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Das Haus der Spione von Vosseler, Nicole C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.08.2013
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Das Haus der Spione

England, 1582. Zwei Königinnen streiten um die Macht im Land, nur eine kann siegen. Zwei Spione arbeiten gegen die Zeit, einer von ihnen ist noch ein Kind. Der Waisenjunge Nicholas Christchurch hätte sich nie träumen lassen, dass er eines Tages als Gehilfe im Haus des berühmten Magiers von Mortlake Aufnahme finden würde. Doch hätte er geahnt, was ihn dort erwartet, wäre er vielleicht lieber bei seinem Job als Trickdieb geblieben. Denn ehe er sich versieht, ist er zum Spion geworden. Zum Spion im Dienste der Königin. Und seine Aufgabe ist keine leichte: Kann ein Kind die Krone retten?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 09.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955302108
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 2944 kBytes
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Das Haus der Spione

Prolog

London, den 6. Dezember Anno Domini 1569

S amuel Shipwash hatte es eilig. So eilig, dass er sich nicht einmal die Mühe machte, sein gepolstertes Wams zu schließen. Dabei war die Luft draußen schneidend kalt, stach unangenehm durch den dünnen Stoff seines Hemdes und ließ ihn frösteln. Aber den sich vorwölbenden Bauch einzuziehen und an den Verschlussbändern herumzunesteln - nein, das lohnte sich nicht. Nicht für die paar Schritte von seinem Haus am Bull Head Court bis zur Kirche. Außerdem hätte er sich dann eingestehen müssen, dass er das Wams kaum noch zubekam. Dabei stand die Weihnachtszeit mit all den Leckereien erst noch bevor! Sein Magen zog sich knurrend zusammen, als er an den Eintopf dachte, der über dem Feuer in der Küche vor sich hin blubberte, aus Erbsen, Möhren, Zwiebeln, mit großen Stücken fetten Hammelfleisches darin. Ein Grund mehr, sich zu beeilen. Ganz abgesehen davon, dass Mistress Shipwash schnell ungehalten wurde, wenn sie mit dem Essen auf ihn warten musste.

In großen Schritten hastete er über den Platz. Es hatte geschneit, nur einen Hauch, und die Kristalle auf dem gefrorenen Boden knisterten unter den Sohlen seiner Stiefel. Durch Ritzen in den hölzernen Fensterläden der Nachbarhäuser blinzelte Licht hervor. Um diese Jahreszeit dämmerte es bereits am Nachmittag und nun, am frühen Abend, herrschte schon schwarze Nacht. Doch Samuel Shipwash kannte seinen Weg im Schlaf. Seit gut zehn Jahren oblag ihm als Küster des Londoner Stadtteils Newgate die Sorge um das Erscheinungsbild der trutzigen Christ Church. Eine Sorge, der er mehr oder minder gewissenhaft nachkam.

Es waren Franziskanermönche gewesen, die vor langer Zeit das Kloster mit dem dazugehörigen Gotteshaus errichtet hatten. Damals hatten sowohl England als auch das übrige Europa nur einen Glauben gekannt. Jene Mönche hätten sich gewiss nicht träumen lassen, dass eines Tages ein deutscher Ordensmann namens Martin Luther mit seinen Weggefährten eine Spaltung der Christenheit in Katholiken und Protestanten auslösen würde. Und noch viel weniger hätten sie es für möglich gehalten, dass ein englischer König bald darauf diese Entwicklung nutzen würde, um seine eigene protestantische Kirche zu gründen. So wie es Heinrich VIII. getan hatte. Allein zu dem Zweck, sich von seiner ersten Frau Katharina von Aragón scheiden zu lassen, die ihm nur die Tochter Maria Tudor geboren hatte, nicht aber den ersehnten Thronerben. Die Franziskaner waren vertrieben worden, wie ihre Brüder und Schwestern aus allen Klöstern des Landes. Ihre großartige Kirche jedoch hatte die Zeit überdauert und blickte seither streng auf den winzigen Stadtteil herab, der zu ihren Füßen gewachsen war.

Über solche Dinge dachte Samuel Shipwash allerdings nie nach, während er die schweren Kirchenportale auf- und zuschloss, Kerzen anzündete oder auslöschte und auch sonst nach dem Rechten sah. Er war kein gläubiger Mensch, und ob England nun katholisch oder protestantisch war, spielte für ihn keine große Rolle. Hauptsache, es herrschte Frieden, er hatte einen vollen Magen und ein Dach über dem Kopf und Mistress Shipwash zankte nicht allzu oft mit ihm. Für alles andere sorgte Elisabeth I., Königin nun schon im zwölften Jahr. Gelobt sei unsere gute Queen Bess!

Seine Frömmigkeit beschränkte sich darauf, während der Predigten seines Pastors vor sich hin zu dösen und vor dem Essen schludrig das Dankgebet zu murmeln. Tief in seiner Seele verwurzelt war jedoch der alte Volksglaube. Wie alle seine Nachbarn fürchtete er sich nicht wenig vor Hexen mit ihrem bösen Blick, der Vieh krank und Milch sauer werden ließ. Vor Elfen, die Kinder in ihr magisches Reich entführten, und vor Zauberern, die mit dem Teufel im Bunde standen. Und als Samuel Shipwash an diesem Abend in der menschenleeren Kirche die Hand hob, um die letzte Kerze zu löschen, und hinter sich ein Rascheln hörte, erstarrte er.

Er kannte das Geräusch

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