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Das Haus an der Ocean Road Roman von Campion, Esther (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.08.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Das Haus an der Ocean Road

Ein wunderbarer Sommerschmöker - von Australiens Küste direkt ins Herz. "Verdammt noch mal, Gerry Clancy, hättest du nicht einfach in Irland bleiben können?" Die Irin Ellen O'Shea war blutjung, als sie nach Australien kam. Hier traf sie ihren Mann Nick, hier zog sie ihre Tochter Louise groß und hier fand sie eine Heimat in dem kleinen Küstenort Port Lincoln. Doch seit Nick bei einem tragischen Autounfall ums Leben kam, vergräbt Ellen sich in ihrer Trauer und in ihrem Haus an der Ocean Road. Bis eines Tages Gerry Clancy vor ihrer Tür steht - ihre erste große Liebe. Und schnell drängen nicht nur alte Gefühle an die Oberfläche, sondern auch ein lange gehütetes Geheimnis ... Geboren und aufgewachsen in Irland hat Esther Campion in Australien eine Heimat gefunden. Zusammen mit ihrem Mann, den gemeinsamen Kindern, einem verwöhnten Labrador und zwei Pferden lebt und schreibt sie in ihrem Haus in Tasmanien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 19.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641225186
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Leaving Ocean Road
    Größe: 1342 kBytes
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Das Haus an der Ocean Road

Kapitel 1

E llen stand am Rand der Koppel. Obwohl es bereits vier Uhr nachmittags war, trug sie noch immer ihren Pyjama. Im Haus klingelte das Telefon. Wer der Anrufer auch sein mochte - er schien nicht so schnell aufzugeben. Genervt machte sie sich auf den Weg zur Haustür, Paddy folgte ihr auf dem Fuße.

"Ich rufe jetzt schon seit einer geschlagenen Stunde an. Hast du meine Nachricht bekommen?", schallte es Ellen aus dem Hörer entgegen.

Tracey. Ihre Freundin konnte genauso lästig wie loyal sein.

"Ich war auf der Koppel und habe Spots gefüttert." Ellen klemmte den Hörer zwischen Ohr und Schulter und machte sich daran, die Teller von ihrem späten Frühstück abzuspülen.

"Brav!", lobte Tracey. "Das Pferd sah bei meinem letzten Besuch recht mager aus."

"Es steht bis zu den Knien in saftigem Gras." Ellen versuchte, sich ihre Gereiztheit nicht anmerken zu lassen.

Tracey lachte. "Wie war dein Tag?"

"Großartig", log Ellen. "Und deiner?"

"Ich stehe wie immer unter Hochdruck."

Ellen wartete darauf, dass Tracey sich lang und breit über jedes noch so kleine Detail ausließ, aber die obligatorischen dramatischen Schilderungen vom Alltagsleben der Familie Pope blieben aus.

"Dann legen wir mal besser auf."

"Ich hab Neuigkeiten." Tracey zögerte. "Du bekommst vielleicht Besuch."

Ellen nahm das Telefon wieder in die Hand und griff mit der anderen nach einem Geschirrtuch.

"Keine Sorge", beruhigte Tracey sie. "Ich habe ihn abgewimmelt. Hab ihm weisgemacht, du seist für mindestens eine Woche verreist."

"Ihm?" Ellen brachte kaum mehr als ein Krächzen hervor.

In der Zeit, die Tracey brauchte, um ihren nächsten Satz zu formulieren, ging sie im Kopf eine Myriade von Möglichkeiten durch: Es könnte jeder gemeint sein - vom Finanzbeamten, der mit einem der Formulare, die sie ignoriert hatte, vor der Tür stand, bis hin zu jemandem vom Statistikamt, der im Rahmen der Volkszählung unangenehme Fragen stellte.

"Irgendein Ire", hörte sie Tracey sagen. "Der Typ behauptet, er würde dich von früher kennen."

"Hat er dir seinen Namen genannt? Wie sah er aus?"

"Wenn du mir die Chance dazu gibst, beantworte ich deine Fragen gern."

Ellen klemmte den Hörer erneut zwischen Ohr und Schulter und bearbeitete mit dem Geschirrtuch energisch einen längst trockenen Teller. Jemand von der irischen Steuerbehörde konnte es kaum sein, da sie seit über zwanzig Jahren nicht mehr in Irland gearbeitet hatte.

"Gerry Canty, oder nein ... hieß er vielleicht Clancy?" Als Ellen keinen Laut von sich gab, fuhr Tracey fort: "Großer Kerl, gut gebaut, kräftig, aber nicht dick, du weißt, welchen Typ Mann ich meine."

Der Teller fiel ihr aus der Hand und zerbarst mit einem lauten Knall am Boden.

"Was war das?"

"Ach, nichts." Ellen schaute auf die Keramikscherben, die auf dem abgetretenen Linoleum verstreut lagen. "Wo ist er jetzt? Ist er wieder abgereist?"

"Das weiß ich nicht. Er sagte, er wolle seinen Sohn in Adelaide besuchen und du würdest ihn erwarten. Er hätte dir einen Brief geschrieben ..."

Ellens Gedanken überschlugen sich. Sie schluckte angestrengt, dann straffte sie die Schultern. "Tracey, frag auf dem Postamt nach meiner Post. Ich rufe dort an und sage, dass ich krank bin und sie nicht abholen kann."

"Wann warst du denn zum letzten Mal dort?"

"Offenbar vor viel zu langer Zeit. Tu's einfach, okay?"

"Jetzt reg dich nicht auf. Ich bringe dir die Post morgen vorbei."

Ellen legte auf und setzte sich fassungslos an den Küchentisch.

Gerry Clancy bog mit seinem gemieteten Allradwagen in die Zufahrt des Sunshine Motels ein. Er konnte kaum glauben, dass er tatsächlich in Australien war. Seit er vor vierzehn Tagen gelandet war, hatte es ununterbrochen geregnet.

"Bleiben Sie nur eine Nacht, Mr Clancy?" Die Empfangsdame sah ihn über

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