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Das Herz des Ozeans Roman von White, Karen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.12.2019
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Das Herz des Ozeans

Eine mitreißende Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des dramatischsten Schiffsunglücks seit der Titanic April 1915. Caroline Telfair Hochstetter reist mit der RMS Lusitania von New York nach Europa. Dringende Geschäfte ihres Ehemanns zwingen sie trotz Kriegszeiten zu der gefährlichen Überfahrt. An Bord befinden sich außerdem Carolines einstige große Liebe Robert Langford sowie die Betrügerin Tessa Fairweather. Ein letzter Auftrag, dann will die junge Frau in England ein neues Leben beginnen. Doch während das Schiff seinem Schicksal entgegenfährt, beginnt für alle drei ein Wettlauf gegen die Zeit, um eine Verschwörung aufzudecken, die nicht nur ihre eigenen Leben grundlegend verändern wird. Fast ein Jahrhundert später stößt die Schriftstellerin Sarah Blake im Nachlass ihres Urgroßvaters - einst Steward auf der RMS Lusitania, die während des Ersten Weltkriegs von einem deutschen U-Boot versenkt wurde - auf ein Dokument, das dafür sorgen könnte, dass die Geschichte neu geschrieben werden muss ... Karen White, geboren in Amerika, wuchs gemeinsam mit ihren drei Brüdern in London auf. Die Autorin, die für ihre Romane vielfach ausgezeichnet wurde, lebt inzwischen mit ihrem Mann und ihren Kindern in der Nähe von Atlanta, Georgia.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 16.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641243395
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Glass Ocean
    Größe: 2333 kBytes
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Das Herz des Ozeans

Zwei

NEW YORK CITY

FREITAG, 30. APRIL 1915

Caroline

C aroline Telfair Hochstetter stand an ihrem geöffneten Schlafzimmerfenster mit Blick auf die Fifth Avenue, und der kalte Wind riss ihr die Gardine beinahe aus den zu Fäusten geballten Händen. Ihr war - wie immer - viel zu kalt, aber die Klaustrophobie, die stets im Hintergrund lauerte, hielt sie seit dem Morgen mit eisernen Klauen gefangen. Es hatte bereits begonnen, als ihre Zofe Jones sie mit einem Frühstückstablett und dem Hinweis geweckt hatte, dass sie noch für die Abreise nach England am darauffolgenden Tag packen mussten.

Caroline holte erneut tief Luft. Vielleicht gelang es ihr nur dieses eine Mal, sich vorzustellen, sie wäre wieder zu Hause in Savannah. Umgeben von den wohlklingenden, melodiösen Stimmen ihrer Landsleute und dem sanften Wind, der den geliebten Geruch der Salzmarschen mit sich trug, die die Stadt umgaben, und der sanft über ihre Haut strich und so zärtlich in ihr Haar fuhr wie früher die Hand ihrer Mutter. Stattdessen drangen die Abgase der Autos und Busse in ihre Lunge, und sie hustete. Sie fühlte sich so weit von zu Hause entfernt, als wäre sie auf dem Mond.

"Ma'am?"

Caroline warf einen Blick über die Schulter. Ihre neue Kammerzofe, Martha Jones, stand mit einem Tablett in der Tür zum Ankleidezimmer. Darauf befanden sich ein Kristallglas und ein Dekanter mit Rotwein.

Jones hatte die Stelle als Carolines Zofe angetreten, nachdem ihre Vorgängerin von einem Moment auf den anderen gekündigt hatte. Es hatten sich schlichtweg bessere Möglichkeiten ergeben. Glücklicherweise war Caroline jedoch nicht lange ohne Angestellte geblieben. Jones hatte sich unmittelbar und auch als Erste auf die Zeitungsannonce gemeldet. Sie konnte beeindruckende Referenzen vorweisen und war eine selbsternannte Zauberin mit dem Lockenstab, sodass Caroline sie eingestellt hatte, ohne sich eine andere Kandidatin anzusehen. Immerhin durfte sie keine Zeit verlieren, denn die Reise über den Atlantik war bereits für die darauffolgende Woche geplant. Caroline hatte sich selbst versichert, dass sie großes Glück gehabt habe, und sämtliche Bedenken beiseitegeschoben.

"Bitte verzeihen Sie, Ma'am. Meine letzte Herrin war als Gastgeberin in ganz San Francisco bekannt und bat immer um ein Glas Rotwein, während ich ihre Haare für den Abend zurechtmachte. Ich hoffe, ich war nicht zu vorschnell." Jones schob die Haarnadeln und Bürsten beiseite und stellte das Tablett auf den Frisiertisch.

Caroline lächelte dankbar und schloss das Fenster. "Sie haben mir gerade das Leben gerettet, Jones." Sie setzte sich, ließ sich von der Zofe ein großzügiges Glas einschenken und trank einen großen Schluck.

Jones lächelte, und ihre Blicke trafen sich im Spiegel. "Ich mache nur meine Arbeit, Ma'am. Und jetzt sehen wir uns erst mal Ihre Haare an. Falls Sie keinen besonderen Wunsch haben, hätte ich da eine Idee für eine Abendfrisur, die ich letzten Monat in der Vogue gesehen habe. Sie würden umwerfend aussehen - obwohl Sie das natürlich auch ohne fremde Hilfe tun."

Caroline betrachtete Jones' Abbild im Spiegel. Wollte sie sich bei ihrer neuen Arbeitgeberin einschmeicheln, oder war sie tatsächlich die perfekte Kammerzofe, die immer die richtigen Arbeitsgeräte und Komplimente parat hatte? Jones lächelte freundlich. Ihr schlichtes Gesicht und ihre etwas unförmige Figur verliehen ihr eine sachliche, vertrauenswürdige und kompetente Aura.

Caroline nahm noch einen Schluck Wein und beschloss, sich großzügig zu zeigen. "Sie sind hier die Expertin, Jones. Toben Sie sich aus." Sie starrte in den Spiegel, während die Zofe geschickt den langen, geflochtenen Zopf öffnete, der auf Carolines Schulter ruhte. Kurz darauf fielen ihre dicken dunkelbraunen Haare in Wellen über ihren Rücken.

Ihre Haarfarbe passte zu ihren Augen, und Caroline lächelte in sich hinein, als s

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