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Das kleine Château in den Hügeln Roman von Thomas, Jo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.06.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das kleine Château in den Hügeln

Als Emmy den Job auf einem südfranzösischen Weingut bekommt, ist das die lang ersehnte Chance auf einen Neubeginn. Die Sache hat nur einen Haken: Emmy hat keine Ahnung von Wein. Und das muss sie gekonnt verbergen. Vor allem vor ihrem charismatischen Mentor Isaac und vor Charlie, dem smarten Erben des Weinguts - zwei Männer, die Emmys Gefühle durcheinanderwirbeln. Bis sie begreift: Mit dem Wein ist es wie mit der Liebe - die besten Ergebnisse erzielt man, wenn man seinen Instinkten vertraut. Doch hat Emmy dazu wirklich den Mut?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 29.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556625
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Late Summer in the Vineyard
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Das kleine Château in den Hügeln

Prolog

Ich spüre, wie der dicke braune Umschlag voller Münzen - kupferfarben, silbern und golden - meine Schultertasche nach unten zieht. Es fühlt sich an, als würde ich das Gewicht der Welt tragen, als ich vorsichtig durch die offen stehende Tür ins Haus trete. Mein Herz schlägt heftig, und mein Mund ist staubtrocken.

Aus dem Wohnzimmer ist eine fremde Stimme zu hören. "Halte Ausschau nach allem, was sich zu Geld machen lässt."

Mein Herz macht einen Satz, und instinktiv drücke ich die Tasche enger an meinen Körper und umklammere sie mit beiden Händen, als ich meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt sehe. Ein kräftiger Mann mit breiten Schultern in einer abgetragenen Lederjacke steht mitten im Wohnzimmer. Er nimmt ein gerahmtes Foto meiner Mutter vom Kaminsims und betrachtet es.

"Hier gibt es nicht viele Dinge von Wert", sagt er zu meinem Dad.

"Es sind die Erinnerungen, die zählen", antwortet mein Dad mit dünner, zittriger Stimme.

"Wenn Sie nur ein bisschen Geld auftreiben könnten ... Ich könnte Sie zum Geldautomaten fahren, wenn Sie möchten", schlägt der Mann vor und stellt das Foto zurück.

Meine Wangen brennen vor Wut. Mein Herz schlägt laut in meiner Brust, und das Rauschen in meinen Ohren blendet alle anderen Geräusche aus. Wie kann er es wagen? Was für eine Frechheit! Ein Dieb am helllichten Tag, der seine Fahrdienste anbietet! Ich schaue von ihm zu meinem Dad, der verängstigt und blass in seinem Sessel sitzt, so, wie er auch vor vielen Jahren dort saß. An jenem nasskalten dunklen Abend vor sechzehn Jahren, um genau zu sein. Nur waren es damals ein Mann und eine Frau in schwarzer Polizeiuniform gewesen, die vor ihm standen und mit leiser, mitfühlender Stimme die Nachricht überbrachten, die unser Leben für immer verändern sollte. Ich erinnere mich noch gut daran, wie freundlich und besorgt sie gewirkt hatten. Nicht wie der Typ jetzt: ein zwielichtiger Kerl, der sich offensichtlich einfach nimmt, was ihm gefällt. Doch Dad sieht genauso verängstigt aus wie damals, und mein Herz rast und schmerzt.

"Wie sieht's denn mit Schmuck oder Münzen aus ... Oder vielleicht Anleihen, Briefmarken?"

Dad schüttelt den Kopf.

Ich schiebe mir die schwere Tasche von der Schulter und achte darauf, sie nicht mit einem lauten Plumpsen fallen zu lassen. Mühsam hebe ich sie über den Kopf und ziele mit ihr auf den hünenhaften Mann mit den langen welligen Haaren, der sich nun die Dekostücke auf dem Kaminsims ansieht.

"Hey!" Der Ruf entfährt mir, bevor ich über die Folgen nachdenken kann.

"Nein, Emmy, lass ihn einfach." Dad streckt eine zitternde Hand aus, die ein zerknülltes Papier umklammert, während ich versuche, die schwere Tasche gegen den Hinterkopf des Eindringlings zu schleudern. Es gelingt mir nicht, weil die Tasche so schwer ist. Ich lasse sie neben mich fallen und mache einen Schritt auf den riesigen Dieb zu.

"Emmy, hör auf!", wiederholt Dad, doch ich ignoriere ihn.

"Was zum Teufel wollen Sie in meinem Haus? Verschwinden Sie!", rufe ich.

"In Ihrem Haus?" Der Einbrecher stellt einen IKEA-Kerzenleuchter zurück und dreht sich zu mir um. Er sieht aus wie Hagrid aus den Harry-Potter -Filmen: massiger Körper, rotes Gesicht, Schweißtropfen auf der Stirn und ein Bart, aus dem man einen Pulli stricken könnte. "Ich war der Meinung, dass es sich um Mr. Bridges' Haus handelt", antwortet er in einem hart klingenden, regionalen Akzent. Plötzlich habe ich das Gefühl, ihn irgendwoher zu kennen. Seine Stimme, seine Augen ... Ich schüttele den Kopf, um mich nicht von meinem Ziel ablenken zu lassen, diesen Schmarotzer aus unserem Haus zu werfen.

"Ach! Und Sie glauben, das macht die Sache besser? Das Haus eines alten Mannes am helllichten Tag auszurauben?" Inzwischen bebe ich vor Wut. Ich kann nicht fassen, dass er nicht schon lange abgehauen ist.

"Ich gehe nach oben", sagt da ein kleinerer, drahtiger Mann mit

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