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Das Haus des Malers Roman von Krüger, Maryla (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.03.2014
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Das Haus des Malers

Bilder der Liebe. Emma hat von allem genug, von Männern und von Berlin. Da kommt die Nachricht, dass ihr Großonkel Alfons Zederbeck, ein bekannter Maler, verstorben ist und ihr ein Haus an der Ostsee vermacht hat. Emma bricht in Berlin alle Zelte ab. Das Erbe entpuppt sich jedoch als ein renovierungsbedürftiges Rohrdachhäuschen. Nach der ersten Ernüchterung verliebt sich Emma in das alte Haus. Sie entscheidet zu bleiben. Doch der attraktive Ole Koswig, Eigentümer des Gestüts Falbenkoppel und der Ländereien, die Emmas Haus umgeben, macht ihr das Leben schwer. Gleich die erste Begegnung mit ihm endet in einem Streit. Obendrein meldet sich auch noch Tante Hermine an, die Emma mit gutgemeinten Ratschlägen den Nerv raubt und sie zu einer Fahrt mit der Bäderbahn 'Molli' überredet. Die Molli entgleist in Höhe von Oles Ländereien, und in dem Chaos kommt er zu Hilfe. Emma sieht plötzlich Seiten an ihm, die so gar nicht zu dem Mann zu passen scheinen, den sie in ihm gesehen hat. Doch ihre Harmonie ist nur von kurzer Dauer. Ein spannender Liebesroman, der an der Ostsee spielt. Maryla Krüger wurde 1974 in Parchim (Mecklenburg) geboren. Sie spielt Theater und war als freie Autorin für eine Musikzeitschrift tätig. Sie hat bisher den Roman 'Das schottische Geheimnis' veröffentlicht. Im Aufbau Taschenbuch erschien ihr Roman 'Das Haus des Malers'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 06.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841207371
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 1914 kBytes
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Das Haus des Malers

2 - Freilaufende Hühner

Draubenwinkel

Die Frau von der Kanzlei hatte die Haustürschlüssel in eine verrostete Blumenampel gelegt, deren kümmerliche, verfrorene Pflanzenreste nicht mehr erahnen ließen, um was es sich da einst gehandelt hatte.

"Und denken Sie daran", hatte sie noch gesagt. "Das Haus ist seit Jahren unbewohnt. Machen Sie sich auf etwas gefasst."

Ein Lachen vibrierte in meiner Kehle. Zynismus, dachte ich.

Ich stand vor meinem Haus - an dem die meisten Fensterläden schief in den Angeln hingen und deren Farbe, die wohl mal blau gewesen war, in großen Stücken abblätterte. Das Schilfrohr auf dem Dach sah für mich alles andere als frisch aus, und der Bretterzaun, der das kleine Grundstück einfasste, lag zumeist auf der Seite, hatte bereits Moos angesetzt und war von alten Brombeer- und Wildrosenranken überwuchert. Ich war eine hoffnungslose Romantikerin, und normalerweise hätte ich es als malerisch und verwunschen angesehen. Doch es gab einen Unterschied, ob man es als Unbeteiligte auf einem Spaziergang im hellen Sonnenschein betrachtete oder ob man gedachte darin zu wohnen, während einem der Regen in den Kragen lief.

Meine Finger spielten mit den Schlüsseln. Ich war kurz davor, wieder in meinen Beetle zu steigen und zurück nach Berlin zu fahren, doch ich hatte meine Wohnung bereits für zwei Monate an eine junge Austauschstudentin untervermietet. Sicherlich würde ich erst mal bei einer Freundin unterkommen, doch konnte ich dann auch ihre neunmalklugen Sprüche und Blicke ertragen?

"Das hältst du keine zwei Tage aus, Emma. Niemals!", hatte meine älteste Freundin Susann gesagt, während ich meine Koffer packte. "Kein Café um die Ecke, keine Konzertsäle und keine Museen."

Ich konnte sie schon jetzt hören. Hab ich es dir nicht gesagt? Du bist für so was nicht geschaffen.

Hm ...

Die Rotbuche stand noch immer. Die Äste waren kahl und borkig, doch ich wusste, im Sommer würde ihr reiches Blattwerk Schatten spenden. Die Schaukel war natürlich längst verschwunden, doch in Gedanken sah ich mich als kleines Mädchen noch immer dort sitzen und meine Nase in den Seewind halten.

Nur Mut!, sagte ich mir und ging auf die Tür zu. Den richtigen Schlüssel zu finden und in das Schloss zu stecken, ging leichter als gedacht, aber beim Herumdrehen brach ich mir fast die Finger. Die Tür quietschte und ächzte, als ich sie aufschob, und mein Blick fiel auf einen schmalen, düsteren Flur, von dem vier weitere Türen abgingen und eine schmale Holztreppe ins Dachgeschoss hinaufführte.

Rechts befand sich die Küche, mit alten, ehemals weiß lackierten Holzmöbeln, die so mancher als Liebhaberstücke bezeichnen würde, einem Gasherd und einem überraschend sauberen Kühlschrank. Hinter der ersten Tür links befand sich das Bad. Sehr knapp bemessen, mit einer Badewanne statt einer Dusche, aber es hatte immerhin ein Fenster. Diesen Luxus hatte ich selbst in Berlin nicht gehabt. Die zweite Tür führte in ein kleines Zimmer, welches bis auf einen Dielenschrank und ein schmales Sofa leer war. Durch die Tür geradeaus gelangte man schließlich ins Wohnzimmer. In der rechten Ecke stand ein großer, blauer Kachelofen. Die Möbel waren mit Laken abgedeckt. Der Fußboden bestand aus dunklen, rissigen Dielen, welche bei jedem Schritt Töne von sich gaben, die gut in einen drittklassigen Horrorfilm gepasst hätten.

Das Obergeschoss war gleichzeitig der Dachboden. Die mittlerweile vergilbten, einst weißgetünchten Schrägen waren von dunklen Holzbalken durchzogen, und der First befand sich etwa drei Meter &

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