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Dünenwinter und Lichterglanz Liebesroman von Janz, Tanja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.11.2018
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Dünenwinter und Lichterglanz

Winterzauber in St. Peter-Ording: Wo sich Wünsche fast von alleine erfüllen

Die Hiobsbotschaft erreicht Alida kurz vor Weihnachten: Ihre TV-Sendung "Wohnexpertin" wird eingestellt. Alida ist geschockt. Ausgerechnet jetzt! In ihrer Verzweiflung schreibt sie einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann, an dessen Erfüllung sie aber selbst nicht glaubt. Weil sie in Berlin nichts hält, setzt sie sich ins Auto und fährt nach Norden. Über Umwege landet sie im verschneiten St. Peter-Ording. Noch ahnt sie nicht, dass sich in dem kleinen Küstenörtchen nach und nach ihre Wünsche erfüllen werden.

Tanja Janz wollte schon als Kind Bücher schreiben und malte ihre ersten Geschichten auf ein Blatt Papier. Heute ist sie Schriftstellerin und lebt mit ihrer Familie und zwei Katzen im Ruhrgebiet. Neben der Schreiberei und der Liebe zum heimischen Fußballverein schwärmt sie für St. Peter-Ording, den einzigartigen Ort an der Nordseeküste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 05.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955768560
    Verlag: MIRA Taschenbuch
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Dünenwinter und Lichterglanz

Prolog

St. Peter-Ording, Frühling 1949

Edith hob ihren Koffer vom Bett. "Wir müssen uns sputen, sonst fährt der Wagen ohne uns zum Bahnhof."

"Gehe ruhig schon vor. Ich komme gleich nach, muss nur noch ein paar letzte Dinge einpacken", sagte Gerda zu ihrer Zimmergenossin.

"Beeil dich." Edith lächelte und verließ mit dem Gepäck in den Händen den Raum.

Schnell verstaute Gerda ihr Nachtkleid und ein Paar Kniestrümpfe in ihrem Koffer. Dann öffnete sie zum letzten Mal das Fenster des Zimmers, das sie sechs Wochen lang mit Edith bewohnt hatte. Über den Dünen hing noch morgendlicher Seenebel, der die Sonnenstrahlen mit seinem milchigen Dunst zu verschlucken schien. Eine sanfte Brise strich durch Gerdas Haar und trug den salzigen Geruch des Meeres zu ihr. Sie schloss die Augen und hielt kurz inne. Dann schaute sie hoch zum Himmel, der nur von ein paar harmlosen Schleierwolken bedeckt war, als hätte es den Frühlingssturm vom Vortag nie gegeben. Gerda blickte den Möwen nach, die Richtung Strand flogen und bald über dem Meer verschwunden waren. Das alles würde sie vermissen - und noch mehr.

War es wirklich schon sechs Wochen her, dass sie die Heilbehandlung ihres bronchialen Asthmas in der Nordsee-Kuranstalt Goldene Schlüssel angetreten hatte? Sie konnte nicht glauben, dass die Zeit in St. Peter-Ording wie im Flug vergangen war. Die erste Woche ihres Aufenthaltes hatte nicht den Anschein gemacht, dass ihr eine aufregende Zeit bevorstehen könnte. Spaziergänge mit der Frauengruppe in der heilsamen Luft des Wattenmeers, Turnübungen am Strand, Sonnenkuren im Liegestuhl und Meerwasserbäder wechselten sich in regelmäßiger Gewohnheit ab. Alle Aktivitäten konzentrierten sich einzig und allein auf die Stärkung der Gesundheit. Ablenkung schien nicht in Sicht zu sein. Doch dann hatte Edith sie eines Nachmittags dazu überredetet, mit ihr zu einem Kurkonzert zu gehen. Die lebenslustige Frau hatte Gerda keine Möglichkeit gelassen, sich herauszureden. Sie hatte geradezu darauf bestanden, dass Gerda ihr blaues Sonntagskleid anzog und ihr beim Frisieren ihrer Haare geholfen. Mit gekonnten Handgriffen zauberte sie Gerda eine Hochsteckfrisur und lieh ihr eine hübsche Spange. Eine Ehrensache für Edith, die in ihrem Heimatort am Niederrhein zusammen mit ihrem Mann einen Friseursalon betrieb.

Das Kurkonzert hatte in einem Pfahlbau, einem der gestelzten Häuser am Strand, in der Nähe der Seebrücke stattgefunden. Kurgäste und auch Einheimische hatten sich dicht an dicht auf dem überdachten Vorbau der Holzhütte versammelt. In dem Gedränge löste sich die geliehene Spange aus Gerdas Haar und fiel zu Boden. Rasch ging Gerda in die Hocke, um sie zwischen den Menschenfüßen möglichst schnell wiederzufinden, bevor jemand sie zertrat. Und plötzlich war da dieser Mann neben ihr, dessen Augen in dem warmen Licht der untergehenden Sonne strahlend leuchteten und auf dessen Handfläche Ediths Spange lag. Gerda war für einen Moment wie benommen. Die Musik der Kapelle und die Geräusche der sie umgebenden Menschen waren in den Hintergrund getreten. Sie betrachtete den Mann schüchtern. Gut sah er aus. Er war schlank, trug ein helles Hemd und eine dunkle Hose. Gerda schätzte ihn auf Anfang zwanzig. Er hatte blondes strubbeliges Haar. Ihr fiel seine gesunde Gesichtsfarbe auf, die darauf schließen ließ, dass er sich viel an der frischen Luft aufhielt. Um seine Augen hatten sich Lachfältchen gebildet. Gerda schüttelte lächelnd den Kopf und nahm Ediths Haarspange. Sie bedankte sich bei dem Fremden und wollte sich wieder ihrer Freundin zuwenden, doch sie konnte sich nicht von dem Anblick dieses Mannes losreißen. Er sah ihr in die Augen, und die Welt schien stillzustehen. Dann fragte er sie nach ihrem Namen und ob ihr die Musik gefalle. Gerda antwortete zurückhaltend, doch seine aufgeschlossene Art gefiel ihr. Als er sie auf einen Kaffee einladen wollte, warf sie zunächst einen Blick zu Edith, die m

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