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Das Glück liegt im Chiemsee von Raspel, Gabriele (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.08.2016
  • Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Das Glück liegt im Chiemsee

Lena hat jahrelang in einer Werbeagentur gearbeitet und fühlt sich ausgebrannt. Ihre Mutter Rosi betreibt eine Pension auf der Fraueninsel im Chiemsee. Lena macht sich auf den Weg in das schöne Chiemsee Alpenland. Auf der Insel blüht sie auf. Als Marcel anreist, verliebt sie sich sofort. Auch er scheint ihre Gefühle zu erwidern. Doch plötzlich wendet sich das Blatt. Marcel zeigt auf einmal Interesse für zwei junge Frauen, die ebenfalls in der Pension wohnen. Er verbringt auffällig viel Zeit mit den beiden, und eines Tages sieht Lena sogar, wie er die Zimmer der Frauen durchsucht ... Kann sie sich so in ihm getäuscht haben? Gabriele Raspel begann 1995 mit dem Schreiben, vor allem von modernen Heimat- und spannenden Liebesromanen. Im Rosenheimer Verlagshaus sind von der Autorin bereits sechs Bücher, zuletzt Ein Zimmer für zwei erschienen. Heute lebt die Autorin in Ratingen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 183
    Erscheinungsdatum: 26.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783475546006
    Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
    Größe: 2003 kBytes
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Das Glück liegt im Chiemsee

1

Lena stand vor dem modernen Bürogebäude und ihr Blick wanderte hinauf. Wie von Geisterhand ließ sie den Glasturm vor ihren Augen Zentimeter für Zentimeter in die Höhe wachsen. In ihrem Körper vibrierte es. Es war wie am ersten Tag, als sie an derselben Stelle verweilt hatte, aufgewühlt vor Nervosität, aber doch erfüllt von Neugierde, Hoffnung und Tatendrang vor den neuen Aufgaben.

An diesem Septembermorgen begann der letzte Tag ihres alten Lebens, und diesmal schwankten ihre Gefühle zwischen Wehmut und Erlösung. Sie hatte die vergangenen acht Jahre als Marketingassistentin in einer Agentur gearbeitet, doch das würde ab heute Abend keine Rolle mehr in ihrem Leben spielen.

Damals hatte man sie aus zahlreichen Mitbewerbern ausgesucht, und sie war sehr stolz gewesen, denn die Agentur war eine der renommiertesten in München. Zu ihren Aufgaben hatte es gehört, Veranstaltungen vorzubereiten und zu betreuen und auch Werbestrategien mit auszuarbeiten. Etliche Marketingkampagnen waren dank ihrer Kreativität und ihrem Instinkt für Trends von ihr mitentwickelt worden. Das hatte ihr viel Spaß bereitet, denn das war die glänzende Seite der Medaille gewesen. Doch wann hatte das Funkeln aufgehört? Sie wusste es nicht genau, denn es war schleichend gekommen. Tatsache jedoch war, dass sie aufgrund des enormen Arbeitsaufwandes seit vier Jahren keinen gescheiten Jahresurlaub mehr hatte nehmen können. Ihre Reisen jenseits beruflicher Notwendigkeit konnte sie an einer Hand abzählen. Und nachdem sie nun seit mehr als zwei Jahren nur noch mit Schlaftabletten zur Ruhe kam und von Schwindelanfällen heimgesucht wurde, war sie vom Arzt dringend zur Änderung ihres Lebensstils angehalten worden. So hatte sie jetzt die Konsequenzen gezogen und gekündigt.

"Fällt dir der Abschied denn nicht wenigstens ein bisschen schwer?", erkundigte sich am Abend schließlich ihre Chefin. Maja Kersting, die Marketingleiterin, war eine hochgewachsene Mittdreißigerin, deren kühle, hellblaue Augen einem immer bis auf den Grund der Seele zu blicken schienen. Lena hatte sich stets gut mit ihr verstanden, doch Nachsicht konnte sie von dieser Frau, für die Arbeit ein köstliches Lebenselixier war, nicht erwarten. Maja hatte die Agentur von ihrem Vater übernommen und leitete sie mit Verstand, Können und einem wunderbaren Gespür für Menschen. Lena mochte sie sehr, doch hatte sie auch sehr schnell erkannt, dass Maja die Schwächen ihrer Mitmenschen gnadenlos zu ihrem eigenen Vorteil auszunutzen wusste. Und so hatte zwangsläufig Lenas Schwäche dazu geführt, dass Maja sie mit Projekten zugeschüttet hatte. Lena konnte nämlich leider nur sehr schwer Nein sagen. Aber nun war Schluss.

" Der Abschied von dir und den Kollegen fällt mir schwer. Aber ganz ehrlich, Maja, ich muss hier raus, um endlich auf andere Gedanken zu kommen " , brachte sie leise hervor. Obwohl sie in der Tat ein wenig Wehmut verspürte, überwogen doch die Erleichterung und die Vorfreude auf ein arbeitsfreies Jahr. So lange hatte sie jedenfalls vor, auszusetzen und sich zu regenerieren. Und sie würde alles daransetzen, am Entschluss festzuhalten, sich erst nach Ablauf dieses einen Jahres wieder mit ihrer Arbeit zu beschäftigen und sich auf die Suche nach etwas Neuem zu machen. Mit einer Wiederanstellung konnte Lena nicht rechnen, das hatte Maja ihr sehr deutlich vermittelt. Aber das wollte Lena ja auch gar nicht.

Die Agentur war fein, aber klein, und so bestand die Abschiedsfeier aus lediglich zehn Mitarbeitern, die sich jedoch bereits nach einer knappen Stunde verabschiedeten. Der Feierabend war nun einmal heilig, und alle Kollegen brauchten ihn zum Überleben.

"Ich bin einfach fertig", endete sie, während sie den Blick durch den schönen Arbeitsraum schweifen ließ.

"Nun, ein offenes Wort hätte da vielleicht ja Wunder gewirkt", sagte Maja steif und stellte das leere Sektglas, in dem sich nur Orangensaft befunden hatte, auf den Schre

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