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Das Hochzeitsprinzip oder Warum Menschen heiraten obwohl sie auch Sex haben könnten Ein Roman für Großstadtneurotiker. Das komplette Buch von Ren, Stefanie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.12.2013
  • Verlag: jiffy stories
eBook (ePUB)
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Das Hochzeitsprinzip oder Warum Menschen heiraten obwohl sie auch Sex haben könnten

Caro mag guten Sex, besonders dann, wenn er unverbindlich ist. Die Drehbuchautorin ist Ende zwanzig, steht voll im Leben und arbeitet an ihrer Karriere. Sie genießt ihr Leben und ihre Freiheit. Gut, sie kämpft ein wenig mit dem Start in das Berufsleben, und die Sache mit dem Sex ist auch nicht so einfach. Aber sonst, sonst wäre alles gut, würden nicht gerade alle, wirklich alle um sie herum heiraten. Ist die Ehe ein nicht völlig überholtes Prinzip? Warum muss man überhaupt heiraten? Gemeinsam mit ihren drei ältesten Freundinnen begibt sich Caro auf eine Odyssee von Hochzeit zu Hochzeit. Sie lernt dabei mehr über sich selbst, ihre besten Freundinnen - und, dass es vielleicht doch auch ihren Traummann gibt. Stefanie Ren wurde 1987 in Taiwan geboren und wuchs im Schwarzwald auf. Als sie zum zehnten Geburtstag ein Tagebuch geschenkt bekam, schrieb sie fortan alles auf: vom täglich Erlebten über Gedichte bis hin zu Kurzgeschichten. Von da an begleitete sie das Schreiben. Von 2007 bis 2013 studierte sie schließlich Drehbuch an der Filmakademie Baden-Württemberg. Die Filme, die sie in dieser Zeit schrieb, gewannen zahlreiche Preise auf Festivals in der ganzen Welt. Außerdem nahm sie als Stipendiatin am Hollywood Workshop an der UCLA in Los Angeles teil und erhielt eine eigene Kolumne bei der Online-Ausgabe der Stuttgarter Zeitung. Seit ihrem Abschluss an der Filmhochschule arbeitet Stefanie als freiberufliche Autorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 08.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783852360560
    Verlag: jiffy stories
    Größe: 1161 kBytes
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Das Hochzeitsprinzip oder Warum Menschen heiraten obwohl sie auch Sex haben könnten

Folge 1: Not in love

JA, WIR HEIRATEN!

LIEBE Caro, ZUSAMMEN MIT DIR WOLLEN WIR DIESEN TAG FEIERN. ZUM
TRAUGOTTESDIENST MIT ANSCHLIESSENDEM SEKTEMPFANG, ESSEN UND PARTY
LADEN WIR DICH HERZLICH EIN .

Hanna & Jakob

Als ich in seinem Bett aufwachte, war es noch früh am Morgen. Mir war ein wenig übel. Das Zimmer, in dem ich mich befand, war weiß und karg. Außer einem Schreibtisch, einem Kleiderschrank und dem Bett, in dem ich lag, gab es keine Möbel. Und trotzdem war der Raum unordentlich, staubig und dreckig. Klamotten, Bücher und DVDs lagen überall verteilt. Ein alter Fernseher stand auf dem Boden.

Neben mir lag Chris und schlief. Er sah unschuldig und friedlich aus. Ganz anders als noch wenige Stunden zuvor, als wir ungefähr den wildesten und härtesten Sex gehabt hatten, den ich bis dahin erlebt hatte. Ich will gar nicht weiter ins Detail gehen, denn wenn ich so darüber nachdenke, was ich ihn mit meinem Körper hab' anstellen lassen, dann schäme ich mich ein wenig dafür. Ich schäme mich nicht wirklich für das, was ich getan habe. Ich schäme mich eher dafür, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich das auch so gewollt hatte oder ob ich es nur getan hatte, um ihm zu gefallen.

Chris studierte zwei Jahrgänge über mir an der Filmhochschule. Ich hatte mich in ihn verknallt, da war ich noch mit Philipp zusammen. Philipp war das Beste, was mir bis dahin passiert war. Er war ein lieber, netter Kerl, der mich aufrichtig geliebt hat. Obwohl ich manchmal echt launisch, neurotisch und anstrengend sein konnte, hatte mich Philipp am Ende vom Tag immer in den Arm genommen und gesagt, dass er mich gegen nichts in der Welt würde eintauschen wollen. Aber je öfter er mir das sagte, umso unsicherer wurde ich mir, ob ich das Gleiche über ihn hätte sagen können. The grass is always greener ... und so.

Und dann wurde ich gefragt, ob ich nicht bei einem Filmprojekt von Chris von Henningsdorf, DEM Nachwuchsregisseur der Schule, aushelfen wollte. Damals hatte ich gerade erst mit meinem Studium begonnen, war kurz zuvor einundzwanzig geworden und noch ziemlich grün hinter den Ohren. Ich wollte jede Erfahrung mitnehmen. Chris kannte ich damals noch gar nicht.

Am Set, einem kleinen Hexenhäuschen mit wildem Garten, merkte ich dann schnell, dass ich Chris in seiner Rolle als Regisseur ziemlich attraktiv fand. Und er mich anscheinend auch. Ich schenkte seinen Annäherungsversuchen aber bewusst wenig Beachtung, vor allem wegen Philipp, klar.

Als der Dreh schon längst vorbei war, konnte ich noch zwei weiteren Annäherungsversuchen von seiner Seite widerstehen. Dann fragte er mich, ob wir zusammen "DVD schauen" wollen. Und die ersten zehn Minuten der "Six Feet Under"-Folge glaubte ich auch noch, dass er wirklich nur DVD schauen wollte.

Ich hab' dann – in einem langen und anstrengenden Prozess – mit Philipp Schluss gemacht.

Mit Chris füllte ich danach die durch Philipps Fehlen entstandene Lücke und merkte, dass ich mich in ihn verknallt hatte. Dumm von mir, denn schnell musste ich feststellen, dass Chris einfach mit jeder an der Filmhochschule, die irgendwie hübsch und dunkelhaarig war, ins Bett hüpfte. Am Set hatte er mich wahrscheinlich nur ausgesucht, weil er die anderen schon alle im Bett hatte. Oder weil ich am leichtesten rumzukriegen schien. Keine Ahnung.

Als ich jetzt so neben ihm lag, fragte ich mich, ob ich eigentlich immer noch verknallt in ihn war. Ich war mir unsicher. Die Schmetterlinge waren noch da. Und toll fand ich ihn

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