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Carmen Deutsche Ausgabe von Mérimée, Prosper (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.11.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Carmen

Dieses eBook: 'Carmen' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Zur Handlung: Der Baske José Lizarrabengoa tötete im Streit seinen Gegner in einem Spiel und muss aus seiner Heimat fliehen. Er kommt nach Andalusien, und als Unteroffizier im Wachkommando an der Tabakfabrik von Sevilla arbeitend, trifft er zum ersten Mal auf die junge Zigeunerin Carmen. Eine schicksalhafte Begegnung, die sein weiteres Leben auf tragische Weise verändern soll. Während der Arbeit in der Tabakfabrik sticht die impulsive Carmen im Zuge eines Streits eine andere Frau mit einem Messer nieder. Der Unteroffizier erhält den Befehl, sie in das Stadtgefängnis zu überführen, doch anstatt seiner Aufgabe gewissenhaft nachzukommen, lässt sich José von der Zigeunerin bezirzen und ermöglicht ihr die Flucht. Nach vierwöchigem Arrest und der Degradierung zum gewöhnlichen Rekruten begegnet er Carmen ein weiteres Mal, wobei sich José unsterblich in sie verliebt. Aus Dankbarkeit für seine Hilfe bei ihrer Flucht verbringt Carmen die Nacht mit ihm... Dieses Buch bildet die Grundlage für das 1875 von Henri Meilhac und Ludovic Halévy verfasste Libretto zu Georges Bizets gleichnamiger Oper. Prosper Mérimée (1803-1870) war ein französischer Dramatiker, Historiker, Archäologe und Autor von Kurzgeschichten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 130
    Erscheinungsdatum: 02.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026825937
    Verlag: e-artnow
    Größe: 456 kBytes
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Carmen

Pasa gyne cholos estin; echei d'agathas dyo horas,
Ten mian en thalamo, ten mian en thanato.

Palladas

Immer schon hatte ich die Geographen im Verdacht, daß sie nicht wissen, was sie sagen, wenn sie das Schlachtfeld von Munda in die Gegend von Bastuli-Poeni legen, nahe dem heutigen Monda, etwa zwei (französische) Meilen nördlich von Marbella. Nach meiner persönlichen Deutung des Textes des Bellum Hispaniense (den Autor kennen wir nicht), sowie nach gewissen Aufschlüssen, die mir die berühmte Bibliothek des Herzogs von Ossuna gewährt hat, glaubte ich den denkwürdigen Ort, wo Cäsar den letzten entscheidenden Schlag gegen die Kämpen der Republik führte, bei Montilla suchen zu dürfen.

Als ich im Frühherbst 1830 in Andalusien weilte, machte ich einen ziemlich weiten Ausflug, um mir völlige Klarheit hierüber zu verschaffen. Eine Denkschrift, die ich demnächst zu veröffentlichen vorhabe, wird, hoffe ich, alle gewissenhaften Altertumsforscher jedweder Unsicherheit entheben. In der Voraussicht, daß meine Abhandlung das topographische Rätsel, das das ganze gelehrte Europa beschäftigt hat, endlich löst, will ich eine kleine Geschichte erzählen, ohne die reizvolle Frage nach der Lage von Munda irgendwie bereits aufzuhellen.

Ich hatte mir in Kordova einen Führer und zwei Pferde gemietet und hatte mich mit Cäsars Kommentaren und ein paar Hemden als einzigem Gepäck auf den Weg gemacht. Eines Tages, als ich das Oberland der Ebene von Kachena durchstreifte, müde, matt, halbtot vor Durst, von bleierner Sonne geröstet, Cäsar und die Söhne des Pompejus herzlichst zum Teufel wünschend, bemerkte ich ziemlich fern von meinem Pfad ein Stück grünen Rasen mit Binsen und Schilf. Offenbar war da ein Quell in der Nähe. Richtig; wie ich mich der Stelle näherte, sah ich, daß der vermeintliche Rasen ein Sumpf war, in dem sich ein Rinnsal verlor, das, wie es schien, aus einer engen Schlucht zwischen zwei hohen Vorbergen der Sierra von Kabra herkam. Ich folgerte, daß ich weiter oben frischeres Wasser finden werde mit weniger Blutegeln und Fröschen und vielleicht inmitten der Felsen etwas Schatten. Am Eingang der Schlucht wieherte mein Pferd, und ein andres, das ich nicht sah, tat sogleich dasselbe. Kaum war ich hundert und einige Schritt gegangen, da verbreiterte sich die Schlucht plötzlich und ließ mich eine Art Naturzirkus erblicken, der durch die hohen Felswände ringsum völlig im Schatten lag. Unmöglich hätte der Wanderer einen Platz finden können, der angenehmere Rast verhieß. Zu Füßen der steilen Wände sprudelte der Quell und ergoß sich in ein kleines Becken über schneeweißem Sand. Ein halbes Dutzend prächtige grüne Eichen, vor jedem Wind geschützt und vom Wasser immer frisch gehalten, umstanden den Rand und machten die Flut tiefschwarz. Endlich bot das feine glänzende Gras rings um das Becken ein Lager, wie man es besser in keiner Herberge zehn Stunden in der Runde gefunden hätte.

Doch nicht mir gebührte die Ehre, diesen so schönen Platz entdeckt zu haben. Ein Mann hielt hier bereits Rast; wahrscheinlich hatte er geschlafen, als ich einbrach. Durch das Gewieher geweckt, war er aufgestanden und an sein Pferd gegangen, das sich den Schlummer seines Herrn zunutze gemacht und im nahen Gras geweidet hatte. Es war ein junger Bursche, mittelgroß, von kräftigem Aussehen mit finsterem, stolzem Blick. Seine Gesichtsfarbe war wohl einmal schön gewesen, aber im Sonnenbrande war sie dunkler geworden als sein Haupthaar. In der einen Hand hielt er den Trensenzügel, in der andern eine kupferne Pistole. Ich bekenne, daß mich das Schießgewehr und die wilde Miene ihres Trägers zunächst ziemlich verdutzt machten; doch ich glaubte nicht groß an Räuber, weil ich von ihnen zwar hatte sprechen hören, nie aber welchen begegnet war. Überdies hatte ich so viele ehrsame Pächtersleute bis an die Zähne bewaffnet zu Markte ziehen sehen, daß mir der Anblick einer Pistole nicht genügte, die gute Ges

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