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Das goldene Haus Roman von Martin, Rebecca (eBook)

  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Das goldene Haus

Eine schillernde Kaufhausdynastie, begründet auf Schuld und Verrat Frankfurt 1901: Bettina Wessling hat ihr Leben dem Aufbau des prächtigsten und modernsten Kaufhauses der Stadt gewidmet. Ihr Ehemann Arnold ist das Oberhaupt der angesehenen Familie. Doch Bettinas heimliche Leidenschaft gilt einem anderen: Sie liebt Richard, Arnolds verfeindeten Bruder, doch sie hält es für ihre Pflicht, ihre Gefühle zu unterdrücken. Bettina hütet nicht nur dieses Geheimnis. Genauso wie ihre Ehe auf Lügen aufbaut, gründen das Kaufhaus und der Reichtum ihrer Familie auf Schuld und Verrat. Eines Tages kommt ein fremdes junges Mädchen aus Paris zu den Wesslings. Alles droht aufzufliegen, und die Zukunft und das Glück der nachfolgenden Generationen stehen auf dem Spiel ... Rebecca Martin studierte Englisch und Deutsch in Frankfurt am Main und in Dublin, Irland. Ihre Leidenschaft gehört dem Reisen und dem Schreiben. Ihr Roman 'Die verlorene Geschichte' gelangte sofort nach Erscheinen auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, gefolgt von 'Der entschwundene Sommer', 'Die geheimen Worte' und 'Das goldene Haus'. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf im Nahetal.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641175740
    Verlag: Diana Verlag
    Größe: 1764 kBytes
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Das goldene Haus

Erstes Kapitel

Spiekeroog, Ostfriesland, Deutsches Reich, August 1872

A m Vorabend waren sie endlich in Neuharlingersiel ein getroffen, nachdem Arnold Wessling, ihr Schwager, in Bre men einen alten Schulfreund besucht hatte. Die Reise war beschwerlich gewesen, aber das war nicht der Grund für Ludmillas schlechte Stimmung. Zuerst einmal konnte sie die alljährlichen Sommerwochen mitsamt der ganzen Familie fernab von Frankfurt nicht ausstehen, zum anderen hatte sie eine Veränderung an Bettina festgestellt, über die sie sich einfach nicht klar wurde - oder war sie überspannt? Machte sie ihr eigener Zustand, machte sie diese schreckliche Schwanger schaft etwa überempfindlich?

Ludmilla schaute zu ihrer Schwägerin hin, die sich gemeinsam mit dem einzigen Hausmädchen, das sie begleitete, um die Verladung des Gepäcks auf das wartende kleine Schiff kümmerte, welches sie nach der Insel bringen sollte. Bettinas Tochter, die dreijährige Antonie, beobachtete das Ganze vom sicheren Arm ihres Vaters aus. Ludmilla schenkte ihrem Schwager nur einen kurzen Blick, bevor sie die Aufmerksamkeit erneut auf Bettina richtete. Auch Arnold war nur zu deutlich anzusehen, dass er in diesem Jahr lieber zu Hause ge blieben wäre. Große Pläne hatte er, das wusste sie, mit denen es aber einfach nicht vorangehen wollte. Kurz vor der Abfahrt hatte er ein weiteres Mal mit seinem Schwiegervater über die Erweiterung des familieneigenen Geschäfts gesprochen, aber Siegfried Kuhn, der alte Starrkopf, hatte kategorisch abgelehnt. Nicht zum ersten Mal, wie Ludmilla von Bettina Wesslings Mädchen zugetragen worden war. Trotzdem hatte Arnold seine Enttäuschung kaum verhehlen können. Ebenso, wie er gewiss von der Tatsache enttäuscht war, dass sich nach der ersten Schwangerschaft seiner Frau keine zweite einstellen wollte.

Nur eine Tochter und seitdem nichts mehr ...

Ludmilla zwang sich, den Blick abzuwenden, um sich nicht doch noch zu verraten. Niemanden ging es etwas an, was sie dachte.

Das Gepäck war inzwischen wohl zur allgemeinen Zufriedenheit verstaut, und Falk, ihr Ehemann, kam erneut auf sie zu. Er sah müde aus. In der Nacht hatte er zuerst schlecht in den Schlaf gefunden, war dann mehrfach aufgewacht und hatte sogar eine Weile wach gelegen. Wie ein geprügelter Hund hatte er sich bei ihr entschuldigt. Sie hasste und liebte seine Unterwürfigkeit.

"Gleich geht es los", sagte er zu ihr, bemüht, eine sorglose Stimmung zu verbreiten. Ludmilla verbiss sich die spitze Bemerkung, er solle sie nicht mit dem Offensichtlichen verärgern. Falk bemerkte ihre schlechte Laune nicht. "Man nennt Neuharlingersiel übrigens auch das Venedig des Nordens ...", bot er etwas von dem Wissen dar, das er sich in den Tagen vor der Abreise angelesen hatte. Die ruckartige Bewegung, mit der Ludmilla ihren Kopf höher hob, nahm er aus den Augenwinkeln wahr und verstummte augenblicklich.

"Das hier?" Ludmilla zog die Augenbrauen hoch und schaute sich um. "Wie überaus albern ...", setzte sie dann hinzu.

Natürlich sagte Falk jetzt nichts mehr. Das hatte sie beabsichtigt, und sie schämte sich dessen auch nicht. Mit der fortschreitenden Schwangerschaft hatte sich Ludmillas Laune stetig verschlechtert. Sie hasste es, ihren Körper zu teilen. Sie hasste die Übelkeit der Anfangstage, das Sodbrennen und das häufige Wasserlassen. Sie wusste, dass Falk bereits Bettina um Hilfe gebeten hatte, aber die hatte ihn nur damit vertrösten können, dass er das Ende der Schwangerschaft abwarten müsse. Für die meisten Frauen sei die Zeit einfach belastend.

Nun, Ludmilla fühlte sich gewiss nicht b

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