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Conrads fesselnde politische Romane Zwischen Erlebtem und Erfundenem: Der Geheimagent + Nostromo + Mit den Augen des Westens von Conrad, Joseph (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.03.2015
  • Verlag: e-artnow
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Conrads fesselnde politische Romane

Dieses eBook: 'Conrads fesselnde politische Romane' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Joseph Conrad (1857-1924) war ein Schriftsteller polnischer Herkunft, der seine Werke in englischer Sprache verfasste. Seine bekanntesten Werke sind die Romane Lord Jim, Nostromo und Herz der Finsternis. Inhalt: Nostromo: Schauplatz des Romans ist die fiktive Republik Costaguana. Sie steht für ein Klischee Südamerikas, in dessen Geschichte Bürgerkriege und Diktaturen ständig wechseln. Die Romanfigur Decoud sagt über diese Republik 'mit einem Simon Bolivar zugeschriebenen Zitat' (Wolter), sie sei 'nicht zu regieren. Wer für seine Befreiung tätig war, hat das Meer gepflügt'. Als Vorbild für die Stadt Sulaco, die als Hafenstadt eine besondere Rolle in dem Roman spielt, diente Conrad die Hafenstadt Cartagena in Kolumbien, die er auf seinen ersten Fahrten als Schiffsmaat auf französischen Schiffen in die Karibik und nach Südamerika flüchtig kennenlernte. Das Material für die Gestaltung der Schauplätze des Romans erhielt Conrad vor allem durch die persönliche Beratung und die Bücher seines Freundes Cunninghame Graham, der in Südamerika an verschiedenen Revolutionen teilgenommen hatte. Der Geheimagent: Hinter der Ebene des Spionageromans verbirgt sich eine komplexe und ironische Auseinandersetzung mit dem kleinbürgerlichen Leben in der modernen Großstadt.Conrad selbst hielt ihn für einen seiner besten Romane. Im Londoner Stadtteil Soho betreibt Adolf Verloc einen kleinen, nicht allzu gut gehenden Laden, in dem er pornographische Erzeugnisse und Nippes verkauft. Er lebt mit seiner Frau Winnie und ihrem geistig behinderten Bruder Stevie in einer kleinen Wohnung hinter dem Laden. Was seine Frau nicht weiß: Er liefert Berichte über die anarchistischen Kreise, in denen er verkehrt, gegen gute Bezahlung an eine Botschaft. .. Mit den Augen des Westens

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 252
    Erscheinungsdatum: 15.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026833185
    Verlag: e-artnow
    Größe: 1425 kBytes
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Conrads fesselnde politische Romane

II

Inhaltsverzeichnis

Als einziges Anzeichen geschäftlicher Betriebsamkeit innerhalb des Hafens ist von der Großen Isabelle aus der wuchtige Kopf der hölzernen Landungsbrücke zu erkennen, den die Oceanic Steam Navigation Company (die O. S. N,, wie sie genannt wird) über den seichten Teil der Bucht hat schlagen lassen, bald nachdem sie sich entschlossen hatte, aus Sulaco einen ihrer Anlegehäfen in der Republik Costaguana zu machen. Der Staat weist an seiner langen Küste mehrere Häfen auf, die aber alle - Cayta, einen bedeutenden Platz, ausgenommen - entweder nur kleine, unzugängliche Einlasse in einem Eisenwall darstellen - wie Esmeralda zum Beispiel, sechzig Meilen südlich - oder nur offene Reeden, den Winden ausgesetzt und von der Brandung gepeitscht.

Vielleicht hatten die atmosphärischen Bedingungen, die die Kauffahrer vergangener Zeiten fernhielten, die O. S. N. Kompagnie bewogen, in den heiligen Frieden einzubrechen, in dem Sulaco sein geborgenes Dasein führte. Die umspringenden Brisen, die auf dem weiten Halbkreis der Gewässer innerhalb der Spitze von Azuera ihr Spiel trieben, konnten der Dampfkraft der ausgezeichneten Flotte der Gesellschaft nichts anhaben. Jahr um Jahr waren die schwarzen Leiber ihrer Schiffe die Küste hinauf und hinunter gezogen, hinein und heraus, über Azuera hinaus, über die Isabellen, über die Punta Mala, ohne Rücksicht auf irgend etwas, außer auf die Tyrannei der Zeit. Ihre Namen, alle aus der Mythologie entlehnt, wurden vertraute Worte längs einer Küste, die nie von den Göttern des Olymps beherrscht worden war. Die Juno war lediglich wegen ihrer bequemen Mitschiffksajüten bekannt, der Saturn wegen der guten Laune seines Kapitäns und der prächtigen Vergoldung und Malerei des Salons, während der Ganymed hauptsächlich für Viehtransport eingerichtet war und von Küstenpassagieren besser gemieden wurde. Noch dem letzten Indianer im verlassensten Küstendorf war der Zerberus vertraut, ein kleiner schwarzer Ratterkasten ohne nennenswerte Einrichtung für Passagiere, dessen Aufgabe darin bestand, längs der waldigen Küste unter den schauerlichen Felsen hinzukriechen und verbindlich vor jeder kleinsten Gruppe von Hütten anzuhalten, um Landesprodukte einzunehmen, bis hinunter zu Dreipfundpaketen von Rohgummi, in dürre Blätter verpackt.

Und da sie selten auch nur das kleinste Paket in Verlust gehen ließ, äußerst selten etwa einen Ochsen einbüßte und nie einen einzigen Passagier ertränkt hatte, so stand der Name der O. S. N. in mächtigem Ansehen. Die Leute erkannten an, daß unter der Obhut der Gesellschaft ihr Leben und ihr Eigentum auf dem Wasser sicherer wären als in ihren eigenen Häusern an Land.

Der Inspektor der O.S.N. in Sulaco für den gesamten Dienstzweig Costaguana war überaus stolz auf die Stellung seiner Gesellschaft. Er faßte das in einen Ausspruch zusammen, den er oft im Munde führte: "Wir machen niemals Fehler." Den Offizieren der Gesellschaft gegenüber wurde es zur eindringlichen Mahnung: "Wir dürfen keine Fehler machen. Ich will hier keine Fehler haben, ganz gleich, was Smith dort drüben auf seiner Seite tut!"

Smith, den er zeit seines Lebens nie mit Augen gesehen hatte, war der andere Inspektor der Gesellschaft, mit dem Dienstsitz etwa fünfzehnhundert Meilen weg von Sulaco. "Reden Sie mir nicht von Ihrem Smith."

Dann pflegte er sich plötzlich zu beruhigen und den Gegenstand mit gespielter Nachlässigkeit fallen zu lassen.

"Smith weiß von diesem Land nicht mehr als ein Säugling."

"Unser ausgezeichneter Señor Mitchell" für die Handels- und Beamtenwelt von Sulaco; "der geschwätzige Joe" für die Kapitäne der Gesellschaft, brüstete sich Kapitän Joseph Mitchell mit seiner tiefen Kenntnis von Menschen und Dingen im Lande - den "cosas de Costaguana". Unter diesen letzteren hob er als äußerst ungünstig für den geordneten Dienst seiner Gesellschaft die häufigen Regierungswechsel hervor, die durch Mili

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