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Das Erbe der Porzellanmalerin Historischer Roman von Jasmund, Birgit (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.06.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Das Erbe der Porzellanmalerin

Die schöne Malerin von Meißen. Meißen, 1750: Geraldine hat das Rittergut ihres Vaters geerbt. Dann jedoch taucht eine geheime Zusatzklausel des Testaments auf, nach der sie ihr Erbe verliert, wenn sie nicht innerhalb eines Jahres einen standesgemäßen Mann heiratet. Dabei ist eine Ehe das Letzte, was Geraldine will, jetzt, wo es ihr endlich gelungen ist, sich als Porzellanmalerin einen Namen zu machen. Doch ihr offensichtliches Talent ruft Neider auf den Plan - und schon bald scheint nicht nur Geraldines Erbe in Gefahr, sondern auch ihr Leben. Authentisch und kenntnisreich: eine packende Geschichte vor der Kulisse der Meißner Porzellanmanufaktur Birgit Jasmund, geboren 1967, stammt aus der Nähe von Hamburg. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Kiel hat das Leben sie nach Dresden verschlagen. Wenn einem dort der Wind so richtig um die Nase weht, hält sie nichts im Haus. Im Aufbau Taschenbuch Verlag sind von ihr bereits die historischen Romane "Die Tochter von Rungholt", "Luther und der Pesttote", "Der Duft des Teufels", "Das Geheimnis der Porzellanmalerin", 'Das Erbe der Porzellanmalerin', "Das Geheimnis der Zuckerbäckerin" sowie bei Rütten & Loening die Liebesgeschichte "Krabbenfang" erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 14.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841216861
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2292 kBytes
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Das Erbe der Porzellanmalerin

Kapitel 2

W ährend Geraldine sich höchst angenehmen Gedanken hingab, standen auf dem Rittergut ihre Hausdame Frau Aha und der erste Diener Maurice in der Eingangshalle und flüsterten aufgeregt miteinander. Es kam selten vor, dass die beiden die Köpfe zusammensteckten und das noch in der Eingangshalle, in die Frau Aha kaum je kam. Ihr Bereich waren die Vorrats- und Wäschekammern, die Geschirrschränke und die Gesindestuben der Mägde unter dem Dach. Aber nachdem sich im Speisezimmer der Dienerschaft herumgesprochen hatte, wer in Abwesenheit der Herrin zu Besuch gekommen war, hielt es sie nicht länger im Untergeschoss. Mit beiden Händen ihre Röcke raffend war sie hinaufgeeilt.

In Maurice schwarzem Gesicht war seine Gemütslage kaum je zu ahnen, aber an diesem Nachmittag war seine Aufregung unschwer zu erkennen.

"Was treibt diesen Menschen her?", hatte Frau Aha eben flüsternd gefragt.

"Etwas Gutes wird es nicht sein", lautete die Antwort. "Er hätte wieder gehen sollen, nachdem ich ihm gesagt habe, dass Mademoiselle Geraldine nicht daheim ist. Jeder höfliche Mann hätte sich verabschiedet und wäre am nächsten Tag wiedergekommen."

"Höflich! Sie sagen es. Wenn ich daran denke, dass ich ihn als Kind auf meinen Knien geschaukelt habe."

"Das wird nicht der Grund für seine charakterlichen Mängel sein."

Diese ungewohnt pointierte Antwort brachte Maurice einen langen Blick der Hausdame ein. "Es gibt keinen Grund. Der Junge hat nie etwas entbehrt. Ich war ihm Mutter und Vater zugleich, nur die besten Hauslehrer wurden für ihn engagiert. Das sieht man ja auch daran, dass er sein Theologiestudium mit Auszeichnung abgeschlossen hat."

"An den Universitäten in Leipzig und Wittenberg haben sie nur vergessen, ihn auch christliche Demut zu lehren."

"Warum haben Sie ihm gesagt, dass wir die gnädige Frau noch heute zurückerwarten? Sie hätten ihm ins Gesicht lügen sollen, sie sei wochenlang abwesend, dann hätte er wieder gehen müssen. Als Katholik können Sie das doch, zünden hinterher eine Kerze an und sprechen ein Ave Maria, damit alles vergeben ist." Frau Aha schnaubte. Sie hatte vergessen zu flüstern und fuhr sich nun erschrocken mit der Hand über den Mund.

"Das hätte ich am liebsten getan, nur ist er der einzige Sohn des verstorbenen gnädigen Herrn. Wir schulden ihm Respekt und Höflichkeit", erwiderte Maurice bekümmert.

"In welchen Salon haben Sie ihn geleitet?"

"In den Nachmittagssalon."

"Zu schade, dass Sie nicht erfahren konnten, was ihn herführt. Ich hoffe, wir werden nicht gezwungen sein, ihn über Nacht zu beherbergen."

Das war es jedoch, was Maurice befürchtete, denn je später die gnädige Frau zurückkam, desto geringer wurde die Chance, den ungebetenen Gast bei Tageslicht wieder loszuwerden. Ihn in die Nacht hinauszujagen, wäre jedenfalls ein Ding der Unmöglichkeit.

"Wirklich zu schade, dass Thomas gerade jetzt nicht da ist. Er hätte diesen Menschen an gutes Benehmen erinnert", murmelte Frau Aha. Thomas war ihr um ein Jahr jüngerer Bruder, der beinahe ebenso lange auf dem Rittergut diente wie sie. Also sein ganzes Leben lang. Nur war er der Verwalter und regelmäßig mehrere Tage abwesend, um mit den Einwohnern der zum Rittergut gehörenden Dörfer anstehende Arbeiten zu besprechen.

"Trauen Sie mir das nicht zu?", wollte Maurice drohend wissen.

"Sie haben ihm eine Erfrischung und einen Imbiss gebracht!"

"Wenn er es an Höflichkeit fehlen lässt, werden wir nicht Gleiches tun."

"Da haben Sie auch wieder Recht", seufzte Frau Aha. "Seine Anwesenheit macht mich ganz unglücklich. Was wird die gnädige Frau dazu sagen?"

"Was werde ich wozu sagen? Und was macht Sie unglücklich, liebe Frau Aha?", wollte Geraldine wissen. Sie hatte das Herrenhaus durch einen Seiteneingang betreten. Hut, Handschuhe und Umhang hatte sie bereits abgelegt, trug jedoch die Ledermappe bei sich, als sie zu ihren Bediens

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