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Das Flüstern der Zypressen Roman von Corporon, Yvette Manessis (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.06.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Flüstern der Zypressen

Nach dem Tod ihres ersten Mannes hat die New Yorkerin Daphne sich ihr Glück hart erarbeitet. Nun steht die Tochter griechischer Einwanderer kurz vor ihrer zweiten Hochzeit, doch eine unbestimmte Sehnsucht führt sie zu ihrer Großmutter nach Griechenland. Auf der verwunschenen Insel Erikoussa findet Daphne zurück zu ihren Ursprüngen und zu ihren wahren Sehnsüchten. Als sie von dem tragischen Geheimnis ihrer Großmutter erfährt, ändert sich ihr Leben für immer. Yvette Manessis Corporon ist Drehbuchautorin, Redakteurin und derzeit Produzentin der prominenten Nachrichtenshow 'Extra'. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach mit renommierten Preisen - unter anderem einem Emmy Award - ausgezeichnet. Corporon ist mit dem Fotojournalisten David Corporon verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder und lebt in New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 09.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641136512
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: When the Cypress Whispers
    Größe: 751 kBytes
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Das Flüstern der Zypressen

1

KORFU

Heute

"Da bist du ja!" Popis akzentuiertes Englisch hallte durch den Flughafen, als sie durch den Terminal rannte. Sie schob ein paar Touristen zur Seite und bahnte sich mit ihrer beeindruckenden Statur einen Weg durch die Menge, um ihre Lieblingscousine gebührend zu empfangen.

"Mein Gott, lass dich anschauen! Wie dünn du geworden bist! Gestern Abend habe ich zum Dinner ein Hähnchen verzehrt, das größer war als du."

Daphne stellte ihr Gepäck in der Mitte der Rampe für ankommende Fluggäste ab. Sie hörte die Protestrufe und Flüche der anderen Passagiere, als diese versuchten, sich an ihrem Gepäck vorbeizumanövrieren, aber sie machte sich nichts daraus. Rein gar nichts. Es war sechs Jahre her, dass Daphne in Griechenland gewesen war, lange sechs Jahre, und sie würde keinen Moment länger warten, sich in die weichen offenen Arme ihrer Cousine zu werfen. Popi und Daphne hatten sich, genauso wie ihre yia-yias, die Schwestern waren, stets besonders nahegestanden. Popis Großmutter war gestorben, als Popi noch ein Baby war. Yia-yia hatte ihren Platz eingenommen, hatte Popi großgezogen und liebte sie wie ihre eigene Enkelin.

"Es tut so gut, dich zu sehen", rief Daphne, breitete ihre dünnen, aber straffen Arme aus und schmiegte sich an Popis weichen Busen.

Popi kreischte vor Freude. Sie konnten sich ewig nicht voneinander lösen, bis Popi schließlich einen Schritt zurücktrat, um Daphne besser begutachten zu können.

"Mager, ja, aber auch hübsch. Ach, Daphne, dein Stephen kann sich glücklich schätzen. Was für eine schöne Braut du abgeben wirst." Popi klatschte vergnügt in die Hände. Doch dann hielt sie plötzlich inne, legte den Kopf schief, kniff die Augen zusammen und beugte sich vor, um ihre Cousine näher in Augenschein zu nehmen. "Du siehst verändert aus."

"Ich habe ein bisschen abgenommen."

"Nein, verändert", beharrte Popi und deutete mit dem Finger auf Daphnes Gesicht.

Daphne berührte die frisch operierte Nase. Sie und Stephen hatten über die Prozedur gelacht, sie als die kosmetische Version einer ethnischen Säuberung bezeichnet. "Ach so, meine Nase. Ich habe sie richten lassen."

"Richten lassen? War sie gebrochen?"

"Nein, sie war einfach zu groß." Daphne lachte auch jetzt, während Popi sich an die eigene typisch griechische Nase fasste.

"Ich hatte nachts Atemprobleme, und der Arzt sagte, das würde helfen."

Popi wartete keine weitere Erklärung ab. "Meine Cousine heiratet einen reichen Amerikano . Du kannst dir alles kaufen, was du willst, sogar eine neue Nase." Sie kicherte. "Ich freue mich so für dich, Daphne. Zwick doch mal deine Lieblingscousine, damit etwas von deinem Glück auf mich abfärbt. Für mich gibt es in Griechenland keinen Mann mehr." Popi spuckte angewidert auf den Boden.

Daphne amüsierte sich über die Theatralik ihrer Cousine, wusste aber, dass deren Klage der Wahrheit entsprach. Da Popi mit vierunddreißig immer noch Single war, war sie nach traditionellen griechischen Maßstäben eine alte Jungfer. Sicherlich hatte sie sich mit Männern getroffen, aber keiner hatte sie länger als ein paar Wochen interessiert. Doch so sehr Popi sich auch über den Mangel an Männern in ihrem Leben beklagte, sie war anders als die anderen Griechinnen, die ihre Ansprüche herunterschraubten, Hauptsache, sie bekamen einen Ehemann. Popi hatte genau wie ihre Cousine Daphne immer mehr gewollt.

Daphne griff hinter sich und zog die f&uu

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