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Cleo Wie ich das Lachen wieder lernte von Brown, Helen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.07.2010
  • Verlag: Deuticke im Paul Zsolnay Verlag
eBook (ePUB)
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Cleo

Als Sam kurz nach seinem neunten Geburtstag überfahren wird und stirbt, bleiben seine Eltern und sein kleiner Bruder Rob verzweifelt zurück. Einige Wochen später wird ein eher hässliches weibliches Katzenjunges bei der Familie, die auf einem unwegsamen Hang am Rande von Wellington, Neuseeland, lebt, abgeliefert. Sam hatte sich das Kätzchen noch vor dem Unfall als Geschenk ausgesucht. Die in Australien lebende Autorin und Journalistin Helen Brown erzählt in dieser literarischen Autobiographie die berührende Geschichte ihrer Familie, die sich mit Hilfe der Katze Cleo nach dem tragischen Unglück zurück ins Leben kämpft. Helen Brown ist eine der bekanntesten und meistgelesenen Kolumnistinnen Neuseelands. Sie arbeitet fürs Fernsehen und fürs Radio und lebt seit neun Jahren mit ihrer Familie und ihrer Katze in Melbourne, Australien. 2010 erschien bei Deuticke Cleo. Wie ich das Lachen wieder lernte, ihr erstes Buch auf Deutsch, das derzeit verfilmt wird. Ihr zweites Buch Kater mit Karma wurde nach Erscheinen in Australien sofort zum Bestseller und wurde in viele Sprachen übersetzt. Als preisgekörnte Kolumnistin erhielt sie das Nuffield Press Fellowship der Universität Cambridge in England. 'Glück mit kleinen Fehlern' (2015) ist das dritte bei Deuticke erschienene Buch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 26.07.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783552061521
    Verlag: Deuticke im Paul Zsolnay Verlag
    Originaltitel: Cleo
    Größe: 1351 kBytes
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Cleo

" 16 Ersatz (S. 171-172)

Eine Katze hört sich jede Geschichte genau an,egal, ob sie sie schon kennt oder nicht.

Jede Zelle in meinem Körper rief: "Es ist ein Junge!" Die Art, wie er mir in die Rippen trat, hatte etwas eindeutig Männliches. Die winzigen Fäuste, die mitten in der Nacht meine Blase als Sandsack verwendeten, hatten die Unerbittlichkeit eines Miniatur-Boxchampions. "Ein Junge, ein Junge", pochte es zwischen meinen Ohren, wenn ich das dritte Mal in drei Stunden durch den dunklen Flur zum Bad wankte.Ich nähte ein winziges Babyhemd und bestickte den Halsausschnitt mit blauen Gänseblümchen. Wir redeten über Namen. Joshua vielleicht. Sicher nicht Samuel, wenn, dann höchstens als zweiten Namen.

Jedem, der es hören wollte, erklärte ich, dass das neue Baby kein Ersatz für Sam war. Es würde eine eigene Persönlichkeit besitzen und nur ein wenig von seinem spitzbübischen Humor haben und seine Augen vielleicht und den Grasgeruch seiner Haut. Natürlich würde er nicht Sam sein. Ich würde die Individualität des Babys achten. Aber egal wie sehr das Baby Sam ähneln oder sich von ihm unterscheiden würde, mit ihm wären wir jedenfalls wieder eine vierköpfige Familie. Ich würde Joshua Samuel alles über den Bruder erzählen, den er niemals kennenlernen würde. Ein gewisses Gleichmaß würde wieder in unser Leben einkehren.Steve gestattete sich jetzt öfter ein Lächeln. Wenn man bedachte, dass wir all das einem Chirurgen mit einem Mikroskop und geschickten Fingern verdankten!

Die beiden anderen Kinder hatten anfangs in einer gebrauchten Wiege geschlafen, die Steve über eine Kleinanzeige in der Lokalzeitung organisiert hatte. Da er sicher war, dass es keine weiteren Babys geben würde, hatte er sie entsorgt, als Rob in ein Kinderbett umzog.Dieses Mal zog er los und kaufte eine funkelnagelneue Wiege, die praktischerweise mit einem geschlechtsneutralen gelben Satinband geschmückt war. Er holte sie aus ihrer glänzenden Verpackung und stellte sie in unser Schlafzimmer.

Die Wiege mit dem über die Seiten fallenden Himmel schien auf einen Prinzen nur zu warten. Ich strich das geschirrtuchgroße Laken über der Matratze glatt. Während ich meine Hand über das Satinband gleiten ließ, fragte ich mich, wie es eigentlich sein mochte, ein Mädchen großzuziehen. Der ganze Tüll und die Barbie-Puppen waren vermutlich kompliziert. Wie Jungen funktionierten, wusste ich. Man brauchte in erster Linie viel Kraft – vor allem fürs Herumrennen und fürs Brüllen. Jungen sind direkt, eindeutig, was ihre Gefühle betrifft. Sie haben zu ihren Müttern eine spezielle Bindung. Sam und ich hatten oft ein Kussspiel gespielt, eine Art Fangen. Gewonnen hatte derjenige, der dem anderen den letzten Kuss auf die Wange gedrückt hatte, und das Ganze endete regelmäßig damit, dass wir beide vor Lachen japsend zusammenbrachen."

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