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Das Eulenhaus (Liebesroman) Ein Klassiker der Frauenliteratur von Marlitt, Eugenie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.06.2015
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Das Eulenhaus (Liebesroman)

Dieses eBook: 'Das Eulenhaus (Liebesroman)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Eugenie Marlitt (1825-1887) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie wird als erste Bestsellerautorin der Welt angesehen und hatte wesentlichen Anteil daran, dass sich zwischen 1865 und der Mitte der 1880er Jahre die Abonnentenzahl der Gartenlaube von 100.000 auf etwa 400.000 steigerte. Aus dem Buch: 'Da war nichts von dem, was brave Hausfrauen in den Wäschespinden und Bettkammern und ihre Eheherren an Haus-, Silber- und Jagdgerät aufgesammelt hatten, das nicht in diesen Saal mußte, um sich von fremden kaltprüfenden Augen anschauen zu lassen und nachher auf weit auseinanderlaufenden Wegen zerstreut und aus aller Gemeinschaft gerissen in die Welt zu wandern.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 180
    Erscheinungsdatum: 23.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026840350
    Verlag: e-artnow
    Größe: 737 kBytes
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Das Eulenhaus (Liebesroman)

2.

Inhaltsverzeichnis

Im Treppenhause stießen sie auf eine Dame, die aus dem Seitenflügel kam, in welchem die Versteigerung stattfand. Sie nahm eben, besorgt und sichtlich unwillig vor sich hinmurmelnd, den Saum ihres braunen Kleides auf, denn auf den Stufen lag dicker Staub, den in all den Tagen des lebhaften Menschenverkehrs kein Besen weggefegt haben mochte. Die Röte eines jähen Erschreckens färbte ihr Gesicht, als sie aufblickend die beiden vor sich sah.

"Ah, Verzeihung!" sagte sie mit einer tiefen, unbiegsamen Stimme, indem sie zurücktrat. "Ich versperre Ihnen den Weg!"

Herr von Gerold sah einen Augenblick aus, als schwebe es ihm auf den Lippen, zu sagen: "Muß ich auch noch diesen Kelch leeren?" Aber er bezwang sich und entgegnete mit einer höflichen Verbeugung: "Der Weg aus diesem Hause steht uns allzuweit offen, ein Augenblick der Verzögerung kann uns nur lieb sein."

"Es ist ja ein ganz schauderhafter Schmutz auf dieser Treppe - nein, wirklich empörend!" polterte die Dame, als habe sie seine Antwort gar nicht gehört, und schüttelte abermals an ihren Röcken. "Ich gehe deshalb nie zu einer Versteigerung, grundsätzlich nicht - was muß man da für alten Staub schlucken! Aber Lothar ließ mir ja keine Ruhe, er schrieb mir zweimal dringend, und da mußte ich wohl oder übel herüberfahren, um das Silbergeschirr zu erstehen. Er wird sich wundern - bis zu einer erstaunlichen Summe bin ich gesteigert worden."

"Um meiner Großmama willen bin ich deinem Bruder dankbar für den Ankauf, Beate - ihr ganzes Herz hing an den alten Erbstücken", sagte Klaudine.

"Nun ja, wie konnte er anders? Wir haben ja die andere Hälfte dieser Erbstücke und dürfen doch nicht leiden, daß unser Wappen auf den ersten besten Protzentisch kommt", entgegnete die Dame achselzuckend. "Aber wäre es nicht zuerst an dir gewesen, Klaudine, das Silberzeug eben um deiner Großmama willen zu retten? Wenn ich nicht irre, hat sie dir ja besonders einige tausend Taler vermacht."

"Ja, einen Notpfennig, wie es im Testament steht. Meine praktische Großmama wäre die erste, die mir zürnte, wenn ich das Vermächtnis geopfert und Silber, aber kein Brot im Schranke hätte!"

"Kein Brot? Du, Klaudine, du, die stolze, verwöhnte Hofdame?"

"War ich je stolz?" Sie schüttelte hold lächelnd den Kopf. "Und verwöhnt? Nun ja, das will ich glauben! Am Hofe lernt man nicht arbeiten."

"Das hast du schon vorher gekonnt, Klaudine", fuhr die Dame heraus. "Das heißt -" suchte sie sich hastig zu verbessern, aber es kam kein Nachsatz.

"Sprich nur weiter, du hast ja recht", sagte Klaudine gelassen. "Die Art Arbeit, die du meinst, lernt man auch im Institut nicht. Aber ich will es nunmehr versuchen, ich will Hausfrau werden in meinem alten Eulenhaus."

"Du willst doch nicht sagen -"

"Daß ich bei Joachim bleiben werde! Allerdings. Braucht er nicht jetzt doppelt Liebe und schwesterliche Hingebung?" Sie schmiegte sich fester an den Bruder und sah zärtlich zu ihm auf.

In das bläßliche Gesicht der Dame schoß eine dunkle Blutwelle. Sie bückte sich rasch zu der kleinen Elisabeth hinab und wollte ihr die Wange streicheln, aber das Kind sah sie finster und mißtrauisch von der Seite an. "Geh fort, du -" wehrte es die Liebkosung ab.

Herr von Gerold fuhr unwillig empor.

"Ach, lassen Sie doch das kleine Ding! Ich bin es gewöhnt, daß die Kinder mich nicht mögen", sagte die Dame mit einem harten Auflachen und streckte die Hand schützend über das blonde Köpfchen hin. "Aber was ich sagen wollte -" wandte sie sich wieder zu Klaudine. "Du wirst anfangs schweres Lehrgeld geben müssen, man braucht nur deine Hände anzusehen. Das wird elegante Toiletten genug kosten, ehe du es lernst, in der hausleinenen Schürze an den Herd zu treten und ein richtiges Essen herzustellen, das heißt -" suchte sie sich abermals zu verbessern, während ihr Blick scheu die niedergeschlagenen A

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