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Das Haus der Geheimnisse von Kabel, Walther (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.06.2016
  • Verlag: e-artnow
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Das Haus der Geheimnisse

Dieses eBook: 'Das Haus der Geheimnisse' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Walther Kabel (1878-1935) gilt als einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller der 1920er Jahre. Aus dem Buch: 'Jane Wellesleys wahnwitziger Schrei, hervorgerufen durch namenlose Wut und Enttäuschung, war in demselben Moment fast erklungen, als die zweite Kugel über den blitzschnell samt dem Lehnsessel verschwindenden Fürsten hinwegpfiff. Sergius Ulminski hatte diesen versenkbaren Stuhl durch Gunnar Börtgen herstellen lassen, damit er, falls die Logenbrüder vielleicht einmal während einer Sitzung aus irgend einem Grunde sich gegen ihn auflehnen sollten, jeder Zeit in der Lage wäre, sich heimtückischen Angriffen zu entziehen. Er kannte eben die Wandelbarkeit der menschlichen Seele, kannte menschliche Schwächen, wußte, daß es vielleicht nur eines kleinen Anstoßes bedurfte, um die Männer, die seine gehorsamen Werkzeuge waren, völlig umzustimmen. Er versank durch den Druck auf die Rosette samt dem geschnitzten Sessel, und über ihm klappte dann der Fußboden wieder hoch, als ob hier nie ein Sessel gestanden hätte. Ulminski eilte sofort durch den kleinen Raum und einen schmalen Gang bis zu einer steilen Treppe, erklomm diese und drückte oben an der Decke eine Falltür auf, die ihm in den Vorraum der unterirdischen Halle brachte. Kaum hatte er die Falltür wieder geschlossen, als Cesare Chivarri hier erschien. Der Italiener kehrte nach oben zurück, holte John, der gerade den Wagen hinausgelassen hatte, und meldete nun dem Fürsten, daß Dannick und die anderen Brüder zwei Spitzel festgenommenen hätten, die jetzt im Stalle lägen. Ulminski beriet sich mit Chivarri und John.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 17.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026854203
    Verlag: e-artnow
    Größe: 766 kBytes
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Das Haus der Geheimnisse

11. Kapitel
Die drei Kletten
Inhaltsverzeichnis
Fürst Sergius Ulminski kehrte zu Fuß nach seiner Wohnung zurück. Als er in die Gudrunstraße einbog, kam ihm ein älterer, graubärtiger Herr entgegen, murmelte jetzt vor Ulminski stehen bleibend:

"Darf ich um Feuer bitten? - Nummer Zwei!"

Ulminski erkannte jetzt erst Gunnar Börtgen, reichte ihm eine Schachtel Zündhölzer und fragte:

"Nun - wie benahm sie sich, Börtgen?"

"Sie sinnt Unheil," flüsterte Nummer Zwei hastig. "Man darf ihr nicht trauen. Ich werde feststellen, ob sie wirklich abfährt. Ich glaube nicht daran."

"Fährt sie nicht ab, hat sie den Eid gebrochen. Dann - - dann ist sie reif für unser Gericht! Sie bleiben hinter ihr drein, Börtgen. Nehmen Sie noch Nummer Eins zu Hilfe. Bleibt sie in Berlin, so wird sie heute um Mitternacht dem Logengericht vorgeführt. Sie, Börtgen, sorgen in diesem Falle dafür, daß die Brüder vollzählig versammelt sind. Auf Wiedersehen."

Der Fürst machte gleichfalls kehrt, nahm ein Auto und fuhr nach der Basedowstraße, in der das tempelähnliche Gebäude lag, wo die Geschwister Wellesley wohnten. Er verließ das Auto am Anfang der Straße und betrat dann das Nebengrundstück des Tempels, eine kleine Gärtnerei mit einem einstöckigem Wohnhause, die einem Junggesellen namens Birk seit etwa anderthalb Jahren gehörte.

Thomas Birk war ein hagerer, großer Mensch mit einem spitzen Vogelgesicht. Er arbeitete gerade in dem einen Gewächshause. Als der Fürst erschien, riß er die Mütze vom Kopf.

"Guten Tag, Meister," sagte er unterwürfig. "Wollen Sie hinüber?"

"Ja. Kommen Sie mit," erwiderte Ulminski kurz.

Sie begaben sich in das kleine Wohnhaus, dann weiter in den Keller, wo in dem einen Gelaß hinter einem Gestell, das mit leeren Blumentöpfen besetzt war, in der Mauer eine ähnliche Geheimtür sich befand wie drüben in dem Tempel der Indra-Loge.

Als Thomas Birk das Gestell von der Wand abrückte, sagte der Fürst mit gedämpfter Stimme:

"Sie werden nun sofort den Tempel unauffällig von der Straße aus beobachten, Birk. Jane plant Verrat und muß bewacht werden. Außer Ihnen tun es noch Börtgen und Chivarri. Legen Sie eine Verkleidung an und stellen Sie fest, ob die beiden nicht etwa mit Jane unter einer Decke stecken. Wahrscheinlich wird Jane in der kommenden Nacht abgeurteilt werden müssen. Halten Sie also auch den - den Trank bereit."

Dann verschwand er hinter der Geheimtür, die den Zugang zu dem unterirdischen Verbindungsweg mit dem Tempel bildete. -

Jane packte gerade im Schlafzimmer ihren Koffer, als der Fürst lautlos eintrat.

Er stand jetzt eine Weile ohne jede Bewegung da und musterte sie mit starrem Blick, dem nicht die geringste Veränderung ihres Gesichtsausdrucks entging.

Und - dieses Gesicht spiegelte die erregten Gedanken des rotblonden Weibes ganz deutlich wider.

Dann sagte Ulminski leise: "Es ist recht, Jane, daß Sie einen Männeranzug mit einpacken -".

Sie flog herum. In ihren Augen lohten Haß und Schreck.

"Ich wollte Ihnen mündlich die nötigen Instruktionen geben," fuhr Ulminski mit nüchterner Sachlichkeit fort. "Sie fahren über Amsterdam nach Liverpool und begeben sich zu Bonar Scampry. Er soll sofort vier Taucheranzüge, neuestes Modell, nebst vier Luftpumpen kaufen und erproben. Sie, Jane, und drei Mitglieder der englischen Zweigloge müssen täglich in den Taucheranzügen sich an verborgener Stelle auf dem Meeresboden in acht bis zehn Meter Tiefe bewegen, damit Sie sich daran gewöhnen. Das wäre alles. Hier haben Sie hunderttausend Mark Reisegeld. - Ich muß wieder fort, Jane. Glückliche Reise."

Sie flog plötzlich auf ihn zu, warf sich an seine Brust, umklammerte ihn.

"Sergius," flehte sie keuchend, "Sergius, ich kann nicht mehr ohne dich leben! Du darfst -".

Er schob sie mit aller Kraft von sich. Hochaufgerichtet stand er da.

"Ich, der Meister, befeh

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