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Das kastilische Erbe Roman von Schweikert, Ulrike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.09.2012
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Das kastilische Erbe

Ihre Zukunft liegt in der Vergangenheit Ein geheimnisvolles Buch, zwei außergewöhnliche Frauen - vom Schicksal vereint ... In einem Antiquariat stößt die Münchner Journalistin Isaura auf ein altes Buch, dessen Autorin sich "La Caminata" nennt. Die Worte erscheinen ihr seltsam vertraut, und sie ist fasziniert von der Geschichte der jungen Hofdame Jimena, die im 15. Jahrhundert an der Seite von Isabel von Kastilien lebte. Isaura begibt sich auf Spurensuche in Spanien und kommt in dem kleinen Städtchen Tordesillas einem jahrhundertealten Geheimnis auf die Spur, das sie tief in ihre eigene Familiengeschichte führt ... Der Auftakt zu einer fantastischen neuen Trilogie. Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem fulminanten Romandebüt "Die Tochter des Salzsieders" ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen historischer Romane. Ihr Markenzeichen: faszinierende, lebensnahe Heldinnen. Nach ihren beiden großen historischen Jugendromanen "Das Jahr der Verschwörer" und "Die Maske der Verräter" hat die vielseitige Autorin inzwischen ihre erste Fantasy-Saga für Jugendliche verfasst, die auf Anhieb ein Erfolg wurde: "Die Erben der Nacht". Ulrike Schweikert lebt und schreibt in der Nähe von Stuttgart.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 24.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641088712
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 1546 kBytes
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Das kastilische Erbe

Kapitel 2

Arévalo, 1458

Es würde einer der wichtigsten Tage in ihrem Leben werden. Das hatte ihr keiner gesagt, doch irgendwie konnte sie es spüren. Obwohl sie sich nicht gern ankleiden und frisieren ließ und mit ihrem Gezappel die Magd bis in den Wahnsinn treiben konnte, stand Jimena heute wie erstarrt da, bis alle Bänder geschnürt und alle Haken geschlossen waren, und sie ließ es sogar zu, dass ihr üppiges schwarzes Haar sorgfältig geflochten und aufgesteckt wurde. Die Tür öffnete sich, und Dominga de Lucena trat ein. Im Gegensatz zu dem des Mädchens war ihr Haar von einem warmen Kastanienton, der von den ersten grauen Strähnen durchzogen wurde; ihre Züge waren schmaler und strenger, doch denen des Kindes durchaus ähnlich. Sie war eine groß gewachsene Frau und fast ein wenig zu schlank, um noch als schön zu gelten. Jetzt, da sie Mitte dreißig und das Weiche, Mädchenhafte aus ihrem Gesicht verschwunden war, konnte man sie fast als hager bezeichnen, doch das störte sie nicht. Die Zeit, in der sie sich um die Blicke von Männern Gedanken gemacht hatte, war längst vorbei.

An ihrer Hand führte sie ihr jüngstes Kind, die erst dreijährige Teresa. Das Mädchen hatte das gleiche kastanienbraune Haar wie die Mutter und dunkle Augen, die es jetzt weit aufriss und sich neugierig, aber ohne Furcht in dem fremden Palast umsah.

"Nun, Jimena, bist du so weit?", fragte Dominga das Mädchen und sah sie mit diesem Blick an, der bis in ihre tiefsten Gedanken zu dringen schien, um jedes noch so kleine, finstere Geheimnis ausfindig zu machen. Davon war das Kind jedenfalls überzeugt.

Jimena knickste artig, was sie nur selten vor ihrer Tante tat, und nickte. "Aber ja, Tía Dominga. Und ich werde mich anständig benehmen, wenn wir ihr vorgestellt werden." Sie sah mit ernstem Blick zu ihrer Tante auf, deren strenge Miene nun von einem Lächeln erhellt wurde.

"Das darf ich wohl von dir erwarten!", sagte sie, doch ihre Stimme klang freundlich. "Du bist jetzt sieben Jahre und damit alt genug, deine erste Stellung bei Hof anzunehmen."

Jimena nickte. Ja, auch die Söhne der Hidalgos und des übrigen niederen Adels waren bestrebt, in diesem Alter an einem der Höfe eine Stelle als Page einzunehmen und einem großen Herrn zu dienen, um später zum Schildknappen aufzusteigen, ehe sie sich die eigenen Sporen als Ritter verdienten. Ihre Gedanken wanderten zurück nach Sevilla und zu ihrem Vetter Ramón, den sie so sehr verehrte. Der Abschied war ihr schwergefallen, doch hier in Arévalo gab es keinen Platz für ihn. Er würde sich einen anderen Grande suchen müssen, um ihm zu dienen und für ihn zu kämpfen. Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Königshaus und den mächtigen Adelsfamilien des Landes, bei denen man sich beweisen konnte, gab es genug. Man musste dabei allerdings nicht nur ein großes Geschick im Umgang mit Waffen an den Tag legen, sondern auch über ein politisches Gespür verfügen, um rechtzeitig zu bemerken, wann der Wind sich drehte und es für Leib und Leben und das eigene Vermögen ratsamer war, auf ein anderes Pferd zu setzen. Sonst konnte es ganz schnell vorbei sein, was auch Dominga de Lucenas erster Gatte bitter erfahren und mit seinem Leben hatte bezahlen müssen. Das war schon etliche Jahre her, noch ehe König Juan II. starb und sein Sohn aus seiner ersten Ehe mit Maria von Aragón - Enrique - zum König von Kastilien ernannt worden war. Mit ihrer zweiten Heirat war es Dominga gelungen, ins Umfeld des Hauses Trastámara zurückzukehren, doch nun hatte der Tod auch ihren zweiten Gemahl dahingerafft, und die Witwe war gezwungen, ihre jüngste Tochter und ihre verwaiste Nichte, die sie bei sich aufgenommen hatte, selbst durchzubringen.

"Ihre Hoheit lässt bitten", verkündete einer der Diener und verschwand dann sogleich wieder. War es Nachlässigkeit oder Absicht, dass er es den Neuankömmlingen

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