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Das Geheimnis der letzten Schäferin Roman von Maxian, Beate (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Geheimnis der letzten Schäferin

Die erfolgreiche Köchin Nina Ludwig ist stolz auf ihre gehobenen Kochkünste. Nun soll sie ausgerechnet mit Julian Leroy in einer Kochshow auftreten. Er gilt als exzentrischer Charmeur und hat sich der bodenständigen Küche verschrieben. Doch das Thema der gemeinsamen Show reizt Nina: Küche anno dazumal. Zudem soll die Aufzeichnung auf einem denkmalgeschützten Bauernhof in dem bayerischen Dorf stattfinden, aus dem Ninas geliebte Großmutter Lieselotte stammte. Sie war dort Ende der 1950er Jahre als letzte Wanderhirtin der Familie aufgebrochen. Während ihrer Zeit auf dem Hof findet Nina heraus, dass ein großes Unglück sie damals in die Ferne trieb ... Beate Maxian lebt mit ihrer Familie in Oberösterreich und Wien und arbeitet neben dem Schreiben als Journalistin und Dozentin. Ihre Wien-Krimis um die Journalistin Sarah Pauli sind Bestseller in Österreich. Beate Maxian ist Initiatorin und Organisatorin des ersten österreichischen Krimifestivals.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 12.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641233860
    Verlag: Heyne
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Das Geheimnis der letzten Schäferin

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Salzburg, Juli 2017

"Hallo, Schönheit!" Zufrieden betrachtete Nina Ludwig Meter für Meter die Fassade ihres Restaurants in der Salzburger Altstadt nahe der berühmten Getreidegasse. Das gesamte Gebäude wirkte ausnehmend freundlich und frisch, fast wie ein kleines Palais. Am Vorabend war das Gerüst entfernt worden, das zwei Wochen lang den Eingangsbereich verunstaltet hatte. Doch die Sache war es wert gewesen. Die Maler konnten stolz auf ihr Werk sein. Der warme altrosa Anstrich verlieh dem Haus einen Hauch Romantik, ebenso die historischen hohen Kastenfenster mit den hellgrauen Fensterfaschen und der einladenden doppelflügeligen Eingangstür. Darüber stand in dunkelroter schwungvoller Schrift der Name des Restaurants auf der Hausmauer: Ludwig.

Mehr brauchte es nicht. Der Name stand für die Philosophie des Lokals, das ein beliebter Treffpunkt für Gäste war, die gutes Essen in stilvoller Atmosphäre schätzten. Ninas Spezialität war die gehobene Küche in Bioqualität, und dazu gab es erlesene Weine. Das hatte ihr bereits einige Auszeichnungen eingebracht, etwa zwei Hauben von Gault Millau und dieses Jahr den Gourmet-Tipp von Wo isst Österreich . An ihrem ersten Stern von À La Carte arbeitete sie noch. Dementsprechend gehörten auch Ninas Gäste zu jener Gesellschaftsschicht, die sich anspruchsvolle Küche leisten konnte und wollte. Dass sie, mit gerade einmal dreißig Jahren, zudem erfolgreich Kochbücher schrieb und ihre eigene Kochshow im Fernsehen moderierte, steigerte ihre Popularität und damit den Bekanntheitsgrad des Lokals. Nina arbeitete hart für diesen Erfolg. Ihre Freunde bezeichneten sie als unverbesserlichen Workaholic mit einem stark ausgeprägten Ordnungstick. Liebevoll gemeint, wie sie stets betonten. Egal, wie es in ihren Ohren klang, Nina konnte gut mit diesem Ruf leben.

Jetzt fehlen nur noch die Tröge mit den Oleandern, um das Bild perfekt abzurunden, dachte sie glücklich lächelnd. Der Gärtner wollte die rosa Blütenpracht noch heute liefern. Beschwingt steckte Nina den Schlüssel ins Türschloss und trat in den Gastraum.

Das Ludwig war nicht besonders groß, dafür war das Inventar exquisit. Es bestand aus sieben Tischen mit je vier Stühlen und einer langgezogenen Bar, an deren Ende eine automatische Schiebetür aus Milchglas in die Küche führte. Auf den Tischen lagen verteilt zusammengefaltete weiße Tischtücher, die Tina, die Servicekraft, später aufdecken würde. Wechselnde Kerzen in eleganten bauchigen Gläsern und eine der Jahreszeit entsprechende florale Dekoration ließen das Ludwig alle drei bis vier Monate in einem neuen Licht erscheinen. Im Sommer dominierten Weiß- und Rosatöne das Lokal, im Herbst sanfte Violett- und Brauntöne und zur Adventzeit setzte Nina auf Rot- und Grüntöne. Es kostete jedes Mal ein Vermögen, doch die Gäste schätzten das stilvolle Ambiente ebenso wie Ninas Kochkünste.

Kochen war seit Kindesbeinen an ihre große Leidenschaft. Schon als kleines Mädchen hatte sie ihrer Großmutter mütterlicherseits so oft wie möglich über die Schulter gesehen. Lieselotte Koller entstammte einem Bauernhof in Oberbayern und war eine leidenschaftliche Hobbyköchin gewesen. Unter ihrer Aufsicht durfte Nina bereits mit fünf Jahren mit einem scharfen Messer Tomaten und Gurken schneiden. Und auch später ging sie ihr oft hilfreich zur Hand. Ninas Mutter teilte diese Leidenschaft nicht. Eva war Steuerberaterin, kümmerte sich um Ninas Buchhaltung und war froh, wenn sie nicht am Herd stehen musste. Und Nina dankte ihr dafür, dass sie sich um ihre Steuer kümmerte, denn davon verstand sie nichts.

Ninas Vater war Dozent und unterrichtete an der Salzburger Universität Germanistik und Linguistik. Seine Leidenschaft galt ausschließlich Büchern, er verbrachte mehr Zeit in der Bibliothek als anderswo. Werner konnte Kafka & Co zitieren, aber Wasser brannte ihm quasi am Herd an. Den Speisen auf se

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