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Cold Hard Love Stories von Bill, Frank (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.08.2012
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
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Cold Hard Love

Waffenschmuggel und Crystal Meth. Schlägereien und Mord. Die Männer verprügeln, betrügen und verkaufen ihre Frauen. Die Frauen vergelten ihnen das nicht selten mit einem Bauchschuß. Frank Bills Geschichten schöpfen aus dem Vollen eines Lebens in Extremen und entladen ihre Kraft mit der Wucht einer abgesägten Schrotflinte. Die Welt von Southern Indiana, die Frank Bill in diesem infernalischen Panorama zeichnet, ist weit weg von den Versprechen unendlicher Freiheit und Weite. Nichts ist hier heilig, nicht die Liebe, nicht einmal die Familie dient mehr als Bollwerk gegen die Zumutungen der Welt. Die Gewalt regiert in dieser einst glückverheißenden Landschaft. Und ein schlechtgelaunter Gott stellt ihre Bewohner täglich vor die Wahl zwischen Hölle und Hölle. Frank Bill lebt und schreibt in Southern Indiana. Seine Erzählungen wurden in zahlreichen Magazinen veröffentlicht; u.a in Granta , Playboy , Oxford American , New Haven Review , Talking River Review , Plots With Guns . In seinem Blog gibt er regelmäßig Auskunft über sein Schaffen. Zurzeit arbeitet er an seinem Roman Donnybrook .

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 220
    Erscheinungsdatum: 13.08.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518779309
    Verlag: Suhrkamp
    Originaltitel: Crimes in Southern Indiana
    Größe: 2751 kBytes
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Cold Hard Love

HILL CLAN CROSS

P itchfork und Darnel platzten wie zwei Schrotladungen durch die verschrammte Moteltür. Das Gänseblümchenbett war die Grenze, durch die Pitchfork Dealer und Käufer voneinander trennte. Anschließend bohrte er mit seiner rechten Hand den Lauf eines 45-Kaliber-Colt zwischen Karls zusammengewachsene, torfschwarze Brauen. Irvines grüne Augen separierte er mit der abgesägten 12-Kaliber-Flinte in seiner Linken, stieß die beiden jungen Männer von der Matratze weg, stellte sie vor die nikotingelbe Wand und befahl: "Wirf die Rucksäcke ab, Karl!"

Karl hatte Arme wie Abschleppseile, die jetzt in abgehackt epileptischem Rhythmus zuckten. Er ließ zwei schwere Militärrucksäcke auf den Teppich fallen. Irvines Brust hob und senkte sich hastig, er hyperventilierte und sagte mit schleppendem Southern-Indiana-Akzent: "Das ist unser Deal."

Hinter Pitchfork trat Darnel, der große Bruder, die Moteltür zu und nahm sich der beiden Käufer an, drängte sie rechts vom Bett gegen den Nachttisch und klatschte einen Totschläger aus Leder auf Dodo Kirbys spitzen Haaransatz. Verhalf dessen Knien und dem Lederrucksack zu intensiverem Kontakt mit dem von Zigarettenbrandlöchern übersäten Teppich. Dodos kleiner Bruder Uhl trat vor, und seinem Maul voller fleckiger Zähne entfuhr ein: "Verfluchte Scheiße, du kannst doch nicht ..." Darnel kam dem Hinweis mit seinem Totschläger nach. Zertrümmerte Uhls Nase. Machte aus seinen Lippen Blaubeermatsch. Schob den Totschläger in eine Tasche seiner Arbeitshose und zog aus einer anderen eine kleine Rolle Zaundraht. Schüttelte den Kopf und sagte: "Was kann ich nicht? Wir haben nie unser Okay gegeben. Wir nehmen uns, was uns gehört."

Pitchfork und Darnel mussten feststellen, dass mehrere ihrer Lagerfässer gewichtsmäßig nicht ganz auf der Höhe waren, als ein Kunde noch mal nachwog und alles andere als glücklich war. Wenn man bedenkt, dass man sowieso nur einigen wenigen Auserwählten trauen kann, hatten sie schon einen gewissen Verdacht, wer das Dope abgegriffen hatte. Sie weihten den für Harrison County zuständigen Sheriff Elmo Sig ein, der schon seit zehn Jahren auf ihrer Gehaltsliste stand und sie das einzige Motel der Stadt für ihre Geschäfte nutzen ließ. Sig hatte Augen und Ohren in den umliegenden Counties, nämlich einen Kerl, der sich AK nannte. AK lieferte Gerüchte, die er über zwei Mittzwanziger mit erstklassigem Gras aufgeschnappt hatte. Müssten es ganz schnell zu Geld machen. Wollten den Deal in demselben Motel über die Bühne bringen, in dem Darnel und Pitchfork gewöhnlich ihre Geschäfte abwickelten.

Darnel ging in die Knie. Drückte Uhl eins davon in dessen blaues Flanell-Rückgrat. Schlang enge Achter aus Draht um Uhls Handgelenke. Zog eine Blechschere aus der Arschtasche. Schnitt den Draht durch.

Schweiß überschwemmte die munter sprießenden roten und eitrig weißen Aknepickel auf Karls Stirn, während er schrie: "Wir haben geholfen, die Ernte einzufahren, als ihr mit was anderem beschäftigt wart, wir haben sie getrocknet, gewogen und abgepackt! Wir haben einen Anteil am Profit verdient."

Pitchfork zog den Colt mit seinem vernarbten rechten Arm zwei Zentimeter von Karls Brauenbalken weg. Donnerte ihm den Lauf gegen die Stirn. Karl brüllte: "Fuck!" Pitchfork erklärte dem Jungen: "Ihr verdient so viel, wie euch zusteht."

Hinter Pitchfork, auf der anderen Seite des Betts, war Darnel inzwischen mit Dodos Handgelenken fertig. Er stand auf. Sagte zu Karl: "Du wärst bloß Suppe am Bein deiner Mama, hätte ich dich nicht abgeleckt und w

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