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Das Erbe der Kräuterfrau Historischer Roman von Schacht, Andrea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.11.2019
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Das Erbe der Kräuterfrau

Endlich: Das große Finale der Bestsellerreihe um die gewitzte Fährmannstochter Myntha! Die Kräuterkundige Sybilla wird tot in ihrer Kate aufgefunden. Ein Schock für Myntha, denn sie hatte immer geglaubt, dass die rüstige Alte sie überleben würde. Doch irgendetwas stimmt mit dem Leichnam nicht. Wurde die Kräuterfrau etwa vergiftet? Unter den Bürgern Kölns war Sybilla seit jeher als Zauberin verschrien und hatte viele Feinde. Die Liste potenzieller Mörder ist also lang. Myntha macht sich auf die Suche nach dem Täter und wird plötzlich entführt. Hätte sich die Fährmannstochter doch besser aus allem herausgehalten - schließlich steht eine Hochzeit kurz bevor, und dabei darf genau eine nicht fehlen: die Braut! Andrea Schacht (1956 - 2017) war lange Jahre als Wirtschaftsingenieurin und Unternehmensberaterin tätig, hat dann jedoch ihren seit Jugendtagen gehegten Traum verwirklicht, Schriftstellerin zu werden. Ihre historischen Romane um die scharfzüngige Kölner Begine Almut Bossart gewannen auf Anhieb die Herzen von Lesern und Buchhändlern. Mit "Die elfte Jungfrau" kletterte Andrea Schacht erstmals auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, die sie auch danach mit vielen weiteren Romanen eroberte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 18.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641195090
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 1759 kBytes
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Das Erbe der Kräuterfrau

1. Kapitel

Eine Biene nahm ihren brummelnden, tänzelnden Anflug auf die weiße Rosenblüte und ließ sich in dem duftenden Kelch nieder. Der üppige Rosenstrauch schmückte die sonnige Südseite der Löwenburg und bildete mit seinem dunklen Laub und seinen hängenden Blüten einen anmutigen Kontrast zu den grauen Steinen des Gemäuers. Myntha schloss die Augen und sog den süßen Geruch ein, der an diesem warmen Septembertag die Luft durchwebte. Der Rosenbusch war ein Wunderwerk, ein Geschenk eines frühen Kreuzfahrers und der Erfolg einer liebevollen Pflege der Burgherrinnen über viele Jahre. Nicht überall wuchs die herbstblühende Damaszenerrose so üppig wie hier auf der Burg.

Und wie auch diese Rose war der Spross derer von der Löwenburg äußerst kräftig und ansehnlich, ein junger Mann, dessen neue Rüstung im Sonnenlicht glänzte. Stolz und aufrecht folgte Henning, der soeben seine Ritterwürde erhalten hatte, der Messe. Stolz stand ihm gut, dem ehemaligen kleinen Taschendieb, dem Gehilfen des Rabenmeisters, dem Falkner und Edelknappen des Herrn von Odenhausen. Er hatte ihn sich durch einen langen, beschwerlichen Weg durch die Abgründe von Demütigung, Verrat und Trauer verdient.

Ritter Henning von der Löwenburg - jetzt war es also so weit.

Myntha erlaubte sich einen neugierigen Blick auf den Mann weiter vorne, der genau wie sie alle kniend die Gebete sprach. Frederic Bowman, Meister der Raben, über ein Jahr der Herr über Hennings Geschick, verlor hier und heute einen Freund. Er schien es mit Gleichmut zu tragen, doch Myntha wusste, dass der junge Mann ihm fehlte. Seit Henning zu Pfingsten als Knappe in den Dienst von Johannes von Odenhausen getreten war, schien der düstere Bogenschütze sich noch mehr zurückgezogen zu haben. Einige Wochen war er aus seiner Kate verschwunden, hatte nur mürrisch bemerkt, dass er sich auf der Burg von Lunecke um die Sperber und Falken kümmern müsse. Jetzt war er zurückgekommen, doch seine Laune hatte sich nicht verbessert.

Deutlich heiterer wirkte indes der Ritter Johannes von Odenhausen. Er hatte ihr zumindest ein Lächeln gesandt, wenngleich seine Aufmerksamkeit zu gleichen Teilen von der vornehmen Dame Berenice und seiner Begleitung, einer ebenso schönen wie anmutigen Frau, in Anspruch genommen wurde. Johannes' Schwester hatte auch Myntha durchaus freundlich begrüßt und einige höfliche Worte mit ihr gewechselt, aber dennoch streifte sie das leichte Gefühl, dass die Dame nicht vollends mit der Absicht ihres Bruders einverstanden war, einer Fährmannstochter den Hof machen zu wollen.

Johannes von Odenhausen hatte an dem denkwürdigen Pfingstturnier überraschend Myntha seine Aufmerksamkeit geschenkt, und sie hatte lange darüber nachgedacht, ob sie der Werbung des Ritters nachgeben sollte. Sicher, er war etliche Jahre älter als sie, doch ein stattlicher, ansehnlicher Mann von herzlichen Manieren. Und ganz gewiss war er als Gatte dem einäugigen Mühlenerben vorzuziehen, der bislang ihr einziger Bewerber war. Dennoch zögerte Myntha noch immer - zu weit lag die Burg von ihrem heimischen Fährhaus in Mülheim entfernt. Weit von ihrem vertrauten Leben, vor allem weit von ihren Freunden und ihrer Familie entfernt würde sie sich vermutlich einsam fühlen, zumal die leise Missbilligung der ritterlichen Familie dann umso deutlicher zu spüren wäre.

Und dann war da noch die verwitwete Dame Berenice, die recht deutlich machte, dass auch sie den Ritter als geeigneten Nachfolger ihres Gatten betrachtete. In den Augen von Johannes' Schwester eine sicherlich weitaus passendere Wahl, wie Myntha bange bemerkte.

Dennoch, sie sollte sich Hennings Ehrentag nicht durch solche trüben Gedanken verderben lassen.

Die Messe neigte sich endlich dem Ende entgegen, und die Lustbarkeiten begannen. Alle strömten in den Hof der Burg und zu der Außentreppe, die zum oberen Stockwerk führte. Dort, im Rittersaal, erwartete sie ein Festmahl, zu dem de

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