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Das Erbe von Morham Manor von May, Valentina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2020
  • Verlag: beHEARTBEAT
eBook (ePUB)
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Das Erbe von Morham Manor

Wenn die Liebe die Zeit überdauert Als Larissa das Haus ihres verstorbenen Großvaters ausräumt, findet sie einen Schlüssel und Liebesbriefe eines britischen Soldaten an ihre Großmutter Angelika. Die Spuren der Vergangenheit führen die junge Oldenburgerin an die raue Küste Schottlands. Auf Morham Manor begegnet sie dem faszinierenden Rowan. Was weiß er über den Verfasser der Briefe? Auf der Suche nach der Wahrheit stößt Larissa auf eine Mauer des Schweigens. Aber sie ist sicher: Die Lösung des Rätsels ist zum Greifen nah. Eine tragische Liebe und die Suche einer jungen Frau nach ihrer Vergangenheit - Valentina May entführt ihre Leser mit diesem Familiengeheimnis an die malerische Küste Schottlands. eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 393
    Erscheinungsdatum: 30.09.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732589043
    Verlag: beHEARTBEAT
    Größe: 1655 kBytes
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Das Erbe von Morham Manor

1.

Larissas Hand mit dem Telefon zitterte. Ihre Gedanken schweiften in die Vergangenheit. Sie sah sich wieder in Großvaters Garten mit dem ausladenden Kirschbaum stehen, dessen Zweige sich jeden Sommer unter der Last unzähliger dunkelroter Früchte gebogen hatten. Ihr Großvater hatte immer so gern davon genascht. Bei jedem ihrer Besuche hatte er ihr von den süßen Früchten ein prallgefülltes Körbchen geschenkt, das sie gierig verspeist hatte. Deutlich sah sie ihn vor sich, ein stattlicher Mann von einem Meter achtzig, mit weißem Haar und Geheimratsecken. Als sie noch ein Kind gewesen war, hatte sie ihn gern neckend in seine rote Nase gezwickt. Aber er hatte nie mit ihr geschimpft, sondern laut gelacht. Er war der gütigste und liebenswerteste Mensch, den sie kennengelernt hatte.

»Hast du mich verstanden, Larissa?« Die Worte ihrer Mutter sickerten nur langsam in ihr Bewusstsein.

»Larissa?« Ihre Mutter klang verärgert durchs Telefon.

»Ja, Mama, ich habe dich verstanden«, bestätigte sie. Sie fühlte sich wie betäubt.

Ihr Großvater hatte einen Schlaganfall und lag im Oldenburger Klinikum. Schlaganfall. Das Wort hallte in ihrem Kopf. Doch nicht mein vitaler Großvater.

»Wie geht es ihm?«, fragte sie.

»Ich war gestern bei ihm und kann nicht sagen, ob er mich überhaupt erkannt hat. Die ganze Zeit über hat er nur an die Decke gestarrt. Es war furchtbar.«

Die Worte ihrer Mutter machten ihr Angst.

»Oh, mein Gott!« Larissa kämpfte mit den Tränen.

»Ich habe mit dem Arzt und den Schwestern gesprochen. Aber keiner kann mir sagen, wann er wieder ansprechbar sein wird. Diese ganzen Schläuche und Geräte, an denen er hängt ... Was ist, wenn das alles umsonst ist? Ich will ihn nicht auch noch verlieren.« Die Stimme ihrer Mutter versagte.

Wie gern hätte Larissa sie in diesem Moment tröstend an sich gezogen. Auch sie selbst war geschockt, ihre Kehle wie zugeschnürt. Nach allem, was ihre Mutter berichtet hatte, war das Schlimmste zu befürchten. Der Gedanke, ihren Großvater vielleicht nicht mehr wiederzusehen, war unerträglich. Sie musste ihn so schnell wie möglich besuchen, bevor es zu spät war.

Sie erinnerte sich daran, wie ihre Mutter und sie bei ihrem Vater Tag und Nacht am Sterbebett gesessen hatten.

»Vorhin am Telefon haben sie mich abgewimmelt. Die haben ihn vielleicht schon aufgegeben. Wie damals deinen Vater ...« Ihre Mutter brach ab und schluchzte. Sie weinen zu hören, zerriss Larissa das Herz.

»Mama, das glaube ich nicht. Das, was Papa geschehen ist, muss sich nicht wiederholen. Sie tun sicher alles, damit es Opa bald besser geht«, versuchte sie ihre Mutter, vor allem auch sich selbst zu beruhigen. Sie fühlte sich hilflos in Berlin, zu weit weg von allem. Gleich nach dem Anruf würde sie sich auf den Weg nach Oldenburg begeben.

»Vielleicht hast du recht. Der Arzt meinte, wenn dein Opa durchkäme, bräuchte er intensive Pflege«, fuhr ihre Mutter schniefend fort. Wieder schluchzte sie in den Hörer. »Wie soll denn das gehen? Ich gehe den ganzen Tag arbeiten und dann noch mein Bandscheibenvorfall im letzten Jahr ... Aber ihn in ein Pflegeheim bringen würde mir das Herz brechen.«

Mir auch!

»Wir werden schon eine Lösung finden«, sprach Larissa ihr Mut zu. Sie mochte sich gar nicht vorstellen, dass der bislang körperlich und geistig fitte Großvater wie ein Schatten seiner selbst nur noch im Bett vor sich hin vegetieren könnte. Nicht noch einmal durfte das Schicksal so grausam sein. Ihr Großvater würde sich wieder erholen. Daran wollte sie glauben. Sie dachte an sein Haus, in dem man sich verlaufen konnte. Wie oft hatte ihre Mutter ihn zu überreden versucht, sich eine kleine Wohnung in ihrer Nähe zu suchen. Aber er hatte sich stets geweigert, es aufzugeben. In seinem Haus hatte er viele glückliche Jahre mit seiner geliebten Frau Angelika verbracht, und Larissas Mutter Ella war darin

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