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Das Böse im Blut Roman von Blake, James C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.08.2013
  • Verlag: Verlagsbuchhandlung Liebeskind
eBook (ePUB)
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Das Böse im Blut

Im Herbst 1842 bricht das Unglück über die Brüder Edward und John Little herein. In Georgia ersticht der Vater der beiden Jungen einen Mann, der so unvorsichtig war, ihre Mutter zum Tanz aufzufordern. Die Familie flieht vor dem Gesetz in die Sümpfe Floridas, wo es zur Katastrophe kommt. Nach einer Bluttat, die von nun an ihre Träume beherrschen wird, brechen die Brüder nach Westen auf, um dort ihr Glück zu finden. Aber das Grenzland zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko entpuppt sich als Vorhof zur Hölle, wo Mörderbanden und blutrünstige Indianer Angst und Schrecken verbreiten. Getrieben von ihren inneren Dämonen verstricken sich Edward und John Little in ein Leben voll roher Gewalt. Doch dann werden die beiden in den Wirren des Amerikanisch-Mexikanischen Krieges getrennt und stehen sich plötzlich auf feindlichen Seiten gegenüber ... Die Abenteuer von Edward und John Little sind eine grandiose Abrechnung mit dem Mythos des Wilden Westens. James Carlos Blake erweckt eine Epoche zum Leben, ohne sie zu verklären, und führt uns so vor Augen, dass Amerika auf Hass, Gewalt und Habgier gebaut ist. Auf das Böse im Blut.

James Carlos Blake, 1947 in Mexiko geboren, verbrachte seine Kindheit in Texas. Nach der Highschool ging er zur Armee und schrieb sich dann an der Universität von Florida ein. Er machte seinen Abschluss und unterrichtete fast zwanzig Jahre lang am College, bevor er Mitte der neunziger Jahre als freier Schriftsteller nach Texas zurückkehrte. Seit 1995 hat er elf Romane veröffentlicht, für die er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Los Angeles Times Book Prize für 'Das Böse im Blut'. James Carlos Blake lebt heute in Arizona.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 19.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954380190
    Verlag: Verlagsbuchhandlung Liebeskind
    Originaltitel: In the Rogue Blood
    Größe: 1968kBytes
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Das Böse im Blut

I

DIE FAMILIE

1 Im Sommer 1845 war Edward Little sechzehn Jahre alt und von ruhelosem Blut. Er kniete im Morgengrauen vor einem Baumstumpf neben dem Stall und schnitzte bedächtig an einer Rinde. Er hatte oft auf diesem Stumpf gesessen und beobachtet, wie die Sonne in die Bäume sank, und sich gefragt, wie groß die Entfernung sein mochte zwischen dort, wo er saß, und dort, wo die Sonne noch senkrecht am Himmel stand. Seine Familie war im Herbst '42 in diese sumpfige Wildnis geflüchtet, knapp östlich des Perdido und beinahe zwei Tagesritte nördlich von Pensacola, als Daddyjack sie nach einem Aufruhr bei einem Scheunenfest aus dem Hochland von Georgia fortbrachte. Es hatte einen Toten gegeben, und der örtliche Konstabler hatte eine Untersuchung eingeleitet. Der Getötete hieß Tom Rainey. Er war ein Jugendfreund von Edwards Mutter und hatte sich erdreistet, sie zum Tanz zu bitten. Sie schüttelte den Kopf, ebenso sehr um ihn zu warnen, wie um ihn abzuweisen, doch noch bevor er sich fortwenden konnte, stand da Daddyjack schon vor ihm, die Augen vom Trinken gerötet und sehr erbost über Raineys Vertraulichkeit gegenüber seiner Frau. Harte Worten schlugen plötzlich in Handgreiflichkeiten um, und Leute stoben auseinander, als ein Tisch umstürzte, und dann starrte Rainey mit großem ungläubigem Blick auf den Messergriff, der, fest in Daddyjacks Hand, aus seinem Brustbein stak. Edward war dreizehn und hatte schon so manchen Mann unter gefällten Bäumen, nach einem Maultiertritt gegen den Schädel und mit irrem Fieberblick auf der Pritsche liegend sterben sehen, doch hier war er zum ersten Mal Zeuge eines Mordes und dessen rascher und vollkommener Endgültigkeit. Daddyjacks entschlossene Miene, als dieser die Klinge noch einmal heftig drehte, bevor er sie mit einem Ruck herauszog, brachte sein Blut in Wallung. Rainey taumelte, und sein Gesicht sackte zusammen, als er mit staunend geöffnetem Mund auf die hellrote Blüte vorne auf seinem Hemd starrte, und dann die Augen verdrehte und tot umfiel. Daddyjack brachte die Familie dort so schnell hinaus, wie die Umstehenden von der Tür zurückwichen. Der Junge war fast atemlos und hatte einen trockenen Mund, weil er gerade etwas von sich selbst gesehen hatte, etwas Schreckliches und Beglückendes und Drängendes zugleich, dem er sich nicht verweigern konnte, irgendein grimmiger Bereich seines eigenen Seins, der ihn erwartete wie der Horizont in den Badlands, rot wie die Hölle.

2 Ihr Planwagen war Richtung Florida gezockelt auf schmalen schlammigen Pfaden, die sich durch tiefe Kiefernwälder schlängelten und Marschsavannen überquerten und dunkle Sumpfgebiete säumten, wo das Moos schwer herabhing und Irrlichter im Abenddunst flackerten. Daddyjacks Pferd lief an einem Führstrick hinterher, und ihre beiden Hunde trotteten daneben. Hin und wieder war bei den seltenen Kreuzungen ein Gasthof, wo Daddyjack das Gespann festmachte und eintrat, um einen Becher des örtlichen Branntweins zu kosten, während Edward und sein Bruder John die Tiere tränkten und den Gesprächen vorbeikommender Reisender lauschten. So manche Gruppe Auswanderer, der sie begegneten, war unterwegs in die Republik Texas. Alle hatten gehört, ihre Herrlichkeit sei nicht zu beschreiben, und sie sprachen darüber, als hätten sie sie schon mit eigenen Augen gesehen - die hochragenden Kiefernwälder und das fruchtbare Tiefland, die lange geschwungene Küste und die wogenden grünen Hügel, die riesigen Ebenen, die sich über unzählige Meilen bis zu den westlichen Bergen erstreckten. Man hatte ihnen versichert, ein Mann könne in Texas gut leben, wenn er nur den Mut habe, der mexikanischen Armee und den marodierenden Banden roter Wilder die Stirn zu bieten. Es würde sowieso mit Sicherheit in Kürze ein Bundesstaat werden, zum Teufel mit mexikanischen Einwänden. Daddyjack hörte einmal einen Trupp von ihnen, und als er die Maultiere zurück auf den südlich

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