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Das Gold der Mühle Historischer Roman von Marcus, Martha S. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.01.2014
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Das Gold der Mühle

Brida ist eine junge Witwe, die einen Abenteurer liebt. Doch wird er seine Freiheit für ein Leben an ihrer Seite aufgeben? 1372 im Lüneburger Land, wo ein brutaler Erbfolgekrieg tobt: Die erst 36-jährige Witwe Brida findet den verletzten jungen Ritter Ulrich am Wegesrand. Kurzentschlossen nimmt sie Ulrich bei sich auf und pflegt ihn gesund. Als der junge Mann wieder aufbricht, schließt sich ihm Bridas 16-jährige Tochter Ann Durt heimlich an. Sobald Brida ihr Verschwinden bemerkt, folgt sie der Spur der jungen Leuten durch die Wirren des Krieges, aber Ulrich und Ann Durt bleiben ihr immer einen Schritt voraus - bis Brida den faszinierenden Abenteurer Brose trifft und in einen Gewissenskonflikt gerät. Martha Sophie Marcus, geboren 1972 im Landkreis Schaumburg, studierte Germanistik, Soziologie und Pädagogik und verbrachte anschließend zwei Jahre in Cambridge. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Lüneburg. Mit 'Herrin wider Willen', ihrem ersten Roman, feierte sie ein grandioses Debüt. Seitdem sind weitere historische Romane von ihr bei Goldmann erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 20.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641118372
    Verlag: Goldmann
    Größe: 757 kBytes
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Das Gold der Mühle

B rida kauerte auf dem Heuboden des Stalls, spähte durch einen Bretterspalt hinab auf den Hof der Mühle und musste sich Mühe geben, das Kitzeln des Staubs in ihrer Nase nicht zu beachten. Wenn sie nieste, würden die Männer sie entdecken, die da draußen zusammenstanden. Und dann gab es kein Entkommen mehr.

Es hatte Zeiten gegeben, da hätte sie nicht gedacht, dass sie sich einmal vor einem Mann verstecken würde. Die meisten Männer im Dorf hatten Respekt vor ihr.

Ihr nächster Nachbar Walther jedoch, der vor dem Stall herumtrödelte, anstatt sein Korn einfach in der Mühle abzugeben und wieder zu verschwinden, war zu stur, um sich von scharfen Worten abschrecken zu lassen. Und er war zu wütend auf Brida. Sie staunte immer noch, dass der gutmütige Knabe zu einem so reizbaren und boshaften Mann herangewachsen war. Sie seufzte lautlos. Würde er doch endlich gehen! Was konnten die Männer wieder so lange zu kakeln haben? Wer den Weibern Geschwätzigkeit nachsagte, konnte noch nie einen Tag bei der Thomasburger Mühle verbracht haben. Hier waren es immer die Kerle, die sich nicht losreißen konnten und tratschten, bis es dunkel wurde.

Der Ochsentreiberbauer mit seinem ausladenden Schnauzbart, der neben Walther stand, warf sich ordentlich in die Brust beim Reden. Er hatte wohl irgendwo etwas aufgeschnappt, was die anderen noch nicht wussten.

" Sollen sich nicht so wichtigmachen, die Stadtbürger", sagte er. " Herzog Magnus ist unser rechtmäßiger Herr. Nicht dieser Sachse. Hätten sie sich nicht irre machen lassen, müssten sie jetzt nicht die Rache der Welfen fürchten. Das haben sie davon!"

Brida drehte den Kopf und legte ihr Ohr an den Bretterspalt. Wenn es um die Uneinigkeit zwischen der Stadt Lüneburg und Herzog Magnus ging, dann hörte man lieber gut zu. Die Auswirkungen betrafen das ganze Lüneburgische Land, aber die Umgebung der Stadt war von der Fehde besonders betroffen. Brida hoffte und betete jeden Tag, dass keine der Kriegsparteien sich in den Kopf setzte, die Mühle zu zerstören, so wie man es allenthalben aus anderen Orten hörte. Einmal, in Bridas Kindheit, hatte ihr Vater die vornehmen Ritter gerade noch überzeugen können, dass die Mühle Oldenburger Klosterbesitz war und Gott ihnen zürnen würde, wenn sie das Eigentum seiner Diener beschädigten.

Brida schnaubte leise. Ihr Vater war ein wortgewandter Mann gewesen. Wenn ihr Bruder Thomas, der nun der Müller war, dasselbe versuchen würde, würden die Ritter ihn vermutlich auslachen. Er war ein guter Kerl, aber schweigsam.

" Der Kaiser stand nie auf der Seite des Herzogs, sondern immer auf der von dem Sachsen. Da ist es doch kein Wunder, wenn die Lüneburger Angst hatten und nicht wussten, wem sie huldigen und gehorchen müssen." Das war die Stimme eines Knechts aus Ellringen.

Und auch der letzte Mann, der als einziger außer Walther noch nicht zu Wort gekommen war, hatte eine Meinung zu der Sache: Er stieß einen abfälligen Laut aus. " Nee. Angst haben die nicht. Die suchen bloß ihren Vorteil. Darauf verstehen sich die reichen Lüneburger Ratsherren und Pfeffersäcke. Und nun lass uns gehen, Hans. Sonst tobt der Alte."

Brida wechselte die Haltung, um die Knechte durch den Spalt sehen zu können. Hastig zog sie den Kopf zurück. Walther blickte genau zu ihr. Hatte er sie doch von Weitem schon beobachtet, als sie in die Scheune gegangen war? Verflixt! Wenn es so war, dann würde er sich nicht vom

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