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Das Fischorakel Ein Roman über das Suchen und Finden der Liebe von García, Ángeles (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das Fischorakel

Nach sieben gescheiterten Beziehungen hat die sechsunddreißigjährige Modedesignerin Alexis einen Entschluss gefasst: wenn es mit der Liebe nicht klappen soll, dann stürzt sie sich eben mit voller Energie in ihren Beruf. Doch das Schicksal hat etwas anderes mit ihr vor; durch zunächst unerklärbare Umstände gerät sie in eine wüste, verlassene Bergregion, deren einziger Bewohner ein bärtiger Eremit zu sein scheint, der ihr von irgendeinem Fischorakel erzählt! Was sich in den Ohren der Modedesignerin vorerst anhört wie das wirre Gerede einer vereinsamten Seele, entpuppt sich jedoch bald als der Beginn einer spirituellen Reise, die Alexis' Lebensweg einen gewaltigen Schlenker verpassen wird.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 18.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838758725
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: El oráculo de los peces
    Größe: 4328 kBytes
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Das Fischorakel

Es gibt Menschen, die niemals ganz aus unserem Leben verschwinden, selbst wenn sie vor langer Zeit weggegangen sind. Obwohl die Jahre vergehen und wir andere wundervolle Menschen kennenlernen, bleibt die Wunde, die sie unserem Herzen geschlagen haben, bestehen und schmerzt, sooft wir an sie denken.

Wenn wir uns einsam und verloren fühlen wie ich jetzt, öffnet ihre Macht die Kiste der schlafenden Gefühle: die Schmetterlinge im Bauch bei der ersten Begegnung, die Überraschung beim ersten Geschenk. Die Freude über das gemeinsame Lachen, die Bitterkeit der Eifersucht oder des ersten Streits. Und gleich darauf die tiefe Angst des Verlusts und der Leere.

Mir ergeht das so mit Ángels Geist. Und ich sage nicht etwa Geist , weil er tot wäre, sondern weil sich meine erste Liebe im Laufe der Jahre zu einer durchscheinenden Erinnerung verflüchtigt hat. Ángels Gesichtszüge, der Klang seiner Stimme sind so undeutlich geworden, dass ich ihn manchmal durch den Mund eines Freundes sprechen zu hören glaube oder meine, in den Augen meines letzten Liebhabers seinen Blick zu erkennen.

So viele Jahre ist das jetzt her, und doch habe ich weder sein sanftes Lächeln noch den Duft seiner Haut vergessen.

Wenn ich anfange nachzurechnen, wird mir weh ums Herz. Zehn Jahre sind seit der Hochzeit meiner besten Freundin Carmen vergangen; fünfzehn, seit ein von mir entworfenes Modell zum ersten Mal auf dem Laufsteg präsentiert wurde, und zwanzig seit dem Ende meiner Schulzeit ... seit meiner letzten Begegnung mit Ángel.

Seither habe ich stets das Gefühl gehabt, im Spiel der Liebe immer die schlechtesten Karten zu ziehen. Oder kann ich sie einfach nicht lesen? Vielleicht verstehe ich die Zeichen nicht zu deuten.

Ángel war der Erste. Damit meine ich nicht, dass ich mit ihm meine Unschuld verloren hätte. Wir waren nie miteinander im Bett - obwohl ich absolut nichts dagegen gehabt hätte. Er saß im letzten Schuljahr neben mir. Mein erster wirklicher Freund und der erste Junge, mit dem ich allein im Kino war. Er war meine erste richtig große Liebe. Manchmal frage ich mich, ob nicht die einzige. Auf jeden Fall bin ich sicher, dass ich nie wieder jemanden so bedingungslos, rein und heftig geliebt habe wie ihn.

Manchmal frage ich mich, ob er noch manchmal an alles denkt, was wir gemeinsam erlebt haben. Ob es ihm jemals etwas bedeutet hat ... Ich weiß nicht, ob er mich wenigstens ein bisschen geliebt hat, ob er mich mochte, mich attraktiv fand.

Leider hat er es versäumt, mir eine Nachricht zu hinterlassen, in der er mir seine wahren Gefühle offenbarte, bevor er für immer verschwand.

Ich hingegen schrieb ihm einen langen Brief, in dem ich ihm mein Herz ausschüttete. Das war im Sommer nach unserem letzten Schuljahr, und seither habe ich mir immer wieder die unterschiedlichsten Antworten auf meinen Brief ausgemalt:

"Geliebte, unsere Liebe darf nicht sein. Meine Familie ist gegen uns und zwingt mich, dich aufzugeben." "Ich bin verrückt nach dir, aber ich habe eine tödliche Krankheit und will nicht, dass du leidest." Oder - warum nicht?: "Du wirst immer die Frau meines Lebens sein, die erste und einzige, aber ich habe beschlossen, mein Leben Gott zu weihen und fortan als Mönch in Klausur zu leben."

Das mag melodramatisch klingen, aber wenn man siebzehn ist und das erste Mal Hals über Kopf verliebt und einem dann das Herz gebrochen wird, erlebt man alles unglaublich intensiv. Es ist das Alter des Ganz oder Gar nicht, Schwarz oder Weiß, von Liebe oder Hass, Immer oder Nie.

Die Wahrheit ist: Von ihm kam nichts. Nicht mal so was wie "Tut mir leid, Süße, du bist einfach nicht mein Typ."

sp

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