nicht nach seinem Einband. Sie beurteilte einen Roman gern und ausschließlich nach seinem ersten Satz. Sie und ihre Freundin Cat nannten das "die Geburt eines Buches". Im Geburtssatz von Emma beschrieb Jane Austen Miss Woodhouse als "hübsch, klug und reich, mit einem behaglichen Zuhause und einem glücklichen Naturell ausgestattet". Im krassen Gegensatz dazu stand Frankies eigener Geburtssatz, die Aussage ihrer Mutter, die aller Welt verkündet hatte: "Sie hat überhaupt keine Haare und die dicke Nase ihres Vaters."

Frankie zog sich die Decke über den Kopf und saugte den Text auf der Buchseite förmlich in sich ein. Sie wusste, dass sie sich jetzt der Szene mit dem Heiratsantrag näherte, und schloss kurz die Augen. Genau wie bei einem guten Schokoriegel war sie noch unentschlossen, ob sie sich ihrer Lust gleich an Ort und Stelle hingeben oder ihn erst später genießen sollte. Das schrille Klingeln ihres Telefons nahm ihr die Entscheidung ab. Frankie griff nach ihrem Handy und sah den Namen ihrer Mutter auf dem Display aufleuchten. Sie verdrehte die Augen, drückte auf "Abweisen" und hievte sich aus dem Bett.

Auf der Suche nach einem Outfit, das sie jetzt nicht vor große Entscheidungen stellte, hob sie ein weites Baumwollkleid vom Boden auf und zog es an. Sie eilte aus dem Schlafzimmer geradewegs auf ihren ganzen Stolz zu - ihr Bücherregal, das fein säuberlich nach Farben geordnet war. Das Regal nahm eine komplette Wand in ihrem Wohnzimmer ein, alle ihre hundertzweiundsiebzig Lieblingsbücher hatten hier ein Plätzchen gefunden: Ganz oben standen die roten Bücher, dann änderte sich die Farbschattierung hin zu Orange und Gelb, dann zu Pink und Violett, es folgten die grünen, blauen und grauen und schließlich die schwarzen Bücher. Ein ganzer Regenbogen aus Büchern - er barg Frankies ganzes Glück. Geistesabwesend fuhr sie über die in Leinen gebundenen Austen-Bände, die Ausgaben von Fowler und die Bücher der Brontës und hielt zögernd inne, als sie bei dem grünen Buch mit der Prägung "Frankie Rose" auf dem Buchrücken angelangt war. Sie nahm es vorsichtig in die Hand, als wäre es eine Schlange, die gleich beißen könnte, und blätterte die erste Seite auf.

Dieses Buch ist Mum, Dad, Cat, Ads und, am wichtigsten, der Erfindung Pizza gewidmet. Vielen Dank für all eure Liebe und Unterstützung und den ganzen Käse.

Frankie klappte das Buch wieder zu und warf es quer durchs Zimmer. Sie schnappte sich ihre Handtasche, die neben der Couch lag, schlüpfte in die roten Sneakers und rannte aus ihrer zu kleinen Melbourner Wohnung im Stadtteil Richmond.

Nachdem sie die Schlüssel aus den Tiefen ihrer Handtasche gekramt hatte, öffnete Frankie die Tür zur Buchhandlung "Die kleine Buchhandlung in der Brunswick Street". Die war seit anderthalb Jahren ihr zweites Zuhause, ungefähr seit der Zeit, als all ihre Träume sich zerschlagen hatten und ihr Leben gleich mit dazu. Dass sie in der Buchhandlung arbeitete, hatte sie in jeder Hinsicht gerettet. Die Arbeit hier erinnerte sie an die drei Monate, die sie in der berühmten Buchhandlung "Shakespeare and Company" in Paris gearbeitet hatte, ehe sie nach Australien zurückgekehrt war, an der Uni in Melbourne studiert und ihren Abschl

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