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Das Jahr der Schatten Roman von Richell, Hannah (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.09.2014
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Das Jahr der Schatten

'Dieser Roman lässt den Leser alles um sich vergessen.' The Australian
Als Lila ein verfallenes Cottage im englischen Peak District erbt, scheint dies ihre Rettung zu sein. Ihr Leben und ihre Ehe stecken in der Krise, und so entschließt sie sich zu einer Auszeit an dem idyllischen Ort am See. Sie genießt die Einsamkeit, bis sie beunruhigende Spuren der früheren Bewohner entdeckt, die auf einen überstürzten Aufbruch hindeuten. Ein mysteriöser Brief lässt ein Unglück erahnen. Welches Geheimnis bergen die Mauern des Hauses, und welche Bedeutung hat es für Lilas Leben?
Eine bewegende Geschichte über Liebe, Freundschaft und Verrat

Hannah Richell wuchs in England und Kanada auf, verbrachte viele Jahre in Australien und lebt heute mit ihrer Familie im Südwesten von England. Sie arbeitete im Marketing der Film- und Verlagsbranche und schrieb für verschiedene Zeitungen und Magazine, bevor sie begann, Geschichten zu schreiben. Ihre Romane begeisterten Leser und Presse weltweit und werden in vierzehn Sprachen übersetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 15.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641142650
    Verlag: Diana Verlag
    Originaltitel: The Shadow Year
    Größe: 720 kBytes
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Das Jahr der Schatten

1

Lila

Juli

L ila sitzt am Rand einer leeren Picknickbank, vor sich einen Kaffee zum Mitnehmen. Obwohl es draußen so warm ist wie schon lange nicht mehr, ist im Park kaum etwas los. Es ist die ungewöhnlich ruhige Stunde, wenn die Angestellten nach der Mittagspause wieder in ihre Büros zurückgekehrt sind und die Schulen die Kinder erst noch ausspucken müssen. Von ihrem Platz aus kann Lila durch die Panoramascheibe des Parkcafés schauen, wo eine Frau gerade den Getränkekühlschrank auffüllt. Ein Stück weiter beugt sich ein Stadtgärtner über ein Beet welker Blumen. Eine leere, vom Wind erfasste Gießkanne rollt scheppernd an ihm vorbei. Ganz in der Nähe steht ein Kinderwagen im Schatten einer großen Platane.

Darin schläft ein Baby. Lila kann die Wölbung eines Köpfchens hinter einer blassrosa Decke erkennen. Seine Wangen sind rosig, und ein Haarbüschel schaut unter seiner Baumwollmütze hervor. Lila sieht fasziniert zu, wie das Kind im Schlaf das Gesicht verzerrt, wie seine Lider ein-, zweimal flattern und sich dann wieder beruhigen. Die Mutter ist beim Planschbecken. Sie hat ihre Schuhe und Socken ausgezogen und tobt mit einem kleinen, etwa zwei oder drei Jahre alten, Jungen im flachen Wasser. Lila sitzt auf der Bank und be obachtet sie hinter ihrer dunklen Sonnenbrille, dreht den Kaffeebecher in ihren Händen.

"Schau, Mummy, eine Biene." Der Junge zeigt auf etwas im Wasser, und seine Mutter kommt näher, beugt sich neben ihm hinunter. Lila nippt an ihrem Kaffee und lässt den Blick zurück zum Kinderwagen schweifen. Sie kennt das Modell. Sie weiß, dass die Bremse festgestellt ist. Dass man den wei ßen Griff um einhundertachtzig Grad nach oben drehen muss, um sie zu lösen. Sie hat es vor wenigen Wochen selbst im La den ausprobiert. Sie schluckt den bitteren Kaffee herunter. Wie einfach es doch wäre!

Die Mutter und ihr Sohn waten wild um sich spritzend ans andere Ende des Beckens. Sie klettern hinaus und laufen auf ein paar Büsche beim Café zu, suchen nach etwas, mit dem sie die Biene aus dem Wasser befördern können. Der Junge rennt über den Asphalt und schreit auf. Er hat etwas am Fuß. Seine Mutter eilt zu ihm, wischt ihm Schmutz von der Fußsohle, drückt ihn an sich und krempelt seine durchnässten Hosenbeine weiter hoch.

Schwaches Sonnenlicht fällt durch die Zweige des Baumes auf Lila und lässt Lichtflecken über ihre nackten Arme tanzen. Aus der Ferne hört man das Geräusch eines Schuhs, der einen Fußball trifft. Das entzückte Kreischen eines Kindes, das auf der Schaukel angeschubst wird. Ein Flugzeug hoch in der Luft. Die Mutter und der Junge betreten das Café. Lila sieht, wie sie nach etwas fragen – nach einem Pappbecher. Lila schaut zum Kinderwagen hinüber und steht auf.

Sie ignoriert den Schmerz in ihrem Brustkorb und konzentriert sich stattdessen auf das laute Klopfen ihres Herzens, als sie näher tritt. Die Lippen des Babys sind jetzt gespitzt, sie öffnen und schließen sich, saugen im Schlaf. Eine Fliege summt über dem Dach des Kinderwagens und landet dann auf der rosa Decke, krabbelt auf das Gesicht des Babys zu. Lila macht einen Schritt weiter nach vorn, kämpft gegen den Drang an, das Insekt zu verscheuchen. Die schmerzhafte Lücke in ihrem Innern bringt sie fast um. Es könnte so einfach sein!

Sie streckt die Hand aus, gestattet sich, den Griff des Kin derwagens zu streifen. Das Plastik ist warm unter ihrer Hand. Das Baby bewegt sich. Hinter sich hört sie platschende Füße im Planschbecken, das Kichern des kleinen Jungen. &raqu

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