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Das Geheimnis des Kalligraphen Roman von Schami, Rafik (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.08.2008
  • Verlag: Carl Hanser Verlag München
eBook (ePUB)
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Das Geheimnis des Kalligraphen

In Damaskus macht ein Gerücht die Runde: Nura, die schöne Frau des berühmten Kalligraphen Hamid Farsi, sei geflüchtet. Warum hat sie ein Leben, um das viele sie beneiden, hinter sich gelassen? Oder war sie Opfer einer Entführung der Gegner ihres Mannes? Schon als junger Mann wird Farsi als Wunderkind der Kalligraphie gefeiert. Nun arbeitet er verbissen an Plänen für eine radikale Reform der arabischen Sprache, nicht ahnend, dass zwischen Nura und seinem Lehrling Salman eine leidenschaftliche Liebe ihren Anfang nimmt - die Liebe zwischen einer Muslimin und einem Christen. Der neue Roman des deutsch-syrischen Autors ist ein großer Bilderbogen der syrischen Gesellschaft, der alle Sinne der Leser anspricht. Rafik Schami wurde 1946 in Damaskus geboren und lebt seit 1971 in Deutschland. 1979 promovierte Rafik Schami im Fach Chemie. Seit 2002 ist er Mitglied der Bayerischen Akademie der schönen Künste. Sein Werk wurde in 24 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so u.a. mit dem Preis 'Gegen das Vergessen - Für Demokratie' (2011) und zuletzt mit dem Großen Preis der Akademie für Kinder- und Jugendliteratur sowie dem Preis der Stiftung Bibel und Kultur (2015). Im Hanser Kinderbuch erschien zuletzt Das Herz der Puppe (2012) und Meister Marios Geschichte (2013), im Erwachsenenprogramm des Verlages Die dunkle Seite der Liebe (Roman, 2004) Das Geheimnis des Kalligraphen (Roman, 2008), Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte (2011) und Sophia oder Der Anfang aller Geschichten (2015).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 20.08.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783446233409
    Verlag: Carl Hanser Verlag München
    Größe: 1430 kBytes
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Das Geheimnis des Kalligraphen

Josef S. Fadeli(1803 – 1830) Syrischer Alchimist (S. 352-253)

1.

Erst im Gefängnis kam Hamid Farsi dazu, über sein Leben nachzudenken, das ihm nun fremd und fern schien. Er fühlte Erleichterung, dass er in dieser Zelle gelandet war. Aber genau dieses Gefühl befremdete ihn. "Lebenslänglich in einer Gefängniszelle", wiederholte er, um sich seine Katastrophe so dramatisch wie möglich darzustellen, aber er konnte nichts Dramatisches daran finden. Auf seiner Pritsche liegend staunte er, wie schnell alles, was er mühselig aufgebaut hatte, verfallen war.

Sein Ruf als Mann, sein Ruhm als Kalligraph, seine Sicherheiten und seine Lebenslust waren dahin, als wären sie nicht bis vor kurzem uneinnehmbare Burgen gewesen.Am Nachmittag, beim Tee mit Direktor al Azm, sagte er beiläufig, als spräche er zu sich selbst: "Das Leben ist ein einziger Kampf gegen Verfall und Verwahrlosung. Und wir sind am Ende immer die Verlierer. "

Nuras Flucht hatte seinen Verfall eingeleitet. Warum sie nicht mit Nassri geflüchtet war, sondern ihm den Hurenbock zurückgelassen hatte, war ihm nicht klar. Als wollte sie, dass er Nassri umbrachte, als sollte Nassri für etwas büßen. Vielleicht hatte Nassri ihr ja verschwiegen, dass er vierfach verheiratet war, und sie damit böse überrascht, nachdem er mit ihr geschlafen hatte.Wollte sie Nassri vielleicht eine Lektion erteilen? Hatte sie ihn, Hamid, unterschätzt?

Dachte sie vielleicht, er, Hamid, würde Nassri ein paar Ohrfeigen geben und ihn damit der Lächerlichkeit preisgeben. Oder hatte sie sich gewünscht, dass Nassri ihn tötet? Hamid hatte Frauen noch nie verstanden. Sein Großvater hatte einmal den klaren Sternenhimmel über Damaskus angeschaut und ihm gesagt, erst wenn er alle Sterne gezählt hätte, würde er Frauen verstehen können.

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