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Call Me by Your Name Ruf mich bei deinem Namen Roman von Aciman, André (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.02.2018
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)

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Call Me by Your Name Ruf mich bei deinem Namen

Das Buch zum Film: Ab 1. März 2018 im Kino Völlig überraschend trifft Elio seine erste große Liebe: Der Harvard-Absolvent Oliver ist für sechs Wochen bei Elios Familie an der italienischen Riviera zu Gast. Oliver ist weltgewandt, intelligent und schön. Er ist alles, was Elio will, vom ersten Moment an. Die Zuneigung ist gegenseitig, doch Schüchternheit und Unsicherheit veranlassen beide zur Zurückhaltung. Ein fast unerträgliches Spiel von Verführung und Zurückweisung beginnt. "Ein wunderschönes und kluges Buch ... ein Wunder." Colm Toíbín André Aciman , geboren 1951 in Alexandria, studierte Komparatistik in Harvard. Er ist Romancier, Essayist und Dozent für Vergleichende Literaturwissenschaft, zudem schreibt er für verschiedene New Yorker Zeitungen. Aciman gehört zu den führenden Proust-Experten. Auf Deutsch sind seine autobiografischen Bücher ?Damals in Alexandria? und ?Hauptstädte der Erinnerung? erschienen sowie die Romane ?Ruf mich bei deinem Namen?, ?Acht helle Nächte? und ?Mein Sommer mit Kalaschnikow?. Aciman lebt mit seiner Familie in New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 09.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423434263
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Originaltitel: Call Me by Your Name
    Größe: 1523 kBytes
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Call Me by Your Name Ruf mich bei deinem Namen

ERSTER TEIL

Wenn nicht später, wann dann?

S päter!" Das Wort, die Stimme, die Attitüde.

Ich hatte noch nie erlebt, dass sich jemand mit einem "Später!" verabschiedete - kurz, schroff, wegwerfend, als könnte er nur mit Mühe verbergen, wie wenig ihm daran lag, den anderen je wieder zu sehen oder zu sprechen.

Es ist das erste, was mir einfällt, wenn ich an ihn denke, und ich habe es bis heute im Ohr: "Später!"

Ich schließe die Augen, spreche das Wort und bin nach so vielen Jahren wieder in Italien, gehe die baumbestandene Auffahrt hinunter, sehe ihn aus dem Taxi steigen, bauschiges, flatterndes Hemd, weit geöffneter Kragen, Sonnenbrille, Strohhut, viel, viel Haut. Mit einem Mal schüttelt er mir die Hand, übergibt mir seinen Rucksack, holt das übrige Gepäck aus dem Kofferraum, fragt, ob mein Vater zu Hause ist.

Vielleicht begann es schon in diesem Augenblick: Das Hemd, die aufgekrempelten Ärmel, die gerundeten Fersen, die sich immer wieder aus den abgetragenen Espadrilles heben, neugierig auf den warmen Kiesweg zu unserem Haus, und mit jedem Schritt schon fragen: Wo geht's hier zum Strand?

Der diesjährige Sommergast. Wieder einer dieser Langweiler.

Dann winkt er, fast ohne nachzudenken und mit dem Rücken schon zum Taxi, mit der freien Hand und wirft einem Fahrgast, mit dem er sich vermutlich den Fahrpreis vom Bahnhof geteilt hat, ein nachlässiges "Später!" zu. Ohne einen Namen anzufügen, ohne die rüde Verabschiedung mit einem Scherzwort zu mildern. Entlassen mit einem einzigen Wort, frech, forsch, ungeschminkt - fass es auf, wie du willst, ist mir egal.

Genau so, dachte ich, wird er sich von uns verabschieden, wenn die Zeit gekommen ist. Mit einem harsch hingeworfenen "Später!"

Bis dahin würden wir es sechs lange Wochen mit ihm aushalten müssen.

Ich war gründlich eingeschüchtert. Einer von der unnahbaren Sorte.

Aber einer, an dem ich durchaus Gefallen finden konnte - von dem gerundeten Kinn bis zur gerundeten Ferse. Nach nur wenigen Tage sollte ich ihn hassen lernen.

Und das war der Mann, der mir aus dem Foto seines Bewerbungsschreibens förmlich entgegengesprungen war und augenblickliche Übereinstimmungen verheißen hatte!

Meine Eltern nahmen junge Akademiker als Sommergäste auf und gaben ihnen damit die Möglichkeit, in Muße ihre Manuskripte für eine Veröffentlichung vorzubereiten. Ich musste deshalb im Sommer regelmäßig für sechs Wochen mein Schlafzimmer räumen und in einen wesentlich kleineren Raum umziehen, in dem früher mein Großvater gewohnt hatte. Wenn wir im Winter in der Stadt waren, wurde es vorübergehend zum Werkzeugschuppen und Lagerraum umfunktioniert, zu einer Rumpelkammer, in der, wie man munkelte, mein Großvater und Namenspatron noch im ewigen Schlaf mit den Zähnen knirschte. Aufenthaltskosten entstanden den Sommergästen nicht, sie konnten sich frei im ganzen Haus bewegen und im Grunde tun und lassen, was sie wollten - unter der Bedingung, dass sie täglich eine Stunde meinem Vater bei seiner Korrespondenz und anderem Papierkram halfen. Früher oder später gehörten sie zur Familie, und nach fünfzehn Jahren Erfahrung auf diesem Gebiet hatten wir uns an die Flut von Postkarten und Geschenksendungen gewöhnt, die uns nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über von Menschen zugeschickt wurden, die unserer Familie innig zugetan waren und keinen Umweg scheuten, um für ein, zwei Tage, wenn sie in Europa waren, mit Frau und Kindern in B. Station zu machen und eine nostalgische Besichtigung ihrer alten Bude vorzunehmen.

Beim Essen saßen häufig zwei oder drei weitere Gäste mit am Tisch, Nachbarn oder Verwandte oder auch Kollegen, Anwälte, Ärzte, die Reichen und Berühmten, die auf dem Weg zu ihren Sommerhäusern meinem Vater einen kurzen Besuch abstatteten. Hin und wieder öffneten wir unser Esszimmer sogar einem Touristenpärchen, das von der alten Villa gehört hatte,

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