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Das Herrenhaus im Moor Roman von Whitmore, Felicity (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.11.2018
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Das Herrenhaus im Moor

Schatten über Lynhybrook Hall Ein verfallenes Herrenhaus wird für Laura Milton zum Schlüssel in die Vergangenheit. Denn das Schicksal der Lady Victoria Milton wirft seine Schatten bis in die Gegenwart ... Exmoor, gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Die 20-jährige Victoria wird bald ein ansehnliches Vermögen erben. Doch ihr Vormund Richard hat seine eigenen Pläne mit ihrem Geld und verbannt sie in eine Anstalt für Geisteskranke - aus der Arthur, einer von Richards Bediensteten, ihr zur Flucht verhilft. Als sich Victoria, fest entschlossen, ihr Erbe wiederzuerlangen, nach Jahren aus der Deckung wagt, ist ihr Schicksal besiegelt.

Felicity Whitmore, Jahrgang 1977, leitet mit ihrem Mann ein freies Theater in Hagen, wo sie als Dramaturgin, Regisseurin und Schauspielerin arbeitet. Sie liebt ihre Hunde und Katzen, alte Häuser und das viktorianische England, wo ihre Bestsellerromane spielen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 30.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423434324
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv Taschenbücher 21763
    Größe: 1085 kBytes
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Das Herrenhaus im Moor

Prolog

Düsseldorf, Deutschland

12. Mai 2017

 

Es gab Nächte, in denen leuchteten die Sterne heller als in anderen. Laura blieb mitten auf der Rheinuferpromenade stehen und sah zum Himmel. Aus den Bars drang Musik zu ihr heraus. Von den Terrassen klangen fröhliche Stimmen. Der Rhein funkelte in der Dunkelheit. Es roch nach frisch gebratenem Fisch, Curry und Zigarettenrauch. Laura machte einer Gruppe junger Frauen Platz, die lachend an ihr vorbeigingen. Sie trat an die Rheinmauer und schloss einen Moment lang die Augen. Die Steine waren noch warm von der Schwüle des Frühsommertages. Laura lächelte. Sie war glücklich. Nach den letzten Monaten, in denen sie so viel auf ihren Mann hatte verzichten müssen, würden sie heute endlich wieder einen romantischen Abend verbringen. Ein Geburtstagsessen zu zweit. Das war das schönste Geschenk, das er ihr hatte machen können. Es schien Jahre her zu sein, dass Frank Zeit zum gemeinsamen Ausgehen gefunden hatte. Er hatte hart dafür gearbeitet, Leiter des Privatkundengeschäftes in seiner Bank zu werden, und war anschließend sogar in den Vorstand gewählt worden. In den ersten Monaten nach seiner Beförderung hatte er genug zu tun gehabt.

Umso mehr freute es Laura, dass er ihrem Vorschlag zugestimmt hatte und sich mit ihr beim kleinen Italiener am Burgplatz treffen wollte, wo sie sich vor dreizehn Jahren kennengelernt hatten.

Langsam schlenderte sie weiter. Es war noch früh, er hatte einundzwanzig Uhr gesagt. Eher konnte er es nicht einrichten. Doch es war ihr recht. So hatte sie sich den ganzen Tag auf den Abend freuen können. Am Nachmittag waren ihre Freundinnen und ihre Schwester Nora zum Kaffee vorbeigekommen. Dann hatte sie sich für den Abend umgezogen und war mit der Bahn von Köln nach Düsseldorf gefahren. In der Nacht würden sie dann zusammen in Franks Wagen zurückfahren. Es war schön, endlich mal wieder Zeit mit Frank zu verbringen. Sie zuckte zusammen, als zwei Skateboarder von hinten an ihr vorbeischossen. Auf einer der Bänke an der Promenade saß ein Liebespaar. Laura lächelte wieder und hielt inne. So hatten sie an ihrem ersten Abend auch hier gesessen. Damals waren die Straßen mit Sternen gepflastert gewesen und der Mond hatte nur für sie beide geschienen.

Laura hatte den Burgplatz erreicht. Hier hatten sie sich zum ersten Mal getroffen - vor dreizehn Jahren. Es war eine Aprilnacht gewesen, nicht ganz so warm wie heute. Sie war gerade von der Arbeit gekommen und wollte nicht gleich nach Hause fahren. Dazu war der Abend zu schön gewesen. Also war sie die Treppe zum Rhein hinuntergegangen und hatte gerade darüber nachgedacht, eine Freundin anzurufen und zu fragen, ob sie sich spontan auf ein Glas Wein treffen sollten, als sie jemand von hinten ansprach.

Laura sah sich um und in diesem Moment blieb ihre Welt stehen. Sein Lachen veränderte ihr ganzes Leben. Die braunen Augen, in denen sich die Sterne spiegelten, hielten sie fest. Sie war gefangen von der Wärme seines Blickes, der alles über sie zu wissen schien. Das Lachen, das eben noch auf seinem Gesicht gelegen hatte, war mit einem Mal verschwunden. Niemand von ihnen sprach ein Wort, beide verharrten in ihren Bewegungen. Sie sahen sich nur an, mitten auf der Rheinuferpromenade, umgeben von kichernden Mädchen und Liebespaaren, von Einsamen, Freundescliquen und Touristen. Lange hatten sie so dagestanden, bevor sie aus ihrer Starre erwacht waren. Er hatte seine Hand nach ihrer ausgestreckt und war langsam auf sie zugekommen, das Jackett lässig über die Schulter geworfen. Sie hatte seine Hand ergriffen, ohne auch nur ein einziges Wort mit ihm gesprochen zu haben. Sie wusste nicht, woher er kam, wohin er wollte und wer er war. Sie wusste nur, dass sie ihn wollte, und zwar für den Rest ihres Lebens.

Laura seufzte und sah auf die Uhr. Sie hatte noch zehn Minuten Zeit, und wie sie Fran

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