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Das Erbe der Päpstin Historischer Roman von Glaesener, Helga (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.09.2020
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Das Erbe der Päpstin

Die Legende lebt Die junge Freya wird Zeuge, wie ihre von dänischen Wikingern entführte Mutter ermordet wird. Anschließend flieht sie gen Süden, getrieben von der Sehnsucht nach ihrem Großvater Gerold. Bald findet sie heraus, dass Gerold inzwischen in Rom lebt, als Schutzherr des Papstes. Verkleidet schafft Freya es, im Jahr 858 in die Heilige Stadt zu gelangen. Doch dort muss sie mitansehen, wie Gerold während einer Prozession ermordet wird - und mit ihm der Papst, der in Wahrheit eine Frau ist: die kluge Heilerin Johanna. Freya beschließt, herauszufinden, wer hinter dem Mord an der Päpstin steckt, auch wenn sie damit übermächtige Feinde auf den Plan ruft. Inspiriert vom Weltbestseller 'Die Päpstin' erzählt Helga Glaesener eine große, sehr eigenständige Geschichte - wie das Mädchen Freya sich aufmacht, das Erbe Johannas zu verteidigen.

Helga Glaesener hat ursprünglich Mathematik und Informatik  studiert, bevor sie sich entschloss, freie Autorin zu werden.  Gleich ihr erster Roman Die Safranhändlerin wurde ein Besteller. Sie lebt heute in Oldenburg. Zuletzt erschien von ihr: Das Seehospital .

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 22.09.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841225467
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2251 kBytes
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Das Erbe der Päpstin

1. Kapitel

Dänemark
Siebzehn Jahre später

Die Dämmerung zog heran und verwandelte den Wald. Eben noch hatte die Sonne den Horizont zum Leuchten gebracht, hatte Buchen, Berberitzen und Seidelbast in rotgoldenes Abendlicht getaucht - nun langte plötzlich die Nacht wie ein Dieb mit schwarzen Fingern in die Baumkronen.

Freya war alarmiert. Wenn es dunkel war, holte Elva ihre Sklavinnen in die Halle, wo die Hausarbeit auf sie wartete. Wolle musste gekämmt, Kleider ausgebessert, Schnürsenkel geflochten, Leder gegerbt, Kessel geschrubbt werden ... Im Trubel des Tages, wenn sich die Arbeit über Gärten, Felder und Ställe verteilte, war es den Sklaven manchmal möglich, sich davonzustehlen, aber nicht in der Nacht, wenn Elva mit scharfem Blick darüber wachte, dass keiner ihrer Leute auf der faulen Haut lag. Müßiggang duldete sie nicht.

Also auf halbem Weg umkehren, ohne in die Falle geschaut zu haben, die sie vor wenigen Tagen bei einem ihrer verbotenen Ausflüge in den Waldboden gegraben hatte? Freya biss sich auf die Lippe. Wie lange war es her, dass sie, ihre Mutter Gisla und ihre Schwester Asta den Magen vollbekommen hatten? Zwei Wochen? Drei? Gestern hatte sie sich erbrochen, weil sie verdorbenes Fleisch in sich hineingestopft hatte. Nein, sie würde weitergehen und darauf hoffen, dass ihr Verschwinden nicht auffiel. Falls sie erwischt würde, müsste sie eben eine Ausrede parat haben.

Und wenn Elva ihr nicht glaubte? Ach was, Schlimmeres als Prügel drohte nicht. Es gab nur sieben Sklavinnen in dem kleinen Dorf, das ihrer Herrschaft gehörte. Elva konnte auf keine davon verzichten. Und schon gar nicht auf das gerade erst zu voller Kraft herangewachsene Mädchen, das ihr noch viele Jahre im Haushalt und auf dem Feld zu Diensten sein sollte.

Freyas Rock blieb an einem Dornenzweig hängen und riss ein. Sie strich über den ausgefransten Stoff. Das würde sie flicken müssen, bevor Elva es bemerkte. Warum verflucht, hatte sie die Falle nur so tief im Wald gegraben? Sie eilte weiter und merkte, wie sich mit Einbruch der Nacht auch die Geräusche änderten. Die Amseln verstummten, stattdessen füllte das unheimliche Buhoo eines Uhus und das Kreischen von Schleiereulen die Luft. Laute, die sie nicht zuordnen konnten, mischten sich in das düstere Konzert der Vögel. Zweige, die unter den Pfoten und Hufen unsichtbarer Tiere brachen, Rascheln, Schnauben ...

Unvermutet begann ihr Herz zu klopfen. War im Langhaus nicht von einem Bären die Rede gewesen, der draußen an der Küste mehrere Lämmer gerissen hatte? Ihr wurde bewusst, dass sich hinter jedem Busch eine Gefahr verbergen konnte. Geächtete retteten sich in die Wälder, wilde Hunde durchstreiften sie, Luchse ... Im letzten Winter hatte ein Rudel Wölfe den kleinen Torfin erwischt. Das Bild seines Körpers, aus dem die Tiere faustgroße Fleischstücke gerissen hatten, war ihr ins Gedächtnis gebrannt. Sie merkte, wie ihre Augen im Bemühen, die Dunkelheit zu durchdringen, zu schmerzen begannen.

Aufhören!, rief sie sich zur Ordnung. Das fehlte noch, dass sie in Panik verfiel. Die einzige echte Gefahr, die drohte, bestand darin, dass sie wegen der Dunkelheit an ihrer sorgfältig präparierten Falle vorbeirannte. Sie würde sich das Tier holen, das hoffentlich von der Maus, die sie als Köder ausgelegt hatte, angelockt worden war, und heimkehren und ... Immer eine Sache nach der anderen.

Freya zog den Kopf ein, um unter einem schräg stehenden Baum hindurch zu schlüpfen. Sie stolperte und rappelte sich wieder auf. Endlich erreichte sie die vom Blitz gefällte Eiche, die ihr als Markierung diente, und bog in ein noch dichter bewachsenes Stück Wald ein. Ein weiteres Dutzend Schritte quer durch die Büsche, und sie hatte die Falle erreicht. Als sie vor der Grube auf die Knie ging, hörte sie es darin rascheln - ihr Herz schwoll an vor Glück. Sie hatte etwas gefangen. Hastig schob sie

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