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Catwalk Dreams von Björglund, Svenson (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.06.2014
  • Verlag: Himmelstürmer Verlag
eBook (ePUB)
10,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Catwalk Dreams

Eigentlich wollte Sebastian sich mit seinem Freund Ulf bei einem Fotoshooting nur das Geld für eine Gitarre verdienen, bis er merkt, dass der Fotograf andere Aufnahmen von ihnen verlangt, als sie sich vorgestellt hatten. Überhaupt ist es merkwürdig in diesem Landhaus, in dem sich der Starfotograf Sievert Nordquist, der Maler Ilmar Isaksson und der Modemacher Felix Cousteau regelmäßig zu ihren Männerabenden treffen. Für Sebastian beginnt eine erstaunliche Karriere als Model, nachdem sich Felix des jungen Studenten besonders annimmt. Sie rechnen aber nicht mit Finn, der sich ihrer wachsenden Liebe in den Weg stellt. Mit diesem einfühlsamen Roman von Svenson Björglund, der dem Leser gekonnt einen Blick in die Welt der Mode und der Männerliebe möglich macht, stellt sich der Autor erstmals der deutschsprachigen Leserschaft vor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 243
    Erscheinungsdatum: 26.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863614249
    Verlag: Himmelstürmer Verlag
    Größe: 361kBytes
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Catwalk Dreams

Kapitel 1

Ilmar legte seine Farbmischpalette zur Seite und betrachtete noch einmal sichtlich zufrieden das Ölbild auf der Staffelei. Wie lange war es her, dass er ein solches Gemälde gemalt hatte? Es musste gleich nach Abschluss des Kunststudiums gewesen sein. Eigentlich lag ihm dieser naturalistische Stil nicht. Wenn es schon Landschaften sein mussten, dann waren seine Werke geprägt von den Einflüssen des Dadaismus und des Expressionismus. Wie oft hatte er mit Emma Gillmor und anderen Künstlern an der königlichen Kunstakademie in Stockholm stundenlang verbissen über die verschiedenen Stilrichtungen diskutiert.

"Man braucht viel Erfahrung, um Malerei zu verstehen und um gut zu malen ..."

Wie Recht die Gillmor damals hatte. Ilmar hatte immer noch ihre dunkle Stimme im Ohr. Ja, es war nicht zu übersehen, dass sich gerade in der skandinavischen Malerei eine deutliche Tendenz zu einer neuen abstrakten Kunst abzeichnete, die sich mit Material, Dimensionalität und mit der Frage "Was ist Malerei?" beschäftigte. Ilmar hatte sich von dieser Strömung mitreißen lassen.

Er lächelte vor sich hin, als er an jenen Nachmittag dachte, an dem er zum ersten Mal Ulrich Genth in der Akademie sah, einen jungen, vielversprechenden Mann aus Deutschland, Mitte zwanzig, der ein besonderes Anerkennungsstudium für seinen Aufenthalt in Stockholm erhalten hatte. Ulrich gefiel ihm, auch wenn Ilmar genau wusste, dass der junge, attraktive Künstler für ihn unerreichbar war. Dieses Gefühl des Unerreichbaren kannte er nur zur Genüge. Es begegnete ihm immer dann, wenn Kommilitoninnen mit ins Spiel kamen. Dann hatte jener nur noch ein Auge für sie. Ulrich war nicht schwul, leider. Wie oft hatte Ilmar versucht, in den Seminaren neben ihm zu sitzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Er aber würdigte ihn keines besonderen Blickes, der mehr war als pure, leidenschaftslose Freundschaft.

Mit leichtem Druck lief noch ein wenig gelbe Farbpaste aus der Tube auf die Mischpalette. Ilmar nahm den mittelharten Pinsel und vermischte den braungrünen Farbbrei mit diesem reinen, leuchtenden Gelb und setzte einige wenige Farbtupfer an den Bildrand. Das Bild war fast fertig, aber irgendetwas fehlte noch. Er trat einen Schritt zurück und kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen, um zum hundertsten Mal die Farbausgeglichenheit des Gemäldes zu überprüfen. Doch, die Hauptfarben waren gut ausgewogen. Okay, der Himmel hätte noch eine Idee kräftiger blau sein können, aber das war es nicht. Vielleicht sollte er links unten einfach noch einen Fingerhut hinzufügen? Das Violett der Blüten könnte ein willkommener, zusätzlicher Farbtupfer sein. Vielleicht war es das ja. Irgendwie widerstrebte ihm diese ganze Abkupferei von einem Farbfoto.

Aus den Lautsprechern seiner Anlage kam verhaltene Meditationsmusik. Das liebte er, wenn er beim Malen war. Es brachte ihn in die richtige, ausgeglichene Stimmung. Langsam, gedanklich noch ein wenig abwesend, griff Ilmar automatisch zum Kaffeetopf. Der Kaffee war längst kalt geworden. Er rührte den kleinen Löffel im Kreis, als könnte er so das starke Getränk wieder erwärmen. Sanfte Harfenklänge breiteten sich in dem kleinen Atelier wie ein hauchdünner, durchsichtiger Schleier liebevoll über alle Gegenstände aus. Es roch nach Firnis und Terpentin.

Wieder ging Ilmar mit dem Foto, das ihm als Vorlage für diese Auftragsarbeit diente, zum Fenster und betrachtete das alte Gebäude auf dem Bild. Architektonisch war es ein Zwischending aus einem traditionellen Gutsherrenhaus und einer barocken Villa, eine merkwürdige bauliche Symbiose,

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