text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Glück ist lavendelblau Roman von Mai, Pauline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2020
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Glück ist lavendelblau

Manchmal braucht man einen Umweg, um zu erkennen, dass das Glück schon um die Ecke wartet. "Mathilde ist aus dem Fenster gestürzt!" Als Penelope vom Unfall ihrer Großmutter erfährt, lässt sie in Berlin alles stehen und liegen und reist in die Provence, um für sie da zu sein. Sich ganz um jemand anderen zu kümmern kommt ihr gerade recht, denn wenn es eines gibt, mit dem sie sich nicht beschäftigen will, ist es ihr eigenes Leben. Mit vollem Elan stürzt Penelope sich deshalb in die Arbeit in Mathildes kleiner Pension, wo sie sich bald nicht nur zwischen einer alten und einer neuen Liebe entscheiden muss, sondern auch an die Idylle ihrer sorglosen Kindertage erinnert wird. Zwischen weiten Lavendelfeldern und französischen Desserts fragt sie sich, wann sie verlernt hat glücklich zu sein. Was Penelope nicht ahnt: Die Sterne der Provence stehen günstiger für sie, als sie denkt ... Pauline Mai, 1987 geboren, wuchs am Tegeler See in Berlin auf. Sie studierte Literaturwissenschaft und lernte auf Reisen die französische Lebensart, die raue Meerküste und Macarons lieben. Heute lebt sie zwar wieder in Berlin, Frankreich aber ist immer ihr Sehnsuchtsort geblieben. Und eben da, in der Provence, ist auch ihr erster Roman angesiedelt: "Das Glück ist lavendelblau".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 01.04.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641243616
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 2469 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Glück ist lavendelblau

1

Ich zog den Koffer unterm Bett hervor, warf wild Kleidung hinein, ohne darauf zu achten, ob die Dinge zusammenpassten: Unterwäsche, Hosen, Shirts, einige Röcke, Kleider, Sandalen. Wie eine Furie lief ich in der Wohnung umher, sammelte Kosmetika, mein Notizheft und meine Bücher ein und steckte sie in die große Handtasche. Hektisch zog ich den Reißverschluss des Koffers zu, dann hielt ich inne. Und nun? Ich blickte auf das bereitstehende Gepäck und geriet mit einem Mal ins Schwanken. Was mir eben noch so klar vor Augen gestanden hatte, wirkte plötzlich flirrend und undeutlich.

Mit einem Seufzer ließ ich mich auf die Couch fallen und griff nach meinem Handy. Ich checkte es nach einer Nachricht von Oskar - nichts. Vor Wut ließ ich die Faust samt Handy auf das Polster niedersausen, und schon wieder schossen mir Tränen in die Augen. Wie weit ist es mit einem gekommen, wenn man sich selbst nur noch als nervige Heulsuse bezeichnen kann? Eindeutig zu weit. Immer wenn ich in den letzten Tagen gedacht hatte, endlich über den Berg zu sein, waren all die Gefühle wieder aus mir hervorgebrochen. Ich schob das Handy unter das Sofakissen, wischte mir die schwarze Mascarasuppe auf meinen Wangen mit den Handrücken weg und rieb sie so lange aneinander, bis das Schwarz wohin auch immer verschwunden war. Tief atmete ich durch. An welchem Punkt hatte sich die Beziehung zwischen Oskar und mir gewandelt, wann waren wir auseinandergedriftet, ohne es uns eingestehen zu können? Und wie hatten wir es trotzdem so lange miteinander ausgehalten, bis zu diesem letzten Paukenschlag?

Ich schüttelte die Gedanken ab, bevor die Wut der letzten Tage wieder von mir Besitz ergreifen und mich in ein heulendes Wrack verwandeln würde. Ein Plan musste her, ein gut strukturierter Plan, an den ich mich jetzt halten, klammern, festkrallen konnte. Ich würde mir den Koffer schnappen und losfahren, einfach abhauen. Und ich würde erst dann alle benachrichtigen, wenn ich bereits aus Berlin raus wäre. Wenn ich endlich genug Kilometer zwischen mich und Oskar gebracht hätte, sodass das Gummiseil, das uns so lange zusammengehalten hatte, endgültig gerissen wäre.

Ich stützte mich auf und wollte mich gerade entschlossen aus dem tiefen Sofa hieven, da summte ganz leise und verschämt mein Telefon unter den Polstern und versetzte mich in eine kurze Schockstarre, die sofort hektischem Gesuche zwischen den Kissen wich, bis ich es in der Hand hielt. Auf dem Display leuchtete mir ein Name entgegen: Clémence. Ich unterdrückte die Enttäuschung, räusperte mich und nahm das Gespräch mit einem krächzenden "Hallo?" an.

"Pepe, Kleine, gut, dass ich dich gleich erreicht habe. Bist du nicht auf der Arbeit?"

Meine vier Jahre ältere Schwester sprach mit einer sanften Stimme, die mir leicht brüchig erschien, ganz anders als ihr sonstiger Tonfall. Sie musste geweint haben. Dabei war sie eindeutig die Energetischere von uns beiden, ein kleiner Feuerball von mit Absatzschuhen erschummelten eins fünfundsechzig und einer kraftvollen Stimme, die meist einige Dezibel über der Normallautstärke lag. Weinen gehörte nun wirklich nicht zu ihrem Repertoire, sodass ich sofort hellhörig wurde. Ich räusperte mich noch einmal, bevor ich antworten konnte.

"Clem, hi. Ich bin gerade zu Hause, es gibt einige Veränderungen, von denen ich dir berichten muss."

"Kleine, hör mal, du wirst mir ein anderes Mal davon erzählen müssen. Es ist etwas Schreckliches passiert. Mamie, sie hatte einen Unfall. Sie liegt hier im Krankenhaus, und es ...", sie stockte kurz, und ich meinte, im Hintergrund geschäftiges Treiben zu hören, eilige Schritte, Wortfetzen, "... es sieht nicht gut aus."

"Was ist passiert?" Meine Stimme klang verzerrt und schrill, als hätte sich in meiner Kehle etwas festgesetzt, von wo aus es pikte und stach und mir die Luft nehmen wollte. Trotz meiner neunundzwanzig Jahre fühlte ich mich mit einem Mal vor Schreck und lauter Hil

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen