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Das Glück ist eine Katze von Berberich, Eva (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2010
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Das Glück ist eine Katze

Erlebnisse und Gespräche mit einer Katze
Heitere und hintersinnige Geschichten aus dem Leben einer Katze - illustriert von der Autorin.

"Eine anständige Katze ignoriert grundsätzlich alles, was auch nur entfernt nach einem Befehl klingt." Die Erzählerin weiß, wovon sie spricht, ist doch die Katze, die ihr da in einer Schachtel vor die Haustür gelegt wurde, nicht ihre erste. Ein rotgetigertes, grünäugiges Etwas blickt ihr erwartungsvoll entgegen und übernimmt sofort den Befehl über das Haus, seine Bewohner und den Rest der Welt. Und "Schlumpel" ist glücklich, solange Konrad nicht in der Nähe ist. Doch ausgerechnet dieser Mann, der mit Katzen so gar nichts am Hut hat, taucht immer häufiger auf. Es bedarf vieler Erziehungsmaßnahmen und "tiefgründelnder Gespräche", bis der Saulus zum Paulus bekehrt ist.

Eva Berberich, geboren in Karlsruhe, lebt mit Katze und Ehemann, dem Schriftsteller Armin Ayren, im Schwarzwald. Mit ihren Büchern schrieb sie sich in die Herzen unzähliger Katzenfreunde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 01.02.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423404204
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Größe: 1369 kBytes
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Das Glück ist eine Katze

Die Viererbande

Am Tag darauf machte Schlumpel mit der Viererbande Bekanntschaft.

Bei des Pfarrers nächtlicher Mohrenkopfmitvertilgerin hatte Schlumpel die Milch aus einem braunen Blumenuntersetzer aus Plastik geschlabbert. In meinem Haus pflege ich eine gewisse Eßkultur, ich decke den Tisch immer sehr geschmackvoll, zum Frühstück am liebsten mit Hahn und Henne, einem Schwarzwälder Keramikgeschirr in optimistischem Gelb und Grün; den Nachmittagstee nehme ich in Favorit, altmodisch blauberankt und handbemalt.

Schlumpel war nun ebenfalls stolze Besitzerin mehrerer Schüsselchen, war sozusagen Großschüsselchenbesitzerin. Auf dem roten stand Alles für die Katz! Auf dem blauen Guten Appetit! Auf dem grünen Leider leer! Es gab noch ein viertes, gelbes , War's fein? Und ein fünftes Für liebe Gäste, aber aus dem fressen vorbeiziehende Sänger, wandernde Herumstreuner.

Schlumpel rieb den Kopf an meinem Bein. "Ich hab vier Schüsselchen. Und du?"

"Ich hab ein paar mehr."

"Dann brauchst du aber lang zum Sauberschlecken."

"Ich schlecke nicht selber. Ich lasse schlecken. Von dem da." Ich deutete auf den Geschirrspüler, der war gerade in Aktion. "Der schleckt alles sauber. Picobello. Wilhelm heißt der Kerl."

Schlumpels Schwanz machte einen freundlichen Begrüßungskringel. "Schmeckt's, Wilhelm?"

Wilhelm gurgelte und rülpste.

"Dem ist schlecht", sagte Schlumpel, "gleich spuckt er."

"Dem geht's bestens. Weil sein Bauch so voll ist. Was, Wilhelm?"

Wilhelm röhrte und röchelte zustimmend. Er ist der älteste der Viererbande und nicht mehr ganz auf der Höhe, die Teller und Tassen sind manchmal nicht mehr so blitzblank wie früher, aber dann spüle ich sie schnell nach, ohne es ihm zu sagen, ich will ihn ja nicht vergrätzen, und wer weiß, wie meine Tassen und Teller aussehen, wenn ich mal nicht mehr ganz auf der Höhe bin.

Schlumpel sah sich weiter um. "Der hat aber einen langen Hals."

"Das ist Anton, der Staubsauger. Er ist ganz wild auf Staub."

"Warum?"

"Weil der ihm schmeckt. Er frißt ihn mit Lust. Kann nicht genug kriegen. Und Fussel. Und Krümel. Und Schlumpelhaare, wie hier auf dem Sofa." Ich schaltete Anton ein, und er waltete gierig seines Amtes.

Schlumpel wurde größer. Ihre steifen Beine wuchsen in die Höhe, sie buckelte mit gesträubtem Fell und baute sich seitlich vor Anton auf, was höchst imponierend wirkte. Der Schwanz wurde zu einer aufgeplusterten Bürste, Schlumpel zu einer zischenden Schlange, sie spuckte Anton an und verschwand unter der Truhe, die schon Stoffeles Zufluchtsort gewesen war. "Warum brüllt er so? Schmeckt's ihm nicht?"

"Und wie es ihm schmeckt! Anton brüllt vor Freude."

"Ich brüll nie, wenn's mir schmeckt."

"Das ist mir auch lieber."

"Sag ihm, er soll den Mund halten."

Ich sagte es Anton. Er verstummte.

Schlumpel kroch wieder unter der Truhe hervor und machte einen großen Bogen um ihn herum. "Frißt er auch Kaninchenhäppchen?"

"Nein."

"Warum nicht?"

"Weil er dann spuckt. Wie du."

Dann stellte ich ihr August vor. Der steht im Wohnzimmer und ist ziemlich klotzig. "August schaut sich für mich in der Welt um."

"Ich guck lieber selber", sagte Schlumpel.

"Man kann halt nicht alles selber sehen. August sieht, was passiert, auch wenn es ganz weit weg ist. August ist nämlich ein Fernseher."

"Und wenn er's gesehen hat?"

"Dann zeigt er es mir."

"Und wenn du's gesehen hast?"

"Vergeß ich's wieder."

"Warum zeigt er's dir dann?"

"Er kann halt nix anderes. Dazu ist er da."

"Warum vergißt du's wieder?"

"Damit mein Kopf nicht platzt."

"Er sieht ein bißchen dumm aus", stellte Schlumpel nach kritischer Betrachtung und Beschnüffelung fest. "Er riecht auch dumm."

"Drum heißt er 'dummer Au

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