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Das Geheimnis der Magd Historischer Roman von Schnabel, Dagmar (eBook)

  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook

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Das Geheimnis der Magd

Eine mutige Frau - eine gefährliche Zeit: Der opulente Mittelalterroman »Das Geheimnis der Magd« von Dagmar Schnabel jetzt als eBook bei dotbooks. Aachen im Jahre 1258. Die junge Alina führt als Magd ein entbehrungsreiches, aber glückliches Leben auf dem Hof ihres Onkels. Ihren wertvollsten Besitz trägt sie stets an einem Band über ihrem Herzen: jenen geheimnisvollen Ring, den sie einst von ihrem Vater erbte. Doch dann verändert ein einziger Moment Alinas Leben für immer: Sie hilft der Markgräfin Margarete von Jülich, sich vor ihrem jähzornigen Ehemann zu verstecken - doch kurze Zeit später ist nicht nur Margarete spurlos verschwunden, sondern auch der Ring. Nicht bereit, das einzige Erbe ihres Vaters aufzugeben, reist Alina nach Aachen, wo der Markgraf und sein Vasall Leon Dabrey ebenfalls fieberhaft nach der Gräfin suchen ... denn Alinas Ring birgt ebenso unfassbares wie tödliches Geheimnis! Eine packende Neuerzählung der Legende um Kaiserin Fastrada und ihren Ring - und eine farbenprächtige Reise durch das mittelalterliche Aachen. Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der Historienroman »Das Geheimnis der Magd« von Dagmar Schnabel - auch bekannt unter dem Titel »Die Herrin des Rings«. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Die Aachener Autorin Dagmar Schnabel schreibt am liebsten augenzwinkernde Geschichten ihrer Heimat, die sich in ferner Vergangenheit genau so hätten zutragen können. Schon früh entwickelte sie ein tiefgehendes Interesse an der facettenreichen Geschichte des Rheinlands und die Lust am Recherchieren. Diese beschränkt sich längst nicht nur auf das Lesen historischer Berichte und Besichtigungen eben dieser Orte, sondern wurde ab und an in Mittelalterlagern gelebt. Hier mimte die Autorin, wie sollte es anders sein, eine Feldköchin. Einige ihrer gerührten Erfolge und Fehlschläge finden sich in ihren Geschichten wieder. Heute lebt die Autorin zusammen mit ihrem Mann und zwei Katzendamen im Jülicher Land. Bei dotbooks veröffentlichte Dagmar Schnabel ihre historischen Romane »Die Köchin des Tuchhändlers« und »Das Geheimnis der Magd«.

Produktinformationen

    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 392
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783966555388
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 2243 kBytes
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Das Geheimnis der Magd

Kapitel 2

Alina schirmte ihre Augen mit einer Hand ab und blinzelte in die tiefstehende Sonne, die hinter den Tannenwipfeln versank. Die Tage wurden merklich kühler. Die ersten leichten Nachtfröste hatten bereits eingesetzt, doch noch immer war die ganze Ernte nicht eingebracht. Zu viert war es unendlich viel Arbeit, den ganzen Hof zu führen.

Zwei Reihen noch, dann wäre das Tagewerk bewältigt. Urte, die ältere Dienstmagd, arbeitete unverdrossen. Langsam zwar, aber mit beständigem Tempo hebelte sie die Rüben aus der Erde, reinigte sie grob und warf sie auf den kleinen Karren.

»Hoffentlich hat Ilse etwas Gutes für uns zubereitet. Wenn ich schon wie ein Pferd arbeite, dann hätte ich gerne eine ebenso üppig bemessene Portion!« Urte schnaufte.

Alina nickte ihr zu. »Vor allem plagt mich der Durst. Doch jetzt lohnt es sich nicht mehr, eine Rast einzulegen. Sehen wir zu, dass wir fertig werden. Was meinst du, wie viel Zeit bleibt uns noch, um die Ernte einzuholen?«

»Eine Woche, höchstens zwei.« Urte richtete sich auf und zitierte aus ihrem schier unerschöpflichen Vorrat an Bauernregeln für jede Gelegenheit: »Ist Sankt Lukas mild und warm, kommt ein Winter, dass Gott erbarm. Du wirst sehen, dass ich recht behalte. Zu Martini werden unsere Gänse auf Eis treten.«

»Das sind üble Aussichten, Urte. Manchmal kann ich mich nicht des Gefühls erwehren, dass du mit deinen Vordeutungen das Wetter erst herbeiredest.«

Urte wischte sich die Stirn und brummelte: »Das Wetter macht der Herrgott schon ganz alleine und wie es ihm beliebt. Die hohe Frau hätte vielleicht ein bisschen mehr Nachsehen, wenn sie sich so wie wir plagen müsste, um ihre Speisekammer zu füllen.«

Das war ein wenig frevlerisch, aber ganz unrecht hatte Urte damit nicht. Anderswo mochte das Bauernleben einfacher sein, dort, wo es guten Boden und lockere Erde gab. Hier war dies nicht der Fall. Die Scholle ernährte ihre Bestellerinnen, aber die Erde war von Steinen und Wurzeln durchsetzt, kaum mehr als umgepflügte Viehweiden, die Alinas Vorfahren dem Hutewald abgerungen hatten.

Doch hatte die Nähe zum Wald zweifelsfrei Vorteile, nur dass diese gerade nicht hervorstachen. Die gesammelten Eicheln halfen, die Schweine über den Winter zu bringen, die Pilze waren köstlich, und Ilse behauptete ehern, dass es keine Wilderei sei, einem Kaninchen, das sich zuvor im Gemüsegarten gütlich getan hatte, das Fell über die Ohren zu ziehen.

Bei den letzten Rüben kam es Alina vor, als hielten sie sich besonders stark im kargen Erdboden fest. Gewiss unterstellte sie den Gewächsen eine Bosheit, die von ihrer eigenen Müdigkeit herrührte. Endlich polterte die letzte Runkel auf den Karren. Die Sonne war mittlerweile verschwunden, und der Himmel zeigte eine atemberaubende Färbung.

»Ach, Urte, wenn es erst kalt und dunkel wird, dann werden wir uns gerne an Abende wie diesen erinnern.«

»An was? An die Mühe, den Schweiß, den Durst? Wenn du so redest, hast du noch nicht genug gearbeitet. Hilf mir, die Rüben zu entladen, dann scheuche die Hühner in den Verschlag ...«

»... sammle das Werkzeug ein, sieh nach den Schweinen, dem Esel und dem Federvieh. Wenn du schon am Stall bist, kannst du auch gleich einen Korb voller Holzscheite mitbringen und einen Bottich Wasser heraufkurbeln. Achte darauf, mit einem Stöckchen den Lehm von den Schuhen abzukratzen, denn am Brunnen ist der Boden immer feucht ...«, vollendete Alina und versuchte, ihr ernstes Gesicht zu wahren. Sie nahm einen Gurt auf, legte ihn über ihre Schulter und reichte Urte den zweiten. Gemeinschaftlich zogen sie den beladenen Lastkarren über den holprigen Boden.

Im Kopf der Magd arbeitete es, aber Urte sprach erst, als sie das Haupthaus und die Nebengebäude erreichten.

»Sag mal, machst du dich über mich lustig?«, empörte sich Urte.

Alina schmunzelte. »Beinahe auf den Tag lebe ich nun zehn Jahre auf diesem Hof. Genügend Zeit, um mir dei

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