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Dann klappt's auch mit dem Nachbarn von Nouns, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2015
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Dann klappt's auch mit dem Nachbarn

Anne, geschieden und attraktiv, sucht nach dem nächsten Mann fürs Leben... Anne, hin- und hergerissen zwischen Alltagsfrust und romantischen Träumen, ist auf der Suche nach dem zweiten, diesmal aber wirklich ganz großen Glück! Nach einigen enttäuschenden nachehelichen Beziehungen pfeift sie auf den blöden Zufall und startet eine Anzeigenkampagne. Mit dem Ergebnis, dass sie einen Klasse-Mann nach dem anderen trifft, mehr als Romanzen erlebt - und unfreiwillig einen tiefen Einblick ins Schattenreich zwischengeschlechtlicher Beziehungen erhält. Wird ihr Traum vom Traummann doch noch irgendwann Wirklichkeit?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 01.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955306632
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1061 kBytes
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Dann klappt's auch mit dem Nachbarn

1

Anne war nicht frisch geschieden. Sie hatte schon die erste und nun auch die zweite posteheliche Liebelei hinter sich, seit gerade vierundzwanzig Stunden. Freitag gegen siebzehn Uhr hatte sie David verlassen, für immer. Jedenfalls hatte sie diejenige sein wollen, die ihn verließ - und nicht etwa umgekehrt. Leider war der Auftritt nicht sehr überzeugend gewesen, denn er hatte nicht widersprochen und nicht mehr Betroffenheit gezeigt, als unbedingt nötig war.

Mittlerweile ging es ihr deshalb genau so, wie es ihr immer ging, wenn sie verlassen wurde.

Übrig blieb dieses scheußliche Gefühl, Hoffnungen, Träume und Zukunft zu verlieren.

Hatte sie gestern noch einen Triumph erlebt, als sie erhobenen Hauptes und ohne sich umzublicken Davids Wohnung verließ, so hatte heute das scheußliche Gefühl endgültig gesiegt. Dennoch verbot sie sich, diesen Samstagabend ausfallen zu lassen. Sie konnte es sich nicht leisten, womöglich die Bekanntschaft eines neuen, potentiellen Partners zu verpassen, und so kam ihr die Einladung zu einer Party mit vielen Leuten, von denen sie wahrscheinlich nur die Gastgeber kannte, sehr gelegen.

Der Gedanke an die vielen Fremden bereitete ihr jedoch Unbehagen. Dagegen konnte Anne sich nicht wehren, sie hatte es nie gekonnt, auch früher nicht.

Als kleines Kind hatte sie sich immer wie verrückt auf die weihnachtlichen Besuche ihrer Tante gefreut. Tante Edda reiste jedes Jahr am dreiundzwanzigsten Dezember mit ihrem Auto an, und die Familie erwartete gegen Abend ihre Ankunft. Tage vorher steigerte sich Annes Freude immer weiter, aber dann, wenn es am Vorweihnachtstag zu dämmern begann, kurz bevor sich ihre Freude in Tante Eddas Armen hätte entladen können, stockte sie. Um Annes kleines Herz legte sich langsam ein kalter Ring der Beklemmung. Vater überprüfte zu diesem Zeitpunkt gewöhnlich den Christbaumständer auf Standfestigkeit und pfiff manisch sein Repertoire an Weihnachtsohrwürmern vor sich hin. Mutter rührte derweil nervös in der Küche und verschanzte sich hinter hektischer, fast fröhlicher Betriebsamkeit. Als Erwachsene versuchte Anne oft vergeblich, sich zu erinnern, was an diesen Nachmittagen gesprochen wurde. Ob sie Fragen gestellt hatte oder ob ihr Fragen gestellt wurden? Ob geschwiegen oder aufgeregt geschwätzt wurde? Sie konnte es nicht sagen. Mit Sicherheit wußte sie aber, daß sie nicht singend durch die Wohnung gehüpft war: "Ich freu mich so auf Tante Edda. Ich freu mich so auf Tante Edda. Ich freu mich. Ich freu mich."

Auch kuschelte sie sich nicht alle zehn Minuten an die Mama: "Mama, wie lange dauert's noch, bis Tante Edda kommt?"

Wenn das Auto der geliebten Tante mit kurzem Hupen vorfuhr und Vater und Mutter sich augenblicklich in die temperamentvollsten, herzlichsten Menschen der Welt verwandelten, aufsprangen und ans Fenster rannten, klopften und gestikulierten, dann zog der kalte Ring um ihre Brust sich zu. Anne verkroch sich wie ein krankes Kätzchen hinter das Sofa oder den Vorhang, einmal sogar in den Schlafzimmerschrank.

In diesen Verstecken, verborgen vor Mutters, Vaters und Tante Eddas Blicken, entlud sich dann die ungeheure Spannung. Von Weinkrämpfen geschüttelt, wartete sie, bis man sie fand. Tante Edda nahm sie in ihre Arme, küßte und herzte sie, setzte sie auf ihren Schoß und schenkte ihr alle Aufmerksamkeit, bis sie aufhörte zu weinen.

Anne wußte nicht, wann sie dieses Begrüßungsverhalten abgelegt hatte. Eines Tages war es vorbei, nur die Angst blieb. Sie wurde zu einer Angst vor Begegnungen mit Fremden, die sie bis ins fünfunddreißigste Lebensjahr begleiten sollte. Spontane Begegnungen meisterte sie ohne Schwierigkeiten. Aber wehe, sie hatte Zeit, sich stunden- oder gar tagelang darauf vorzubereiten. Dann trieb ihre Phantasie häßliche Blüten: Dumm würde sie wirken, ungeschickt, plump und dick, unansehnlich.

Anne zog sich für die Party um. Da sie sich frisch verlassen fühlte, konnte sich d

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