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Das Haus Kriminalroman von Monti, Olivia (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook
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Das Haus

Das Haus ist ein Gebäude voller winziger Mietwohnungen. Mit dem Tod des Medizinstudenten Enis Al Agha nimmt das Unheil seinen Lauf. Einer um den anderen Mieter wird tot aufgefunden oder verschwindet spurlos. Die pensionierte Schneiderin Frau Rauhaar ist sich sicher, es gibt einen einzigen Mörder und der wohnt im Haus. Die Parapsychologin Nadja Knoll ist anderer Meinung: Das Haus sei womöglich ein Unglückshaus, ein verfluchter Ort, das Haus selbst sei sozusagen schuld an den grausigen Geschehnissen. Niemand erkennt ein klares Muster hinter den horrenden Fällen. Die Polizei ist ratlos. Bis sie rein zufällig auf eine bedeutende Spur stößt. Viel zu spät.

Olivia Kleinknecht, 1960 in Stuttgart geboren, studierte Rechtswissenschaft in München und promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Seit 1994 ist sie freie Autorin und verfasst Romane und Sachbücher. Sie publizierte u.a. bei der Frankfurter Verlagsanstalt, S. Fischer, Königshausen & Neumann. Sie lebt, schreibt und malt in Ludwigsburg und Zürich.

Produktinformationen

    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 196
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783752910872
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 997 kBytes
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Das Haus

Vorspiel



Das Haus ist eines dieser typischen Mietshäuser mit Wohnungen so klein wie Schuhschachteln. Lediglich im obersten Stock gibt es eine größere Wohnung, ein geräumiges Penthouse.

Lange Zeit lebten wir hier in Ruhe. Es gab die üblichen Streitereien zwischen Nachbarn. Dürfen Schuhe in der gemeinsamen Waschmaschine gewaschen werden? Darf eine wöchentlich gekochte Fischsuppe im gesamten Treppenhaus den Geruch bestimmen? Ab wann ist Musik Lärm? Was ist mit Türenschlagen in der Nacht? Wieviel Hundegebell ist erlaubt? Und so weiter. Der eine hält den anderen für unverschämt, rücksichtslos oder verrückt. Die Mehrzahl versteht sich allerdings einigermaßen. Man duldet einander. Und manchmal entstehen sogar Freundschaften.

Diese verhältnismäßige Ruhe war nach der letzten Party bei Zimmermann für immer dahin. Es passierte etwas Entsetzliches. Und obwohl man sich kaum etwas Schlimmeres vorstellen kann, war das erst der Anfang.

Einmal im Monat lädt Leonardo Zimmermann alle Einwohner zum Aperitif auf seine Dachterrasse ein. Er bewohnt das große Penthouse. Es ist nicht nur ein Aperitif, Zimmermann bietet uns mit Kanapees, Schinken, Käse, Lachs, Scampi, Salaten, Süßspeisen überhäufte Platten an und fachmännisch gekühlten, besonders feinperligen Champagner. Erstaunlicherweise kommen alle, und wir bleiben meist bis tief in die Nacht, tratschen, scherzen, lachen.

Mit mir unterhält sich Zimmermann meistens über meine paranormalen Forschungen. Er fragt, an was ich gerade arbeite. Ich erzähle ihm dann, wie weit ich mit einem Manuskript über das Gedächtnis von Dingen und Orten bin, auch wenn ich das Gefühl habe, dass ihn das Thema nicht sonderlich interessiert.

Die Feldner-Schwestern, zwei junge Mädchen, die eine Banklehrling, die andere auf Stellensuche, zieht Zimmermann nur allzu gerne mit Witzen auf. Sie kichern spontan los, und ihr Gekicher steckt alle anderen an. Alle nennen sie die Feldner-Schwestern, als seien sie keine Individuen. Dabei gleichen sie sich gar nicht. Die eine ist eine stämmige Rothaarige, die andere eine zierliche Blondine.

Frau Mooskop, pensionierte Kurzwarenverkäuferin, und Frau Rauhaar, pensionierte Schneiderin, bedient Zimmermann höflich, lässt sie aber während des Abends eher links liegen. Frau Mooskop verkaufte Damenunterwäsche. Damals sagte man noch Damenunterbekleidung. Die Zeit der allgegenwärtigen Dessous hat sie wohl nicht mehr mitgemacht. Frau Rauhaar ist etwas jünger. Ihren Beruf üben hierzulande nicht mehr viele aus. Es gibt kaum noch Scheiderinnen außerhalb der Haute Couture. Sie werden einfach nicht mehr gebraucht. Frau Rauhaar ist ledig. Sie war als junges Mädchen vollauf mit ihrer Schneiderlehre beschäftigt gewesen und hatte angeblich schlicht keine Zeit für Männer gehabt. Im Gegensatz zur Mooskop kleidet sich die Rauhaar modern, sie hat Geschmack und scheut sich nicht vor Farben.

Es ist seltsam, dass Zimmermann die Mooskop und die Rauhaar bedient, aber nicht Ramona Valdes. Ramona ist ebenfalls älter. Wobei ihr Alter schwer einzuschätzen ist. Sie könnte um die siebzig sein. Zimmermann schenkt Ramona kein Glas ein, er zwinkert ihr nur zu. Ramona trägt meistens ein viel zu kurzes Oberteil und eine zu eng anliegende Hose, die den Schritt einschneidet. Sie kleidet sich wie ein Teenager. Vielleicht ist es die Macht der Gewohnheit. Als Bardame war sie Jahrzehnte knapp gekleidet, so hat man es von ihr verlangt, und jetzt stellt sie sich nicht mehr um. Dass Zimmermann Ramona quasi wissend zuzwinkert, stört mich. Ich finde es respektlos.

Während Zimmermann die Frauen eher links liegen lässt, seine Unterhaltung mit uns beschränkt sich meistens auf ein paar wenige Witze, unterhält er sich hauptsächlich und auch ernsthaft mit den Männern, etwa über das politische Tagesgeschehen, über Anlagen oder Sport.

Besonders gut versteht er sich mit Jean Colomb, den böse Zungen im Haus trotz

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